Aschauerin von Auto angefahren - Fahrer flüchtig

Tödlicher Unfall in Aschau - Hätte Gehweg geräumt sein müssen?

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Eine junge Aschauerin (23) wurde von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Der Fahrer fuhr einfach weiter.
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Aschau im Chiemgau - In der Nacht zu Sonntag ereignete sich in der Gemeinde ein tragischer Unfall. Eine junge Frau wurde von einem Auto erfasst und für hirntot erklärt. Inzwischen ist die Frau in der Klinik verstorben. Der Unfallfahrer ist flüchtig. Nun wird darüber diskutiert, warum der Gehweg nicht geräumt war, weswegen die Frau auf der Straße ging.

Am 6. Januar ging eine 23-Jährige gegen 3.45 Uhr in Aschau im Chiemgau von der Diskothek Eiskeller mit einem Begleiter in Richtung Ortsmitte. Während ihr Begleiter auf dem Gehweg ging, wählte die junge Dame dabei die Fahrbahn, offenbar weil diese bei den winterlichen Straßenverhältnissen besser geräumt war, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd nun mitteilte. 

Die Frau wurde dann zwischen den Ortsteilen Hohen- und Niederaschau von einem in gleicher Richtung fahrenden Fahrzeug erfasst und durch die Wucht des Aufpralls auf die Gegenfahrbahn geschleudert, wo sie schwerst verletzt liegenblieb. Die Frau wurde so schwer verletzt, dass sie in einer Klinik für hirntot erklärt wurde und einen Tag später verstarb. Der Fahrer des beteiligten Fahrzeugs fuhr ohne anzuhalten einfach weiter in Richtung Ortsmitte. Es soll sich laut Aussage des Begleiters der Frau um ein "Van-artiges" Auto gehandelt haben. 

Hätte der Gehweg geräumt sein müssen? 

Nachdem die Kriminalpolizei nun die Ermittlungen übernommen hat, um den Täter zu finden, stellt sich in der Bürgerschaft häufig die Frage, ob der Gehweg eigentlich hätte geräumt sein müssen. 

Die Räumpflicht ist in Deutschland klar geregelt. Die Verkehrssicherungspflicht liegt laut Mieterschutzbund beim Eigentümer. Das wäre bei öffentlichen Wegen in der Regel die Gemeinde oder die Stadt. Diese übertragen die Räumpflicht aber meist auf die Anlieger und Hauseigentümer

Die Gemeine Aschau hat jedoch keine dahingehende Satzung, weswegen die Räumpflicht der Gemeinde obliegt, teilte uns ein Sprecher der Gemeinde auf Nachfrage mit. 

Räumpflicht in der Nacht? 

Sofern Gemeinde oder Stadt nichts anderes verlautbart haben, gilt die Streu- und Räumpflicht wochentags etwa zwischen 7.00 Uhr und 20.00, am Wochenende und an Feiertagen ab 9.00 Uhr – bei Bedarf auch mehrmals täglich.  Es gibt aber Ausnahmen von dieser Regelung. Gastwirte müssen beispielsweise während der Öffnungszeiten immer für freie Fußwege sorgen. Da der Unfall aber auf freiem Feld passierte und nicht im Bereich der Diskothek, hat der Gehweg, auf dem die junge Aschauerin nicht gehen wollte, in der Nacht um 3.45 Uhr nicht geräumt sein müssen.

Polizei sucht Zeugen

Die Polizei bittet Zeugen, die sich zum Unfallzeitpunkt in der Nähe aufgehalten haben, sich bei der Polizeiinspektion Prien am Chiemsee unter der Telefonnummer (08051) 90570 zu melden.

Quelle: rosenheim24.de

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