Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Leserbriefe zur Kampenwand

„Diese Kampen-Wahnbahn muss gestoppt werden“

Seit Ende der 50er-Jahre bieten die inzwischen historischen Gondeln der Kampenwandseilbahn ein gewohntes Bild. Die geplante Sanierung spaltet die Bevölkerung.
+
Seit Ende der 50er-Jahre bieten die inzwischen historischen Gondeln der Kampenwandseilbahn ein gewohntes Bild. Die geplante Sanierung spaltet die Bevölkerung.

Die Kampenwandbahn in Aschau soll saniert werden – ein Vorhaben, das in der Bevölkerung kontrovers diskutiert wird.

Aschau - Neben harscher Kritik gibt es aber auch Lob für die Planung.

Dr. Till Bloem (München): „Keine Kampenwahnbahn! Merkt man denn in Aschau nicht, dass solche Projekte wie der geplante Seilbahn-Neubau inzwischen überholt und aus der Zeit gefallen sind? Und welche Läuse man sich damit auf den Pelz zieht, mit Massenverkehr, Naturzerstörung und Feier-Lärm bis in die Nacht? Hier wird vom Zaun gebrochen, was man anderen Orts gerade mühsam einzudämmen versucht. Die künftigen Touristen suchen Ruhe und die Ursprünglichkeit der Natur in den Bergen und gerade keine weitere Technisierung. Dass der Geigelstein dank unterbliebener Großprojekte so gepriesen wird, sollte die Augen öffnen. Diese Kampen-Wahnbahn muss gestoppt werden!“

Sie haben eine Meinung zu diesem Thema? Klicken Sie hier und schreiben Sie uns einen Leserbrief.

Wolfgang Schnaiter senior (Bernau): „Zweifellos hat die Kampenwand-Seilbahn einen erheblichen Anteil am touristischen Erfolg der Gemeinde Aschau im Chiemgau. Über die Jahre hinweg hat sich herausgestellt, die Seilbahn ist nicht behindertengerecht. Fahren sie mal mit 20 Rollstuhlfahrern des BHZ auf die Kampenwand! Bei Staus aufgrund von Spitzenandrang ist die jetzige Seilbahn nicht in der Lage diesen abzubauen. Lange Wartezeiten sind die Folge. Frustrierte Kunden werden sich wohl überlegen, künftig wieder mit der Kampenwand-Seilbahn zu fahren. Auch eine Seilbahn steht im Wettbewerb mit anderen Seilbahnen. Technischer Fortschritt hat auch im Seilbahnbau nicht halt gemacht. Dass jemand hergeht und zur Gaudi Investitionen im zig Millionen Bereich tätigt, ist eher unwahrscheinlich. Die Kampenwandseilbahn soll für die nächsten Jahrzehnte zukunftsträchtig ausgebaut werden, um auch im Wettbewerb mit anderen Seilbahnen mithalten zu können, und weiterhin so erfolgreich zu sein. Die Argumente der Seilbahngegner sind wirklichkeitsfremd, Verkehrschaos im Priental. Nicht ein Auto wird mehr durchs Priental fahren. Weltuntergang auf der Kampenwand, durch überhöhten Publikumsandrang. Wo sollen plötzlich die vielen Leute herkommen? Zerstörung des Schutzwaldes. Welcher Schutzwald? Die Seilbahntrasse wird lediglich etwas tiefer gelegt, die jetzige Schneise wird etwas durchgeforstet. Man protestiert schon mal auf Vorrat, was sein könnte, und niemals eintritt! Die Seilbahngegner machen sich mit ihren fadenscheinigen Argumenten nur lächerlich.

„Kostbarer Schutzwald zerstört - gefördert vom Freistaat Bayern“

Angela Brogsitter-Finck (Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal, Waakirchen): „Um mich ist Heimat“ – dieser berühmte Satz von Ludwig Thoma klingt in vielen Ohren heute wie Hohn. Überall in Bayern – ob am schönen Tegernsee, am einmaligen Königssee, an anderen bayerischen Seen gelingt es immer wieder mit den Mehrstimmen einer bayerischen Partei, Jahr für Jahr weiter Heimat zu zerstören, kostbaren Boden unwiederbringlich zu versiegeln. Der Rubel muss rollen, anhaltendes Wachstum hält die Wirtschaft auf Kurs. Unserer einzigartigen Naturlandschaft werden Jahr für Jahr neue Wunden geschlagen und auch die Tatsache, ob diese „notwendigen“ Verletzungen letztendlich wirklich dem Fortschritt dienen werden, scheint vollkommen zweitrangig. In Zeiten des immer deutlicher sich zeigenden Klimawandels und seinen für viele Menschen auf unserem Planeten schon apokalyptischen Folgen wie Dürre, Überflutungen, Erdrutschen, riesigen Brandherden, Lawinen, wäre es für alle politischen Entscheidungsträger das Gebot der Stunde, weiteren Raubbau an der Natur zu verhindern. Der Massen- und Eventtourismus in unseren Bergen wird von Jahr zu Jahr intensiver, zerstörerischer, rücksichtsloser, was gerade am Königssee rund um den schützenswerten Königsbachfall zu erleben war, der nun auf fünf Jahre für Touristen gesperrt werden musste. Die im Grunde neu geplante, nicht wie es trügerisch heißt „sanierte“ Kampenwandbahn soll zukünftig 1200 Personen in neuen Achtergondeln auf den Berg transportieren. Es würde kostbarer Schutzwald zerstört werden. Das Ganze gefördert vom Freistaat Bayern! Jedem naturliebenden, heimatverbundenen und verantwortungsbewussten Bürger treibt es die Zornesröte auf die Stirn. Der wunderbare Satz von Ludwig Thoma muss folgerichtig dann umgewandelt werden in „Um mich war Heimat!“

Kommentare