Heftige Debatte im Netz

Public-Viewing und Sonnwendfeier auf Kampenwand: Zu viel des Guten?

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Aufnahme vom Samstag.
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Aschau im Chiemgau - Für viele ist das Sonnwendfeuer ein Anlass zum Innehalten - passt es da dazu, wenn nebenan ein Fußball-Public-Viewing läuft? Bei Facebook wird heftig diskutiert. 

Ein Sonnwendfeuer "musikalisch umrahmt von Alphornbläsern" - und anschließend könne man "die beschauliche Atmosphäre" auf der Kampenwand "im Schein des Fackellichts weiter genießen". So warb die Kampenwandbahn für das Sonnwendfeuer am Samstag, aber auch die Fußball-Übertragung wurde nicht verheimlicht - doch dass nebenan auch noch das Deutschland-Spiel der Fußball-WM übertragen wurde, war dann manchem zu viel.

"Das Sonnwendfeuer hatte eigentlich niemand mehr interessiert"

"Sonnwendfeier an der Kampenwand mit Fußball - braucht's das?", fragte eine Facebook-Userin in der Gruppe "Chiemgau - Do bin i dahoam" und stellte ein Bild von ihr zur Diskussion. Gut über 2000 Leute wurden mit der Gondelbahn von Aschau aus an jenem Samstag wohl auf den Gipfel gebracht

"Das Sonnenwendfeuer hatte eigentlich niemand mehr interessiert, obwohl eigentlich das das Highlight gewesen sein sollte. Fußball schauen kann man daheim oder neben anderen im Wirtshaus. Traditionsgemäß wird eine Sonnenwendfeier mit einem Sonnenwendfeuer abgehalten nicht mit einem 200×200 großen Bildschirm", meinte unter anderem ein Leser in der Diskussion - und viele gaben ihm recht. 

Die "verlorene Atmosphäre" und der "Event-Charakter" werden in der Diskussion vielfach kritisiert, zum Teil auch eine vermeintlich schlechte Organisation: "Leute hochschaufeln, dass der Gipfel überquillt", heißt es da zum Beispiel, oder: "Aus allem muss ein 'Event' oder eine 'Challenge' gemacht werden, dabei ist doch die Ruhe das Schönste auf dem Berg." Fußball-Public-Viewing und eine Sonnwendfeier würden einfach nicht in einen Topf passen. 

"Kommerzveranstaltung" meinte auch eine weitere Facebook-Nutzerin: "Da passt Fußball gut. Die Sonnenwende war am 21. und nicht am 23. Die Geldgier macht dann einfach einen Samstag draus."

"Wer Einsamkeit sucht, geht doch sowieso nicht auf die erste Alm"

Aber: Wäre ohne die Fußball-Übertragung nicht genauso viel los gewesen? "Vor zwei Jahren bei genialem Sommerwetter war es ohne Fußball mindestens genauso voll. Auch da hat man ewig auf alles gewartet, auch da hat sich jeder beschwert", hält ein anderer dagegen. Spätestens beim Anstehen im Tal an der Bahn hätte jedem klar sein müssen, "dass dies keine kleine Sache ist. Der Mensch ist ein Herdentier und folgt allen anderen", so eine Userin.

"Wer an dem Tag dort oben Heimeligkeit und karibische Temperaturen erwartet hat, dem ist wohl sonst auch nicht zu helfen. Die Betreiber offerieren ein Angebot, das offensichtlich auch viele interessiert. Geschäftstüchtig sind sie. Hut ab. Wer die Einsamkeit sucht, geht doch sowieso nicht auf die erste Alm am Lift. Leben und leben lassen", schrieb eine weitere Nutzerin der Gruppe und nahm damit einigen Kritikern den Wind aus den Segeln.

xe

Quelle: rosenheim24.de

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