Heizwerk eingeweiht: Wärme für 29 Wohnungen

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Bad Endorf - Zahlreiche Wohnungen und Arztpraxen werden seit Februar von der Bürgerenergie Bad Endorf mit Wärme versorgt. Nun wurde die Heizungsanlage eingeweiht.

Seit Anfang Februar versorgt die Bürgerenergie Bad Endorf (BEBE) mit ihrem kleinen Heizkraftwerk am Sophienhof/Ärztehaus 29 Wohneinheiten, 15 Arztpraxen den Biomarkt und die Apotheke mit Wärme. In einer kleinen Feier wurde jetzt die zunächst in zwei Containern untergebrachte Heizungsanlage im Beisein zahlreicher Ehrengäste eingeweiht. Unter den Ehrengästen war als Festredner der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, eingeladen.

In seiner Rede bezeichnete Aiwanger den Schritt der Bad Endorfer als wegweisend. Während durch die herkömmliche Energie pro Bürger 1000 Euro ins Ausland gingen, sehe man hier wie viel Potenzial dahinter. Dieses Geld könne durch die Nutzung nachwachsender Energie wie Holz in der Region bleiben. „Es gibt in Bayern und in der Region genug Holz, das energetisch genutzt werden kann“, so Aiwanger. Es könne nicht sein, dass man warte, bis der Baum dürr ist. Die Frage müsse sein: Ist der Baum entbehrlich für den Rest des Waldes oder sei es nicht sinnvoll, mit mehr Licht im Wald den Bestand zu verbessern?

"Warum dieses Geld nicht in die eigene Energieversorgung stecken?", fragte Aiwanger. Aus dem gleichen Grund wandte sich Aiwanger auch gegen die angedachten großen Energietrassen aus Norddeutschland. Deutlich besser sei es, auf regionale Energiequellen zu setzen und diese besser zu nutzen, statt den hinter den großen Trassen stehenden Konzernen und Investmentfonds das Geld in den Rachen zu schmeißen. „Nahwärme aus regenerativen Quellen“, dies war in Bad Endorf ein lange gehegter Wunsch, der besorgten Bürgern im Kopf umging.

Anlass war das Jahr 2004, als kritische Schadstoffbelastungen in Bad Endorf festgestellt wurden. Als Ursache wurden viele Einzelbrennstellen ausgemacht. Viele Bürger waren aufgrund der Kostenexplosion bei Heizöl wieder auf Holzöfen umgestiegen. Vonseiten der Gemeinde wurde unter dem Stichwort „Ökologie und Umwelt“ ein Konzept für ein Biomasse-Heizwerk östlich der Bahn angeregt. Die Nahwärmeversorgung durch Biomasse wurde dann 2006 auch in das „Leitbild 2015“ aufgenommen. Mit viel Idealismus und Engagement gingen dann die Bürger ans Werk. Ingenieurbüros wurden beauftragt. Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts zur Finanzierung der Analysen, der Datenerhebung und einer Machbarkeitsstudie wurde gegründet.

2010 wurde die heutige BEBE Gmbh & Co. KG gegründet, mit der Idee, vielen Endorfer Bürgern eine Beteiligung an ihrer Nahwärmeversorgung zu ermöglichen. Geplant wurde eine Versorgung von Sophienhof/Ärztehaus und weiteren sechs Kunden im Bereich Blumenanger und Blumenweg. Ende 2013 wurden die ersten Nahwärmeleitungen auf dem Anwesen Drösel verlegt. Was fehlte war einen Antwort der Gemeinde zur Gestattung. Die Gemeinde sollte die Genehmigung erteilen, dass die Nahwärmeleitungen in der Straße verlegt werden dürfen. Diese Genehmigung liege, so Ulrich Rosinger, Geschäftsführer der BEBE, bis heute - also fast zwei Jahre nach dem Antrag - immer noch nicht vor.

Im Dezember 2014 kam dann das Heizwerk. Die Container wurden aufgestellt und angeschlossen. Über 40 Meter Leitungen wurden alleine im Haus verlegt und so der bestehende Heizkessel ersetzt. Am 2. Februar war es dann soweit. Nach dem Probe- und Testbetrieb wurden die alten Öl-Kessel abgeschaltet und komplett auf Nahwärme aus Biomasse umgestellt. Insgesamt wurden schon mehr als 50 Megawatt Wärme geliefert. Sobald die Gestattung der Gemeinde für das Gebiet rund um das Heizwerk 1 vorliegt, können, so Rosinger, „wir auch unsere weiteren Kunden in der Nachbarschaft mit Nahwärme aus Biomasse beliefern“.

In der vergangenen Woche seien endlich konkrete Verhandlungen mit der Bürgermeisterin Doris Laban geführt worden. „Wenn die Gemeinde will, werden wir kurzfristig eine Einigung erreichen können und wir können dann noch dieses Jahr weitere Kunden mit Wärme versorgen“, so Rosinger.

Einweihung Heizwerk Bad Endorf

jre

Quelle: rosenheim24.de

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