Protest flammt immer wieder auf

„Stoppt das A8 Monster“ - Widerstand im Chiemgau gegen den Autobahn-Ausbau

Bayern, Frasdorf: LKW stehen auf der Autobahn A8 in Fahrtrichtung München im Stau.
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Auf der A8 kommt es regelmäßig zu Staus, weil Standstreifen fehlen.

Aschau im Chiemgau - Die A8 München-Salzburg soll sechsspurig ausgebaut und um zwei Standstreifen erweitert werden. Doch im Chiemgau finden viele das Projekt zu groß, zu teuer und umwelt- und gesundheitsschädigend. Sogar eine Petition wurde gestartet.

Es rührt sich wieder was im Mega-Projekt „A8-Ausbau“ im Landkreis Rosenheim. Grünen-Gemeinderätin Edda Weimann aus Aschau fordert den Stopp der Planungen und hat eine Online-Petition mit dem Titel „Stoppt das A8 Monster: Keine Zerstörung des Chiemgaus!“ gestartet. „Wir fordern den Stopp des 6+2 streifigen Ausbaus der A8 und stattdessen die Nutzung der Gelder für die dringend notwendige Mobilitätswende. Gemäß Bundesrechnungshof ist der Ausbau zu teuer und wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen“, so die Erklärung zur Petition.

A8-Ausbau: Petition fordert Stopp der Planungen

1941 wurde die A8 München-Salzburg fertiggestellt und ist eine der ältesten Autobahnen Deutschlands. Ihr größtes Manko: Die Autobahn hat keine Standstreifen, wodurch z.B. Rettungseinsätze nach Verkehrsunfällen erschwert werden. Daher sind viele mit dem Ausbau der A8 grundsätzlich einverstanden, gestritten wird allerdings über das „Wie“. Geplant ist ein sechsspuriger Ausbau von Rosenheim bis zur Landesgrenze. Und da heutzutage keine Autobahn mehr ohne Standstreifen gebaut wird, ist letztendlich die Formel „6+2“ in Planung.

Doch gegen diesen „6+2“-Ausbau formiert sich nun in der Region Widerstand: zu groß, zu teuer, zu unwirtschaftlich, umwelt- und gesundheitsschädigend, lauten die Vorwürfe. Der Vorschlag des Bund Naturschutz und der Bürgerinitiative „A8 - Bürger setzen Grenzen“ sieht dagegen 4+2 Spuren und eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h vor. Bei hohem Verkehrsaufkommen sollen die Standstreifen als Fahrspuren benutzt werden dürfen, so die Forderung.

Auch der Kreisverband der Grünen im Landkreis Rosenheim setzt sich nach wie vor für eine Erweiterung der A8 um lediglich zwei Standspuren ein. Der geplante Ausbau sei ein unverhältnismäßiger Eingriff in die höchst sensible Landschaft am südlichen Ufer des Chiemsees mit seiner einzigartigen Fauna und Flora, so die Grünen.

Geschätzte Kosten: 380 Millionen Euro für A8-Ausbau

In ein bis zwei Jahren könnte der Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern gefasst sein. Anschließend wird mit dem Baubeginn gerechnet. Wann die A8 bis zum Bernauer Berg fertig sein könnte ist noch nicht bekannt.. Die geschätzten Baukosten für den Ausbau bis zum Bernauer Berg: 380 Millionen Euro.

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