Februar-Sitzung des Marktgemeinderats in Bad Endorf

"Die Kraft des Wassers" richtig genutzt?

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Bad Endorf – In der Februar-Sitzung beschäftigte sich der Marktgemeinderat gleich mehrfach mit dem flüssigen Gut. Die Zukunft des Moorbads und dessen Alternativen standen zur Diskussion:

In den vergangenen Jahren erwirtschaftete das Bad Endorfer Moorbad im Herzen der Gemeinde durchgängig Defizite. Waren es in den vergangenen zwei Jahren noch rund 15.000 Euro pro Jahr im Durchschnitt, schluckte die Badegelegenheit vorher teilweise sogar rund 50.000 Euro. Eine marode Auskleidung des Schwimmbereichs führte vermehrt dazu, dass im Laufenden Betrieb Frischwasser nachgepumpt werden musste. Auch die Anlage selbst entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Die Konsequenz: Die drohende Schließung des Moorbades.

Ein Ausgang, den die Fürsprecher des Bades so nicht akzeptieren wollten. Mit einer Online-Petition und einem Antrag im Marktgemeinderat sollte das Moorbad gerettet werden, zumindest für die Dauer eines Jahres. Ob das Vorhaben am Mittwoch geglückt ist:

Desolater Zustand trifft auf leere Kassen

In seinem Empfehlungsbeschluss hatte sich der Tourismus-, Gewerbe- und Beteiligungsausschuss bereits gegen einen Weiterbetrieb des Moorbades ausgesprochen. In der Marktgemeinderatssitzung am Dienstag stellte Alois Reif, der Sprecher der ÜWG-Fraktion im Gremium, noch einmal die Pros und Contras zum Moorbad dar. Nicht nur für die Einheimischen sondern auch für die Touristen bilde das Bad "ein Stück Bad Endorf" und sei daher besonders für Familien erhaltenswert.

Mit dem Wegfall des Moorbades würde zudem "einer der wenigen Treffpunkte für Kinder und Jugendliche" verschwinden. Um seine Argumentation zu untermauern, verwies Reif auf die erfolgreiche Online-Petition, in der sich 342 Bad Endorfer Bürgerinnen und Bürger gegen die Schließung ausgesprochen hatten. Alois Reif bat das Gremium daher um eine letzte Fristverlängerung, die Öffnung der Anlage für das Jahr 2015, um während dieser Zeit die Zukunft des Bades zusammen mit den Bürgern erarbeiten zu können.

Bürgermeisterin Doris Laban gab zu bedenken, dass im Finanzplan der Marktgemeinde für 2015 bereits Mittel in Höhe von 415.000 Euro zum Neubau eines Naturbads an der Stelle des Moorbads eingeplant seien. "Viele Dinge sind in unserer Gemeinde wünschenswert, wie zum Beispiel Kindergärten oder die Schulen", so Laban weiter. Man wolle sich nicht gegen die Familien im Ort richten, gab jedoch klar zu erkennen, dass bei den Maßnahmen eine gewisse Priorisierung stattfinden müsse.

Bessere Anbindung der umliegenden Seen als Alternative?

Besonders aus den Reihen der CSU war jedoch Widerstand gegen die Bitte der ÜWG zu spüren. Bettina Scharold gab zu bedenken, dass frühere Bestrebungen in Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern von Bad Endorf das Moorbad zu erhalten, nicht erfolgreich gewesen seien. Zumal auch die Höhe des zu erwartenden Defizits bei einem Weiterbetrieb des Bads für ein weiteres Jahr nicht eindeutig eingrenzbar sei, stellte der Fraktionssprecher der CSU, Alois Loferer, einen Antrag.

Bis zur nächsten Sitzung im März soll nun die Verwaltung eine genaue Analyse der Situation erstellen. Bürger, die sich für den Erhalt des Beckens einsetzen wollten, sollten sich organisieren. Das Gremium schloss sich mehrheitlich diesem Antrag an, die Entscheidung über die Zukunft des Moorbads wurde vertagt.

Zwei andere Tagesordnungspunkte wurden vom Gremium mit großer Mehrheit dagegen befürwortet. Auf Antrag der CSU-Fraktion sprach sich der Marktgemeinderat für den Ausbau, die Ausbesserung und die erweiterte Beschilderung der Geh- und Radwege sowie einer Verbesserung der Busverbindungen zu den umliegenden Seen aus. Bei gutem Wetter sollen Kleinbusse die Anbindung des Langbürgnersees, des Pelhamersees, des Simssees und des Halfinger Baggersees in den Sommermonaten gewährleisten und die vorhandenen Parkplätze entlasten.

Unter Berücksichtigung der ökologischen Aspekte sollen in erster Linie jedoch die Fußgänger und Radfahrer mit einem leichter zugänglichen Beschilderungssystem gefördert werden. Bis Ende April sind nun die Arbeitskreise der Gemeinde gefordert, Lösungen für die unterschiedlichen Anforderungen des Konzepts zu erarbeiten.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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