Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Neues Gesicht für das Zentrum

„Bürgerwerkstatt“ erarbeitet Vorschläge für Bad Endorfs Ortsmitte

Die erste „Bürgerwerkstatt“ in der Mehrzweckhalle fand einen regen Anklage bei den Bad Endorfern.
+
Die erste „Bürgerwerkstatt“ in der Mehrzweckhalle fand einen regen Anklage bei den Bad Endorfern.

Wie soll die Ortmitte von Bad Endorf in Zukunft aussehen? Die Bürger der Gemeinde haben in der ersten „Bürgerwerkstatt“ ihre Ideen eingebracht.

Bad Endorf – „Gestalten Sie die Zukunft Ihrer Ortsmitte!“ Unter diesem Motto hatte Bürgermeister Alois Loferer zum ersten Mal in seiner Amtszeit die Bad Endorfer zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Unter Federführung des Architektur- und Stadtplanungsbüros Schirmer aus Würzburg sollten die Bürger aktiv in den Planungsprozess eingebunden werden und ihre Vorstellungen zur Gestaltung von Gebäuden und Freiflächen im „Sanierungsgebiet Ortsmitte“ entwickeln dürfen. Coronabedingt war die Teilnehmerzahl limitiert und eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Eine Chance für das Zentrum

Bürgermeister Loferer betonte in seiner Ansprache die Chancen, die sich nun böten, die „gute Stube“ Bad Endorfs entlang der Bahnhofstraße, aber auch das Gebiet Richtung Traunsteiner Straße im Sinne der Bürger zu gestalten. Bad Endorf habe eine hohe Dichte an Einzelhandel und Gastronomie. Dies gelte es unbedingt zu erhalten und weiter zu fördern. Demgegenüber stünde der Verkehr, der „gezähmt und gezügelt“ werden müsse, als größtes Problem der Marktgemeinde. In der Ortsmitte laufen vier Staatsstraßen aus Richtung Prien, Traunstein, Wasserburg und Rosenheim zusammen, Staus sind an der Tagesordnung.

Lesen Sie auch: Bürgermeister Alois Loferer: Darum ist die Bürgerwerkstatt für die Zukunft von Bad Endorf wichtig

Wegen des geplanten Verkehrskreisels am Kirchplatz, der Entlastung bringen soll, sei man in engem Kontakt mit den zuständigen Behörden und versuche „jeden Tag, die Mauer ein kleines Stück weiter einzureißen“, so Loferer: „Endorf war noch nie so nah dran, die Bagger rollen zu sehen.“

Bürger sollen Ortsbild mitgestalten

An diesem Abend durften die Bürger, losgelöst von finanziellen Einschränkungen, ein wenig träumen und in den drei Arbeitsgruppen „Ortsbild“, „Gebäudegestaltung“ und „Freiflächen“ ihre Vorstellungen von einem zukünftigen Ortskern einbringen. Vorher jedoch wurden die Anwesenden von Alexandra Franzke, Projektleiterin von Schirmer Architekten, durch eine umfassende Präsentation auf die „Bürgerwerkstatt“ eingestimmt. Eigentümer im Sanierungsgebiet können künftig finanzielle Förderung für die Sanierung von Gebäuden und Freiflächen erhalten. Die geltenden Rahmenbedingungen wurden von Franzke vorgestellt.

Ein Blick in die Vergangenheit

Der zweite Teil der Präsentation enthielt umfangreiches Bildmaterial zur historischen Entwicklung des Ortes vom ehemaligen landwirtschaftlichen Dorf zur heutigen Marktgemeinde. Die einstige Pracht alter Gebäude konnte dabei ebenso bewundert werden wie viele positive aktuelle Gestaltungsbeispiele.

Lesen Sie auch: Ergänzung zum Sanierungsgebiet in „Ortsmitte“ Bad Endorf

Die Analyse zeigte jedoch im Gegenzug auch eine große Bandbreite an Gebäudeformen, Dachlandschaften, Gauben, Anbauten und Fassadengestaltung, die sich nicht immer harmonisch in das Ortsbild einfügen. Auch die zunehmende Versiegelung von Freiflächen mit unterschiedlichen Bodenbelägen und Beispiele für wenig einladende Grundstückseinfriedungen wurden im Vortrag angesprochen. Ein weiteres Thema war die Gestaltung von Schaufenstern und Werbeanlagen der Einzelhändler.

Kleine Arbeitsgruppen geben Ideen

Ausgestattet mit dem neuen Blickwinkel der Planer legten die Arbeitsgruppen etwa eine Stunde später ihre Ergebnisse vor: Die Vorschläge zum „Ortsbild“ sehen dabei unter anderem Parkplätze außerhalb der Bahnhofstraße vor, um diesen Bereich auch vom „ruhenden Verkehr“ zu entlasten. Außerdem wünscht man sich ein Ende des „Werbe-Wettrüstens“, eine Begrünung von Gabionenwänden und eine Umleitung des Radverkehrs über Nebenstraßen. Für den Garten hinter dem Haus des Gastes wird ein Jugendtreff vorgeschlagen.

Lesen Sie auch: Bad Endorf will neuen Vorstoß in Sachen Verkehr beim Ministerium unternehmen

Bei der „Gebäudegestaltung“ soll es eine Mischung aus modern und traditionell sein. Durch große Gauben sollen Dachausbauten ermöglicht werden. Kunsthandwerk an Fassaden, Fenstern und Türen wird ebenso begrüßt wie dezente Farben und ökologische Anstriche.

Der „Sanierungsbreich Ortsmitte“ umfasst eine Fläche von rund 31 Hektar

Spielbereiche sollen aufgewertet werden

Die Arbeitsgruppe „Garten und Freiflächen“ bemängelt, dass die zunehmende Verdichtung und Versiegelung zum Schwund von Gärten in der Ortsmitte führt. Öffentliche Freiflächen sollen durch Sitzgelegenheiten und Spielbereiche für Kinder aufgewertet werden. Auch diese Gruppe schlägt vor, Parkplätze eher an zentraler Stelle zu schaffen und damit parkende Autos aus dem Ortskern zu verbannen.

Bürgermeister Loferer bedankte sich bei allen Anwesenden für die konstruktiven Ideen, die nun vom Planungsbüro Schirmer aufgenommen und in die Gestaltungsplanung mit eingearbeitet werden.

„Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept“

Das „Gestaltungshandbuch Ortsmitte“ resultiert aus dem „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept“ (ISEK) Bad Endorfs. Die Ziele sind vonseiten des bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr sowie durch einen Plan der Gemeinde Bad Endorf von 2019 definiert. Das Ortszentrum soll als räumliche und soziale Mitte der Marktgemeinde qualifiziert und als Einzelhandelsstandort gestärkt werden. Ein weiteres Ziel ist es, den öffentlichen Raum aufzuwerten.

Ebenfalls will man die historische Bebauung sichern, ortsbildprägende Gebäude bewahren und eine durchgängige Gestaltung des zentralen öffentlichen Raumes mit seinen Randbereichen erreichen. Neben Sanierungsarbeiten der Gemeinde gibt es auch Fördergelder für Anrainer.

Kommentare