Babysitter auf Abruf

Prien/Rimsting - Wer betreut das Baby, wenn Mama und Papa weg müssen? Diese Frage stellt sich vielen Eltern. Die Junge Union präsentiert nun einen Lösungsansatz:

Alleinerziehende Mütter, aber auch Mamas und Papas, die zusammenleben und zum Beispiel beide in die Arbeit gehen müssen, stehen immer wieder vor der gleichen Frage: Sie müssen weg - und wer betreut dann das Baby, das zuhause bleibt? In dem einen oder anderen Fall in Prien und Umgebung ist womöglich bald Hilfe in Sicht. Eine "Babysitterbörse" will die Junge Union (JU) in den nächsten Wochen aufbauen. Und wenn alles klappt, dann erhalten Mütter und Väter die Möglichkeit, einen Helfer ins Haus zu holen.

Die CSU-nahe Junge Union (JU) Prien-Rimsting sei, wie deren Vorsitzender Felix Dill im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung ausführte, "von verschiedener Seite" angesprochen worden. Alleinerziehende Mütter, aber auch andere hätten von einem "Notstand" vor allem in der Marktgemeinde Prien berichtet und erklärt, dass sie hier keine Babysitter bekämen.

Die Junge Union will nun ihre Hilfe anbieten. Ihre Idee: Zum einen lernen Jugendliche, von ihr finanziell unterstützt, in einem "Babysitterkurs" die nötigen Fähigkeiten, zum anderen erhalten die Mamas und Papas dann an einer von der JU im Internet eingerichteten "Börse" die Möglichkeit, die Dienste der jungen Helfer - gegen Bezahlung - bei Bedarf in Anspruch zu nehmen.

Zunächst einmal braucht die Junge Union Prien-Rimsting aber gut ein Dutzend Freiwillige, die gerne auf ein kleines Mädchen oder einen Buben aufpassen und sich den einen oder anderen Euro auf diese Art und Weise verdienen wollen. Einsteigen können Jugendliche - Mindestalter zwölf Jahre -, ebenso jedoch auch junge Erwachsene. Sie alle erhalten dann die Möglichkeit, sich in einem Kurs am Samstag, 11. Februar, von 10 bis 16 Uhr im Clubhaus des Tennisclubs Rimsting nahe der Strandanlage der Gemeinde im Umgang mit kleinen Kindern besonders zu qualifizieren. Nach erfolgreicher Teilnahme bekommen sie ein sogenanntes Babysitterdiplom als Auszeichnung.

Den Kurs leitet Diplom-Religionspädagogin und Familienbeauftragte Waltraud Jetz-Deser aus Tittmoning, die bereits solche Schulungen in der Region vorgenommen hat. Sie erläutert allgemein die Entwicklung von Kleinkindern und spricht über Verhaltensweisen, Reaktionen und anderes. Jetz-Deser zeigt das Wickeln, Tragen und Pflegen von Kleinkindern ebenso wie die Zubereitung von Essen. Außerdem erhalten die Teilnehmer Anleitungen für Lieder, Spiele und Bilderbücher, Tipps zur Kontaktaufnahme und zum Gespräch mit den Eltern des zu betreuenden Kindes sowie eine Einführung zur Vereinbarung von Terminen, Bezahlung, Versicherung und Vermittlung.

Anmeldung für Kurs bis 5. Februar möglich

Die Gesamtkosten des Kurses belaufen sich auf zirka 250 Euro, was - im Falle von 15 Interessenten - einen Unkostenbeitrag von ungefähr 17 Euro pro Teilnehmer bedeuten würde. "Unser Ziel ist es", so Dill, "die Kosten auf maximal fünf Euro pro Teilnehmer zu senken, damit auch sozial schwächer gestellten Jugendlichen die Teilnahme ermöglicht werden kann." Zu diesem Zweck sucht die Junge Union Spender, die sich an den Kosten für den Kurs beteiligen. Die Bankverbindung lautet: Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Kontonummer 20017885, BLZ 71150000, Stichwort "Babysitterkurs".

Wer an diesem Kurs teilnehmen möchte, der kann sich mit Name, Adresse und Telefonnummer anmelden per E-Mail an ju-prien-rimsting@web.de. Anmeldeschluss ist der 5. Februar. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist es ratsam, sich möglichst schnell zu entscheiden. Weitere Auskünfte erteilt Felix Dill unter Telefon 08051/61635.

Im Anschluss an den Kurs ist geplant, die Kontaktdaten der Teilnehmer auf einer Liste zu sammeln, die dann als Grundlage für eine "Babysitterbörse" im Internet dient. Sie kann in der Folge ergänzt werden. Die Junge Union will laut Dill besonders darauf achten, dass die Bestimmungen des Datenschutzes eingehalten werden und dass mit den Angaben der Jugendlichen "kein Schindluder" getrieben wird. In Absprache mit Jetz-Deser wolle die JU das weitere Vorgehen festlegen.

Dill kann sich vorstellen, dass sich die Mutter oder der Vater, der einen Babysitter braucht, im Internet persönlich mit Name und Adresse anmeldet und über ein Password Zugang zu den Kontaktdaten erhält. Der Interessent bekomme auf diese Weise dann die Möglichkeit, sich an einen Babysitter zu wenden. Und wenn er den Helfer dann ins Haus bestelle, müsse er mit ihm alles weiter aushandeln und insbesondere auch die Bezahlung aushandeln.

Chiemgau Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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