Friseursalon aus Aschau im März bereits ausgebucht

Friseurin versteigert ersten Termin für Kinderklinik: „Will ein Zeichen setzen“

Friseurmeisterin Heike Brembs will auch in schwierigen Zeiten das Positive sehen. Ihre Kollegin Simone Lindner ist seit 16 Jahren im Team.
+
Friseurmeisterin Heike Brembs (rechts) will auch in schwierigen Zeiten das Positive sehen. Ihre Kollegin Simone Lindner (links) ist seit 16 Jahren im Team.

Aus einer witzigen Idee heraus versteigert Heike Brembs ihren ersten Termin zum Haare schneiden in ihrem Salon in Aschau im Chiemgau für einen guten Zweck. Damit will sie in den schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie ein Zeichen für Solidarität setzen.

Aschau im Chiemgau – Seit Bekanntgabe, dass Friseure ihren Betrieb am 1. März nach dem Lockdown wieder öffnen dürfen, steht das Telefon bei Heike Brembs nicht mehr still. In ihrem kleinen Salon gibt es eigentlich keinen Termin mehr im März. „Aus Spaß habe ich zu einer Kundin gesagt, wenn das so weitergeht, versteigere ich den ersten Termin“, so Brembs gegenüber chiemgau24.de.

Friseurin aus Aschau im Chiemgau versteigert ersten Termin für Kinderklinik

Dies hat die selbstständige Friseurmeisterin nun in die Tat umgesetzt. Aber nicht etwa, um das Geld in die eigene Tasche zu stecken. „Ich wollte einfach ein Zeichen in der derzeitig schwierigen Situation setzen und etwas Gutes tun“, erklärt Brembs die Hintergründe. Der Erlös soll der Kinderklinik in Aschau übergeben werden.

Der erste offizielle Termin am 1. März um 7.30 Uhr ist bereits vergriffen. Daher bietet die Friseurmeisterin einen zusätzlichen Termin um 6.45 Uhr an, der auf Ebay zu ersteigern ist. „Es ist dabei egal, ob es eine Frau oder ein Mann ist. Mit dabei ist Waschen, Schneiden und Föhnen, aber ohne Farbe“, erläutert die Friseurmeisterin.

Zeit im Lockdown versucht sinnvoll zu nutzen: „Ich habe gekämpft“

Es wäre der erste Termin im neugestalteten Salon. Die Zeit im Lockdown habe sie versucht effektiv zu nutzen. Der Laden wurde klimaneutral umgestaltet und ist bereits zertifiziert. Aktuell laufen die Schreinerarbeiten für die neuen Möbel. Auch die Produktpalette hat sie auf nachhaltige und vegane Mittel umgestellt. Sogar ihr CO2-Verbrauch wird gemessen und in ein Hilfsprojekt in Uganda mit Aufforstung des Baumbestandes umgesetzt.

„Ich habe oft nicht gewusst, wie und ob es überhaupt weitergeht. Ich habe gekämpft“, so die Friseurmeisterin über die vergangene Zeit. Sie habe das Glück gehabt, genügend Rücklagen angespart zu haben. Trotzdem wollte sie das Beste aus der Situation machen. „Die ganze Umgestaltung war wichtig für mich, dass ich positiv in die Zukunft blicke und mich auch darauf freue, dass es wieder losgeht“, so Brembs.

Brems: „Könnte das Geld auch selbst gut gebrauchen, aber...“

Die alte Einrichtung konnte sie an eine andere Friseurin verkaufen, die jetzt selbst einen Salon eröffnet. „Die hat sich sehr darüber gefreut. Ich habe mir dafür eine neue machen lassen, wobei ich bei der Schreinerei mitgearbeitet habe, um es zu finanzieren“, schildert die Friseurin. Mit der Käuferin ihrer Möbeln war sie regelmäßig in Kontakt und gab Tipps zur Selbstständigkeit: „Man hat sich zusammengetan. Das ist für mich die Solidarität, die ich in dieser Zeit gelebt habe. Das hat mir Kraft gegeben“, erläutert Brembs.

Finanziell sei es natürlich ein Auf und Ab gewesen wie für viele aus ihrer Branche auch. Ihr Vermieter habe ihr auch keine Mietminderung zugestanden. Ohne ihren Partner hätte sie „dieses Karussell der Gefühle“ wohl nicht so gut überstanden. Umso wichtiger ist es ihr, dass aus einer witzigen Idee eine jetzt hoffentlich erfolgreiche Auktion stattfindet. „Ich könnte das Geld natürlich selbst auch gut gebrauchen, aber ich möchte ein Zeichen der Solidarität setzen“, erklärt Brembs abschließend.

jz

Kommentare