Auftakt mit Vollsperrung

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Bis zu 20 Meter weit muss der Hang unterhalb des "Moar z' Bruck" abgetragen werden, um Platz für den Kreisel zu schaffen.

Prien - Der Kreisverkehr an der Priener Ortseinfahrt aus Richtung Rimsting wird die unübersichtliche Kreuzung spürbar entlasten. Aber bis es so weit ist, müssen lange Umwege in Kauf genommen werden.

Die Bauarbeiten beginnen am 1. März mit einer Vollsperrung der Staatsstraße von und nach Atzing, die mindestens sechs Wochen dauern wird. Insgesamt sind fünf Monate Bauzeit angesetzt.

Von St. Salvator über Pinswang bis zum Gewerbegebiet Greimharting, von dort nach Rimsting und weiter nach Prien - so und auf dem umgekehrten Weg wird ab 1. März für sechs bis acht Wochen die offizielle Umleitung ausgeschildert. Quasi inoffiziell werden wohl viele Ortskundige in dieser Zeit die Baustelle über Kaltenbach umfahren, wo die nächste Brücke über die Prien führt. Auch der Gehweg entlang der Straße muss für voraussichtlich vier Wochen gesperrt werden. Fußwege zum "Schützenwirt" und zur Chiemseefischerei Stephan durch das Eichental werden eigens ausgeschildert. Beide Betriebe sind mit dem Auto aus Richtung Atzing auch während der Bauzeit anfahrbar.

Knapp eine Million Euro kostet es, den Verkehr auf der unfallträchtigen Kreuzung flüssiger zu machen, an der zwei Staats- und eine Gemeindestraße aufeinandertreffen. Besonders die Route Rimsting-Prien-Bernau von und zur Autobahn gilt als intensiv genutzte Trasse für Durchgangsverkehr. Etwa vier Fünftel der Kosten wird der Markt Prien über Zuschüsse zurückbekommen. Er baut den Kreisverkehr in der so genannten kommunalen Sonderbaulast selbst.

Während der Vollsperrung der Staatsstraße Prien-Frasdorf wird von der Baufirma Swietelsky aus Traunstein zunächst der Hang auf der Westseite der Kreuzung abgetragen. Bis zu 20 Meter weit werden sich die Bagger ins Erdreich vorarbeiten, um Platz für den Kreisel zu schaffen, erläuterte Christian Fellner, Leiter der Bautechnik im Rathaus, im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Befestigt wird der Rest des Hanges dann mit einer bis zu drei Meter hohen Mauer aus großen Granitsteinen in mehreren Farbtönen. Auf einer Länge von fast 100 Metern wird die Mauer von einer Staatsstraße zur anderen um die Kurve angelegt. Sie wird von der Mitte zu ihren Rändern immer niedriger.

Zeitgleich mit den Arbeiten am Hang wird ab der Kreuzung - der Verkehr von und nach Rimsting fließt im ersten Bauabschnitt weiter - der alte Fahrbahnbelag der Staatsstraße auf einer Länge von rund 70 Metern entfernt und ausgebaggert. Die Gemeinde nutzt die Gelegenheit, um auf diesem Abschnitt die Wasserhauptleitung zu erneuern, aus der das Gries versorgt wird. Der Ortsteil wird aber in dieser Zeit nicht auf dem Trockenen sitzen. Auch Telekom, Erdgas-Südbayern und andere müssen ihre Leitungen in diesem Bereich tiefer legen, können aber auch zusätzliche Stränge unterbringen.

Vom Hang aus werden sich die Bauarbeiter in den ersten Wochen so weit in Richtung Kreiselmitte vorarbeiten, wie es möglich ist, ohne die andere Hauptverkehrsader von und nach Rimsting zu beeinträchtigen. Also wird bis Ende April auch der erste Teil der großen Mittelinsel entstehen, die im Endausbau einen Durchmesser von 18,5 Metern haben wird. Die gesamte Anlage inklusive sieben Meter breiter Fahrbahn und kombiniertem Geh- und Radweg wird 37 Meter im Durchmesser aufweisen.

Eine kleinere Grünfläche, in der Form einem flachen Dreieck ähnlich, entsteht am südlichen Rand der neuen Fahrbahn, also in Richtung der Prien. Sie soll die Autos, die aus Pinswang bergab auf den Kreisel zufahren, dazu bewegen, zu bremsen.

Spätestens Ende April soll der erste Bauabschnitt vollendet und die Vollsperrung von und nach Atzing wieder aufgehoben werden. Dann wird aus der Staatsstraße Prien-Rimsting eine Einbahnstraße in Richtung Rimsting. Von dort wird offiziell über Greimharting und Pinswang umgeleitet. Wer aus Breitbrunn kommt und sich auskennt, wird wohl ab Aiterbach am Chiemsee entlang nach Prien-Westernach fahren. Der zweite Bauabschnitt wird voraussichtlich sechs Wochen in Anspruch nehmen. In der dritten Phase muss anschließend die Lujo-Brentano-Straße gesperrt werden. Das "Chiemsee-Center" bekommt eine provisorische Zufahrt direkt von der Staatsstraße auf sein Gelände.

Spätestens Ende Juli soll der Kreisverkehr komplett befahrbar sein. Auf die beiden Asphalt-Tragschichten muss dann im Herbst, wenn die Urlaubssaison vorbei ist, noch eine letzte Deckschicht aufgebracht werden.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

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