Therme und Klinik Bad Endorf

Privatisierung jetzt fix: Das sind die neuen Pläne

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Bei der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag im Hotel "Ströbinger Hof" (von links): Stefan Bammer, Dietolf Hämel, Gerhard Ertl, Doris Laban, Karl Fischer.
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Bad Endorf - Rund zwei Jahre Verhandlungsmarathon sind zu Ende: Durch die Verträge vom heutigen Donnerstag trennt sich die Gemeinde von Therme und Klinik. Was sich nun ändert:

"Es war notwendig, neue Organisationsstrukturen zu schaffen", meinte Bürgermeisterin Doris Laban zum jetzt unterzeichneten Entflechtungsvertrag. Für 28 Millionen Euro wechselten die Immobilien von Simssee-Klinik, Chiemgau-Thermen und dem dazugehörigen Hotel "Ströbinger Hof" am Donnerstag den Besitzer - von der Marktgemeinde zur Gesundheitswelt Chiemgau (GWC) AG. Bad Endorf ist damit schuldenfrei.

Gemeinde bekommt Aktienmehrheit

Doch die Gemeinde wird weiterhin Einfluss behalten: Ihr gehören 76 Prozent der Aktien an der GWC. "Wir haben eine echte Win-Win-Situation für beide Parteien angestrebt und der Doppelsieg wurde realisiert", so das gemeinsame Fazit der Bürgermeisterin und Stefan Bammer, Vorstand Touristik der GWC AG. 

Das Geld zum Kauf hat die GWC AG von zwei Banken, der "Bank für Sozialwirtschaft" und der "Bank im Bistum Essen" - insgesamt 45 Millionen Euro, denn zusätzlich zum Kauf der Immobilien stehen auch große Investitionen an:

  • Das Hallenbad wird saniert und komplett neu ausgerichtet
  • Die Haustechnik wird erneuert
  • Die Sauna wird ausgebaut
  • Ein neues Parkhaus für gut 300 Autos wird an der Stelle des jetzigen errichtet, das 150 Autos fasst.
  • Vom "Ströbinger Hof" werden unterirdische Gänge direkt zum Parkhaus und dem Eingangsbereich der Therme führen

Keine Gemeinnützigkeit mehr bei Simsseeklinik

Im ersten Halbjahr 2018 sollen die Pläne umgesetzt werden: "Es wird aber zu keiner Komplettschließung kommen, Teilbereiche bleiben immer offen", so Bammer. Das Ziel sind 300.000 Besucher jährlich - 50.000 mehr als bisher. Mit dieser Perspektive seien auch die Arbeitsplätze gesichert, mit einer Tendenz zur Aufstockung. 

Die Simsseeklinik und das ambulante Rehazentrum werden nun aus dem Status der Gemeinnützigkeit "herausgeholt", wie es Dietolf Hämel, Vorstand Medizin bei der GWC AG, bezeichnete. Heißt:

Die dort erwirtschafteten Gelder können im Konzern eingesetzt werden

und müssen nicht mehr in den gleichen Einrichtungen direkt reinvestiert werden. 

"Finanzieller Freiraum für notwendige Projekte in der Gemeinde"

Nach gut 20 Treffen des Verhandlungsteams und 14 Gemeinderatssitzungen mit dem Thema ist der Verkauf nun also fix. Der Marktgemeinde wird deshalb in Zukunft nicht nur einiges an Verwaltungsarbeit abgenommen, auch die Gesamthaftung gegenüber den Banken entfällt. Auch die künftigen Investitionen in die Therme müssen nicht mehr selbst gestemmt werden.

"Die Marktgemeinde bekommt den finanziellen Freiraum um dringend notwendige Projekte umzusetzen. Dies sind vor allem Projekte im Bereich Kindergärten und Schulen, Verkehr und Ortsverschönerung sowie im Bereich Straßen und sonstige gemeindliche Infrastrukturen", so Bürgermeister Laban zufrieden. 

xe

Quelle: rosenheim24.de

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