Welcher Schulstandort in Bad Endorf ist der bessere?

Bürgerentscheide zum Schulstandort: Ergebnis steht fest

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Bürgermeisterin Doris Laban im Gespräch mit Bürgerinitiative-Sprecher Robert Staber. 
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Bad Endorf - Am 21. Juli werden beim Bürgerentscheid zum Thema Schulstandort die Weichen für die Zukunft der Bad Endorfer Schüler gestellt. Seit der Bürgerwerkstatt kursierten Pro- und Contra-Argumente sowohl von Seiten der Gemeinde als auch von Seiten der Bürgerinitiative "Grundschule und Hort in der Bad Endorfer Ortsmitte".

Update, 20.22 Uhr: Ergebnis liegt vor

Das Ergebnis liegt vor. Das Ratsbegehren hat sich gegen das Bürgerbegehren durchgesetzt. Die künftige Grundschule wird in Bad Endorf am Ortsrand entstehen.  

Beim der Frage des Bürgerbegehrens, ob die Bürger dafür seien, dass die Marktgemeinde alle Möglichkeiten ergreifen soll, die Grundschule mit Hort künftig in der Ortsmitte mit maximal 150 Meter vom heutigen Rathaus entfernt, zu halten, stimmten 37,4 Prozent mit Ja und 62,6 Prozent mit Nein. Somit wurde das Quorum nicht erfüllt. 

Bei der Frage des Ratsbegehrens, ob die Bürger dafür seien, die Grundschule mit Hort neben der Mittelschule und dem bestehenden Sportzentrum zu errichten stimmten 68,4 Prozent mit Ja und 31,6 Prozent mit Nein. Das Quorum wurde deutlich angenommen.  

Gemeinde-Geschäftsleitung Martin Mühlnickel erklärt zum Ergebnis: "Nachdem sehr viele Bürger für Nein bereits gestimmt haben hat sich das Ratsbegehren durchgesetzt. Für diese Entscheidung war die Stichfrage deshalb nicht zwingend notwendig. Die Vielzahl an Nein-Stimmen bei der Stichfrage aber zeugt bereits von einer deutlichen Einstellung der Bürger zu dem Bürgerentscheid." 

Bei der Stichfrage stimmten 65,5 Prozent für den Standort an der Mittelschule und nur 34,5 Prozent für den Standort in der Ortsmitte.

Von insgesamt 6538 wahlberechtigten Endorfern gaben 2976 ihre Stimme ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,5 Prozent

Auf der Homepage der Marktgemeinde Bad Endorf sind das Endergebnis mit allen Zahlen der Bürgerentscheide am 21. Juli 2019 festgehalten. 

Update, 19.45 Uhr: Erste Tendenzen

Von den insgesamt fünf Wahlbezirken sind inzwischen drei ausgezählt. Die Ergebnisse aller fünf Bezirke und das Endergebnis werden gegen 20 Uhr vorliegen. 

Eine erste Tendenz von Seiten der Bürgermeisterin Doris Laban geht in Richtung Ratsbegehren. Sie schätzt das Endergebnis auf 60:40 für das Ratsgebehren der Gemeinde

Auch Robert Staber von der Bürgerinitiative erklärt, er habe eher ein "schlechtes Gefühl", dass sich das Bürgerbegehren und somit die Intuition der Initiative, die Grundschule in der Ortsmitte zu halten, durchsetzen werde. 

Update, 18.44 Uhr: Ergebnisse nicht vor 19.30 Uhr

Bis das Ergebnis der Bürgerentscheide aus Bürger- und Ratsbegehren feststeht, wird es noch dauern. Nach Einschätzung der Wahlhelfer dauere die Auszählung der Stimmen aus den vier Briefwahlbezirken und ein Rathaus-Bezirk bis etwa 19.30 Uhr. Bis das endgültige Ergebnis feststeht, könne es 20 Uhr werden. 

