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Tourist-Info-Leiter im Interview

Multi-Millionen-Geschäft: Warum der Tourismus für Bad Endorf so wichtig ist

Tourist-Info-Leiter Peter Helfmeyer
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Tourist-Info-Leiter Peter Helfmeyer

Gerade ist die Tourist-Information Bad Endorf vom Deutschen Tourismusverband als zertifizierte Tourist Info für die nächsten Jahre rezertifiziert worden. Peter Helfmeyer, Leiter der Tourist Info Bad Endorf, spricht im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen über die Herausforderungen und Chancen der Tourismusbranche.

Zwei Jahre Pandemie und nun eine Inflation. Wie geht es der Tourismusbranche in Bad Endorf?

Peter Helfmeyer: Für Bad Endorf ist das Jahr 2022 touristisch ein noch durch die Ausläufer der Pandemie beeinflusstes Jahr. Im Vergleich zum zweiten Pandemiejahr 2021 gab es dieses Jahr bei den Übernachtungen einen deutlichen Zuwachs von über 30 Prozent. Die Reisebeschränkungen bis Frühjahr 2022 haben die heimische Tourismuswirtschaft und die Chiemgau Thermen hart getroffen. Erfreulicherweise konnte die Simssee Klinik als Fachkrankenhaus den eigenen Klinikbetrieb relativ konstant aufrechterhalten. Für 2023 bleibt zu hoffen, dass die pandemiebedingten Einschränkungen der Vergangenheit angehören werden und wir wieder, wie 2019, über 300.000 Übernachtungen in Bad Endorf zählen können. Die neue Herausforderung, auf die wir uns einstellen müssen, sind die sehr stark steigenden Energiepreise, der Fachkräftemangel und die Auswirkungen des Ukraine-Krieges mit den verbundenen Flüchtlingswellen und die Inflation.

Welche touristischen Schwerpunkte setzt die Marktgemeinde?

Helfmeyer: Bad Endorf ist Mitglied eines der 47 hochprädikatisierten Heilbäder in Bayern und wird zu Jahresanfang 2023 der Gastgeber der Frühjahrstagung vom Bayerischen Heilbäderverband mit Fachvertretern aus Wissenschaft und Praxis sein. In der Gesundheitsbranche wird diskutiert, dass der Gesundheitstourismus der Megatrend der nächsten zehn Jahre sein wird. Auch werden weiterhin Zuwächse im Inlandstourismus erwartet, allerdings aufgrund der Kaufkraftentwicklung mit kürzeren Aufenthaltstagen. Und schließlich hat Bad Endorf mit seinen herrlich gelegenen Chiemgau Thermen und der Lage zwischen Simssee und der Chiemgauer Seenplatte eine hervorragende Ausgangssituation für einen sanften und nachhaltigen Tourismus.

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Als Tourist Information werben Sie im In- und Ausland für Bad Endorf als Destination. Sie sind aber auch für die Menschen vor Ort ein Ansprechpartner ...

Helfmeyer: Unser Kulturprogramm über Theater, Kabarett, Kleinkunstbühnen, Konzerte, Kino oder gar große Feste und Festivals ist für uns Einheimische und alle Gäste sehr vielfältig und interessant. In der Tourist Info bekommt man dazu den entsprechenden Ticketservice. Wichtig ist auch, dass wir im Jahr über 1000 Bad Endorfer Gewerbegutscheine im Wert von 25 bis 50 Euro verkaufen oder in gleicher Größenordnung Kombiangebote mit Chiemgau Thermen, Kampenwandbahn und Chiemsee Schifffahrt. Somit sind wir natürlich auch Servicestelle für unsere Einheimischen und waren gerade bei schwierigen Phasen der Pandemie oder den ersten lokalen Herausforderungen des Ukraine- Krieges für unsere Bürgerschaft eine Informations-Drehscheibe. Wichtig ist uns auch die Vernetzung zu unseren Ortsvereinen und dem Gewerbeverein und ebenso unser Ferienprogramm. Glückliche Kinderaugen sind dann der schönste Lohn für die Arbeit rund um das Ferienprogramm.

„Tourismus ist eine Querschnittbranche“

Welche Wertschöpfungsketten werden durch den Tourismus in Bad Endorf gefördert?

Helfmeyer: Besonders der Tourismus als Querschnittsbranche spielt mit seiner Infrastruktur, seinen Leistungsträgern, Gastronomie- und Hotellerie-Angeboten sowie seinen Kommunikationsmöglichkeiten eine wichtige Rolle bei der Gestaltung eines nachhaltigen Lebens- und Erlebnisraumes für Einheimische und Gäste. Die Tagesausgaben von Touristen liegen in Bad Endorf durchschnittlich bei 60 Euro. Damit liegt der Bruttoumsatz von Bad Endorf im Bereich der touristischen Wertschöpfung im Jahr bei rechnerisch fast 30 Millionen Euro. Deshalb profitiert die gesamte regionale Wertschöpfungskette vom Tourismus über die Dienstleistungen, Warenlieferungen, Handel, Handwerk und Baugewerbe.

Was hat sich in den vergangenen zwei Jahren in Sachen öffentlicher Nahverkehr getan und warum ist es für die Branche so wichtig, in diesem Bereich gut aufgestellt zu sein?

Helfmeyer: Neben der Zuganbindung ist auch der Busbahnhof in Bad Endorf ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Region. Unsere Gäste fahren mit unserer Kur- und Gästekarte mit allen Linien vom Regionalverkehr Oberbayern in ganz Oberbayern kostenlos und das jeden Tag ihres Aufenthaltes. Ergänzend dazu haben wir uns in Bad Endorf dem neuen ÖPNV-Angebot „Rosi“ angeschlossen. Seit Mai dieses Jahres sind als On-Demand-Service Busfahrten auf Abruf möglich. Dieses neue Angebot ist für Einheimische als auch für unsere Gäste individuell, preisgünstig und flexibel. Gleichzeitig werden wir den Betrieb von unserem Ortsbus zum Jahresende einstellen.

Welche Veranstaltungen und Schwerpunkte setzen Sie für das kommende Jahr?

Helfmeyer: Dem diesjährigen Gautrachtenfest im Jahr 2023 mit einer ähnlich großen, langen, farbenprächtigen, traditionellen und harmonischen Veranstaltung gleichzukommen ist nicht möglich. Das, was unser Trachtenverein GTEV Edelweiß und der gesamte Ort dieses Jahr in der kurzen Vorbereitungszeit geschafft haben, das war einmalig. Aber wir freuen uns, dass nach fast drei Jahren Pause am Pfingstmontag wieder unsere Theatergesellschaft Bad Endorf ein traditionelles religiöses Stück aufführt – Irmengard vom Chiemsee. Unsere Marktsonntage werden nächstes Jahr etwas Besonderes sein, da wir 2023 unser Jubiläum – 50 Jahre Markterhebung Bad Endorf – feiern dürfen. Das Dorffest am 1. Juli und das Immling Festival sind auch wieder gesellschaftliche und kulturelle Höhepunkte. Und unser Trachtenverein D`Bachecker Hirnsberg/Pietzing feiert nächstes Jahr im August mit Festzelt und Festprogramm sein 100-jähriges Bestehen. Und ein großes geschichtliche Ereignis steht bereits 2024 an, dann haben wir unser 1100. Jubiläum mit der ersten urkundlichen Erwähnung 924.

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