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Kette versperrt den Weg

Bad Endorfer Familie sperrt Rad- und Wanderweg: Gemeinderäte stellen Antrag auf rechtliche Prüfung

So sieht ein Lösungsansatz aus. Der Radweg würde zu größten Teilen versetzt auf dem Grundstück der Laubers verlaufen. Klinger
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So sieht ein Lösungsansatz aus. Der Radweg würde zu größten Teilen versetzt auf dem Grundstück der Laubers verlaufen.
  • VonKatharina Koppetsch
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Radfahrer, die am Küchenfenster vorbeisausen und ihren Müll liegen lassen – so beschreibt Brigitte Ganserer die Zustände vor ihrer Haustür in Bergham. Sie hatte genug und sperrte am 22. August kurzerhand den Rad- und Wanderweg zum Simssee, der über ihr Grundstück verläuft, ab.

Bad Endorf – Ein Tor und eine Kette blockieren nun den Weg. Zusätzlich hängen zwei gelbe Warnschilder „Privatgrundstück. Betreten verboten!“ am Straßenrand.

Radikaler Schritt im August aus Angst

„Als wir 2018 in das Haus eingezogen sind, war der Verkehr noch erträglich“, erinnert sich Brigitte Ganserer. „Es sind immer mehr Menschen geworden. Sie lassen ihre Hunde frei über unser Grundstück laufen. Wir mussten sogar unsere Mülltonne verstecken, weil sie von den Leuten benutzt wurde.“ Zusätzlich sei die Angst da, dass etwas passieren könnte. „Wir haben ein kleines Kind“, sagt Ganserer.

Deswegen im August der radikale Schritt der Schließung des Weges.

Die Familie Lauber, der das angrenzende Grundstück gehört, versteht, dass die Familie Ganserer unter dem zunehmenden Radverkehr leidet. „Die Radfahrer fahren mit einer enormen Geschwindigkeit am Haus der Ganserer vorbei“, bestätigt Wolfgang Lauber Senior.

Doch der Wander- und Radweg, der an der Haustür, der Ganserer verläuft, sei wichtig. Der Weg sei in den 60er Jahren gemeinsam von den Anliegern gefräst worden, damit die Kinder zur Schule fahren konnten. „Es ist wichtig, dass der Radweg erhalten bleibt. Er ist auf jeder Wander- und Radfahrkarte eingezeichnet“, sagt Wolfgang Lauber Junior.

Radlweg spielt Rolle im überörtlichen Verkehr

„Der gewohnte Wander- und Radweg spielt durchaus eine Rolle im überörtlichen Verkehr“, erklärt Bürgermeister Alois Loferer. Es sei einer der schönsten Wanderwege durchs Simsseemoos und führe zum Aussichtspunkt in der Nähe von Krottenmühl Richtung Thalkirchen. „Er ist eine Zuwegung an die Radwege und Straßensysteme rund um den Simssee und spielt eine große Rolle für alle, die mit dem Radl Richtung Rosenheim unterwegs sind.“

Brigitte Ganserer hingegen verweist auf den Alternativweg.

„Wir wollen keinen daran hindern an den Simssee zu fahren. Aber es gibt auch eine Alternative. Die kostet eben ein wenig mehr Zeit.“ Doch ganz so leicht, ist es mit der Alternative nicht. Die Umleitung führt einen steilen Berg hinauf, durch einen Wald. „Je weniger Steigung und Gefälle ein Radweg hat, desto besser wird er angenommen“, so Loferer.

Es gibt eine Alternative

Deswegen gab es den Versuch, vor einer kompletten Schließung, eine Lösung zu finden. „Es gab einen Ortstermin mit der Familie Ganserer, unserer Familie und Vertretern der Gemeinde“, erklärt Wolfgang Lauber Junior. „Eine alternative Wegführung würde zu circa zweidrittel auf unserem Grundstück verlaufen. Nur wo bereits eh schon geteert ist, würde ein kurzer Teil des Weges auf dem Grundstück der Familie Ganserer verlaufen.“ Doch auf diesen Lösungsansatz ließ sich die Familie Ganserer nicht ein.

Nun leiden beide Anlieger unter den Auswirkungen der Sperrung

. „Wenn die Menschen die Sperrung sehen, dann ärgern sie sich zum Teil und beschimpfen uns. Manche klettern auch über den Zaun. Das ist Hausfriedensbruch“, sagt Ganserer.

Ganz ähnlich geht es Wolfgang Lauber. „Die Menschen laufen einfach über unser Grundstück. Ich konfrontiere die Leute dann – manche sind einsichtig. Ich wurde aber bereits mehrfach als Arschloch bezeichnet.“

Nun sind die Marktgemeinderäte aktiv geworden. „Es liegt ein Antrag des kompletten Marktgemeinderats vor, das Ganze noch mal juristisch durchleuchten zu lassen“, bestätigt Loferer. Der Antrag muss noch in einer kommenden Marktgemeinderatssitzung verabschiedet werden.

Verwaltung hofft auf Lösung

Die Verwaltung ist, wie die Familie Lauber, nach wie vor an einer Lösung mit der Familie Ganserer interessiert. „Die Gemeinde ist bereit, alle Belange anzuhören. Das ist gar nicht das Thema“, sagt Loferer. „Es ist ja nicht von der Hand zu weißen, dass die einbiegenden Radler eine Gefahr darstellen.“ Schon beim Ortstermin habe die Verwaltung verschiedene Möglichkeiten einer Verbesserung skizziert. „Da gebe es mit Sicherheit eine Lösung. Wir brauchen nur das Signal, dass wir noch mal darüber nachdenken dürfen“, sagt Bürgermeister Loferer.

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