Update, 18.07 Uhr: Wahllokal geschlossen 

Das Wahllokal im Bad Endorfer Rathaus ist seit 18 Uhr nun in der Grundschule geschlossen. Ersten Schätzungen der Wahlhelfer zufolge war die Wahlbeteiligung in der rund 8.500-Seelen-Gemeinde Bad Endorf nicht schlecht. Näheres könne man jedoch erst nach der Auszählung sagen. Mit einem ersten Ergebnis aus den einzelnen Wahlbezirken wird ab 18.30 Uhr gerechnet. 

Bürgerentscheid in Bad Endorf. 

Vorbericht: Bürgerentscheide in Bad Endorf

Bei der Bürgerwerkstatt im Juni 2019 entwickelte sich eine lebhafte Diskussion um den Standort der Grund- und Mittelschule, an dem die Kinder künftig lernen sollen - allerdings nicht mit den Bürgern, sondern vielmehr im Argumenten-Austausch zwischen der Gemeindeverwaltung um Bürgermeisterin Doris Laban und Robert Staber, Sprecher der Bürgerinitiative

Ortsrand vs. Ortsmitte: Die Argumente im Direktvergleich

Die Gemeinde verfolgt eine Planung am Ortsrand an der bestehenden Mittelschule in der Hans-Kögel-Straße. Die Unterstützer der Initiative hingegen befürchten weitreichende Nachteile für Eltern und Schüler und setzen sich dafür ein, dass die Schulkinder innerorts bleiben können.

Die Gemeinde hat über das Planungsbüro Strasser einen Entwurf des Neubaus der Grundschule am Ortsrand erstellen lassen. Die Realisierung eines Schulneubaus in der Ortsmitte am jetzigen Standort käme für die Gemeinde nicht in Frage - zumal das Grundstück dann zum Beispiel nicht mehr zur Erschaffung von Wohnraum genutzt werden könne. 

Robert Staber, Sprecher der Bürgerinitiative, kontert mit einer eigenen Planung, die den Neubau in der Ortsmitte möglich mache. Diese sei freilich laut Staber "nicht so professionell ausgearbeitet wie die des Büros der Gemeinde". Man habe lediglich "ein Konzept vorgestellt, keine fertige Planung", da eine solche mehrere tausend Euro kosten würde. Jenes Konzept ist auf der Internetseite der Initiative ausführlich dargelegt. 

Die Gemeindeverwaltung und die Mitarbeiter des Planungsbüros sehen das Konzept der Bürgerinitiative jedoch als "nicht realisierbar" an und hat eine eigene Stellungnahme auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht

Unter anderem sei nach Ansicht der Gemeinde die Aussage der Bürgerinitiative, das Grundstück der jetzigen Grundschule sei auch für ein deutlich größeres Schulgebäude ausreichend groß und dieses Grundstück sei bei den Planungen der Gemeinde nicht berücksichtigt worden, falsch. Die Gemeinde Bad Endorf habe die innerörtlichen Grundstücke im Ort untersuchen lassen und die Ergebnisse in einer Machbarkeitsstudie festgehalten

Gefahr für die Kinder durch Verkehr? 

Einen Knackpunkt in der gesamten Debatte stellen sicherlich die Verkehrssituation und damit verbundene Gefahren dar. Das Planungsbüro warnt im Namen der Gemeinde: "Das bestehende und in seinem Gefahrenpotential auch nicht zu unterschätzende tägliche Verkehrschaos mit den Bussen und dem Elternverkehr in der Schulstraße bleibt erhalten. Ebenso der Bustransfer zum Sportunterricht in der Turnhalle an der Landinger Straße - verbunden mit dem Unterrichts-Zeitverlust." 

Staber hingegen entgegnet, es gebe kein Verkehrschaos an der Schule - sehr wohl aber am Ortsrand. Generell gehe der Trend dahin, den unmittelbaren Bereich vor Schulen für Eltern-Taxis zu sperren. Ein Bustransfer sei beim Konzept der Initiative nicht erforderlich.

Derweil befasst sich Gemeindegeschäftsleiter Martin Mühlnickel mit dem Thema "Schulwegplanung und Verbesserung der Sicherheit". Es soll sich einiges ändern in Bad Endorf - auch in Bezug auf die künftige Ortsentwicklung.

mb

Quelle: rosenheim24.de

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