"Ausgaben so hoch wie noch nie"

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Prien - Eindrucksvolle Zahlen konnte einmal mehr die Wasserwacht Prien-Rimsting bei ihrer sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung im Pavillon des Prienavera vorlegen.

Vorsitzender Walter Poppe konnte neben vielen Mitgliedern auch Vertreter aus der Politik, von anderen Rettungsdiensten und der Chiemsee-Schifffahrt begrüßen.

Der Bericht fiel umfangreich aus: 69 aktive Mitglieder zähle der Verein. 5900 Einsatzstunden habe man im Jahr 2010 gezählt sowie 170 Einsatz- und Übungsfahrten der Motorbote. 49-mal sei Erste Hilfe geleistet worden. Zwölf Schiffe beziehungsweise Gegenstände habe die Wasserwacht geborgen. Des weiteren sei sie an fünf Vermisstensuchen und fünf Einsätzen der Schnellen Einsatzgruppe(SEG) beteiligt gewesen. 21 Personen habe man in Sicherheit gebracht und 31 Krankentransporte von den Inseln aufs Festland organisiert.

Hervorgehoben wurde ein Vorfall vom 11. Juli 2010: Beim Transport einer Person mit einem gebrochenen Zeh von der Fraueninsel in Richtung Festland ging der Alarm auf dem Wasserwachtboot los. Bootsführer Michael Posawec habe massiven Wassereinbruch festgestellt und das Boot absichtlich auf Grund laufen lassen. Zwei Besatzungsmitglieder seien mit dem Patienten ins flache Wasser gebracht worden, drei weitere Personen der Besatzung mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden. Die Wasserwacht Bernau habe den Patienten übernommen und das Wasser aus dem Boot gepumpt. Ursache für den Wassereinbruch seien Beschädigungen an Sonar und Tiefenmesser gewesen. "Das war eine Top-Leistung und wirklich geistesgegenwärtig gehandelt", lobte Poppe.

Kassier Thomas Scholz listete in seinem Bericht auf, dass Anschaffungen für die Taucher, wie der neue Kompressor, rund 20000 Euro verschlungen hätten. "Etwa 37000 Euro mussten wir in Reperaturen investieren", so Scholz. "Allein das neue Dach der Hütte hat mit 32000 Euro zu Buche geschlagen."

In der Summe bezifferte Scholz die Ausgaben im vergangenen Jahr auf fast 79000 Euro. "Die Ausgaben sind so hoch wie nie zuvor", bestätigte Poppe. "Durch Zuschüsse, Spenden und andere Einnahmen haben wir trotzdem ein Plus von rund 1000 Euro auf dem Konto", freute sich Scholz.

Der Vorsitzende informierte die Mitglieder über einige Neuerungen und Änderungen. "Es gibt ein neues Rettungsdienstgesetz, das nun auch für uns mit gängigen Tarifen gilt. Das heißt, wir werden mit unserem Boot wie ein Sanka behandelt und die Kosten werden besser gedeckt", erklärte Poppe.

Des weiteren merkte er an, dass es immer schwieriger werde, den Grat zwischen der ehrenamtlichen Tätigkeit und der Professionalisierung zu gehen. "Wir müssen einen Weg finden, mit dem alle zufrieden sind."

Kritische Worte gab es für die Leitstelle und die Jugendarbeit. "Die Leitstelle gibt oft einen Großalarm raus", kommentierte Poppe den Umstand, dass seiner Meinung nach seit Inbetriebnahme der neuen Leitstelle häufig zu viele Organisationen alarmiert würden. "Wir wünschen uns, dass die Alarmierung in Zukunft besser sortiert wird." Sonst würden die Mitglieder irgendwann anfangen, eine Alarmierung zu ignorieren.

"Die Jugend ist und bleibt unser Kapital", sagte Poppe mit Blivck auf die Nachwuchsförderung, bei der es zunächst offenbar nicht so gut lief. Dann habe man die Jugendlichen "auf Trab gebracht" und die Arbeit mit dem neuen Jugendleiter Simon Kleinhans sei "ganz hervorragend".

Die Jahresversammlung des Fördervereins der Wasserwacht wurde im Anschluss integriert. Dabei hob Poppe hervor, dass es 89 Mitglieder gebe und das Seefest 2010, die Haupteinnahmequelle, "sehr erfolgreich" gewesen sei.

Worte des Lobes fand Rimstings Bürgermeister Josef Mayer, der sich froh zeigte, "eine solche Truppe im Hintergrund zu haben, auf die man sich verlassen kann". Priens Sportreferent Alfred Schelhas lobte das ehrenamtliche Engagement. Walter Freitag, Zweiter Vorsitzender der Priener Feuerwehr, und Hans Herzinger als Leiter der Wasserschutzpolizei (WSP) Prien bedankten sich für die gute Zusammenarbeit.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © DPA

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