Runde auf dem Martin-Luther-Bankerl

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Aschau - Über Martin Luther gibt es viel Gesprächsstoff, der erzählt und ausgetauscht werden will. Die Kirchengemeinde lädt zur Bankerl-Runde ein:

Die evangelische Kirchengemeinde Aschau-Bernau beteiligt sich mit verschiedenen Veranstaltungen zu Martin Luther rund um das Jahr der Sitzbänke in Aschau mit einer eigenen Bank - Mit der Luther-Bank. Mit der Nr. 102 ist diese Bank gefestigt im Jahresmotto der Tourist Info Aschau i. Chiemgau und hat so ihren Standort direkt vor der evangelischen Kirche gefunden.

Beim letzten Luther-Bankerl-Treff ging es in der Diskussionsrunde um das Thema „Martin Luther und die Toleranz“. Bei diesem Thema kann von der evangelischen Kirche Kritik an Martin Luther nicht ausbleiben. Seine Äußerungen gegen andere Richtungen innerhalb der Reformation, seine Schriften „Wider die mörderischen Rotten der Bauern“, „Vom Kriege wider die Türken“ sind oft geprägt von derben Auslassungen bis hin zu massiven Drohungen gegen Leib und Seele der Gegner. Die dunkelsten Flecken Martin Luthers sind ohne Zweifel seine Schriften gegen die Juden: „Von den Juden und ihren Lügen“ und „Schem Hamphoras“. Es war ein leichtes für Nationalsozialisten, diese Schriften für ihre Zwecke der Judenverachtung und Judenvernichtung zu gebrauchen.

Auf die Frage, wie Martin Luther dazu kommt, solche Bösartigkeiten zu schreiben, gibt es nicht nur eine Antwort, aber seine Haltung hat sicherlich damit zu tun, dass er der festen Überzeugung war, mit seiner Schriftauslegung bewiesen zu haben, dass Jesus der Messias sei. Wenn nun Juden das nicht nachvollziehen konnten, seien sie zu bekämpfen.

Pfarrer Müller weist zwei Wege aus dieser dunklen Ecke Martin Luthers. Zum einen haben sich viele Kirchen, darunter auch die Evangelische-Luther-Kirche in Bayern von diesen Äußerungen Martin Luthers eindeutig distanziert, Zum anderen erzählt er von Rabbiner Albert Friedlander. Er sagt: „Ach, Martin, so kann ich’s nicht machen und will es nicht machen. Hier, im Dunkeln, will ich nicht Abschied nehmen. Wir müssen nach oben gehen, wo du mich wieder als einen des Volkes Gottes erkennen kannst. Wir müssen in deiner Bibliothek sitzen, so dass ich mich an deinen großen Bibelarbeiten ergötzen kann. Wir sind beide Kinder Abrahams und haben so viele Reichtümer als gemeinsames Erbtum in unser Leben hineingenommen, dass jeder Gedanke und jedes Wort eine Verbindung zwischen uns herstellt. Wir haben gemeinsam gelitten, auch in jüngster Zeit. Wir haben gemeinsame Hoffnungen für die Endzeit. Aber um eines muss ich dich bitten im Moment des Abschieds, weil ich weiß, dass dunkle und hoffnungslose Zeiten immer wieder kommen: Verschließ die Folterkammer! Lass sie nie wieder öffnen!“

Mit Martin Luther gegen Martin Luther für die Toleranz! Das kostenlose Faltblatt zum Bankerljahr ist in der Tourist Info Aschau i. Chiemgau, Tel. 08052/90490 oder www.aschau.de erhältlich.

Tourist Information Aschau i.Ch.

Quelle: rosenheim24.de

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