Erdgasbohrungen: Stand der Dinge

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Eggstätt - Das Genehmigungs-Verfahren für die geplanten Erdgasbohrungen am Langbürgner See ist nach wie vor ausgesetzt. Doch wie geht es jetzt weiter? Wir haben nachgefragt:

Seit Bekanntwerden der RAG-Pläne, nahe am Naturschutzgebiet Bohrungen weit unter den Chiemsee zu führen, um dort lagerndes Erdgas zu fördern, formierte sich der Protest der Anlieger und Naturschützer. Sie sehen in diesem Vorhaben eine massive Bedrohung der Umwelt und eine Gefährdung des Trinkwassers. Im November 2011 einigte sich dann die Firma RAG Austria und das Bergamt Bayern Süd auf eine Aussetzung des Genehmigungsverfahrens. Damals hieß es, dass nach alternativen Standorten gesucht wird. Das Gebiet, in der die geplanten Bohrungen durchgeführt werden sollten, gehört zu den ältesten Naturschutzgebieten in Bayern.

Über das Bohrprojekt wurden zwischen der Firma RAG Austria und der Bürgerinitiative weitere Gespräche anberaumt. Bei dem Treffen im Dezember präsentierte die RAG eine Handvoll anderer möglicher Bohrstellen in einiger Entfernung der ursprünglichen Stelle. Für die Vertreter der Bürgerinitiative war dies aber keine echte Alternativ. Der Einstiegsort, dort wo die Bohrtürme errichtet werden sollen, sei damit zwar verlagert und nicht weithin sichtbar, am Zielort aber habe sich damit nichts geändert.

Demonstration am Langbürgner See

Auf Anfrage unserer Redaktion meinte Gerhard Kolbeck, Vorsitzender der Bürgerinitiative, dass die Firma RAG Austria im April das Genehmigungsverfahren wieder beim Bergamt München eingeleitet habe. "Und dass, obwohl nach dem dritten Bürgerdialog immer noch viele Fragen offen sind," so Kolbeck. Das Bergamt hingegen hat von einer erneuten Einleitung des Verfahrens nichts mitbekommen. "Es gab keine entsprechende Signalisierung der Firma RAG," erklärte Heinrich Schuster, Pressesprecher vom Bergamt München. Aus den Kreisen der Firma RAG Austria war ebenfalls zu erfahren, dass das Genehmigungsverfahren nicht erneut in die Wege geleitet wurde.

"Wir wollen eine einvernehmliche Lösung mit den Menschen vor Ort", erklärte Henrik Mosser, Projektverantwortlicher der RAG, gegenüber den OVB-Heimatzeitungen.

Aus dem Archiv

ps/red

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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