Trachtenhändler aus Kreis Rosenheim beklagen Werbebilder-Klau durch Betrüger

„Sowas in diesen ohnehin schwierigen Zeiten, das ist schon ein dicker Hund!“

Bernhard Redel von „Hut und Tracht Da Rädl“ aus Feldkirchen-Westerham gehört zu den durch Online-Betrüger geschädigten. Diese klauen Werbebilder von den Websites von Trachtenläden, auch im Kreis Rosenheim, um damit Ramschware überteuert zu verkaufen. Er selbst macht darauf auch auf Facebook aufmerksam.
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Bernhard Redel von „Hut und Tracht Da Rädl“ aus Feldkirchen-Westerham gehört zu den durch Online-Betrüger Geschädigten. Diese klauen Werbebilder von den Websites von Trachtenläden, auch im Kreis Rosenheim, um damit Ramschware überteuert zu verkaufen. Er selbst macht darauf auch auf Facebook aufmerksam.

Als hätten es Trachtenhändler im Kreis Rosenheim derzeit nicht schon schwer genug, müssen sie sich aktuell auch noch mit Online-Betrügern herumschlagen. Diese klauen ihre Werbebilder und verkaufen damit überteuerte Ramschware.

Bad Endorf/Feldkirchen-Westerham - „Einmal haben sie sogar ein Foto von mir und meiner Schwester mit der Aufschrift ‚Wir schließen‘ verwendet“, berichtet Isabelle Brückner von Trachten Brückner aus Antwort bei Bad Endorf gegenüber rosenheim24.de. „Daraufhin bekamen wir eine Menge Anfragen, wie das denn passieren konnte.“ Ähnliches hat auch Bernhard Redel von „Hut und Tracht Da Rädl“ aus Feldkirchen-Westerham. „Sowas in diesen für unsere Branche ohnehin schwierigen Zeiten, das ist schon ein dicker Hund!“

Werbebilder für Marken-Trachtenkleidung werden geklaut, um damit überteuert Ramschware zu verkaufen

Werbe-Bilder werden einfach von den Websites der Trachtenläden geklaut, um damit Ramschware überteuert zu verkaufen. Meist wird das durch Posts über angebliche Geschäftsaufgaben oder Ausverkäufe in den Sozialen Medien, vor allem Instagram verbreitet. Dieses Problem haben derzeit auch viele ihrer Kollegen, wie Brückner und Redel berichten. „Den Leuten wird ganz gezielt vorgegaukelt, sie könnten wegen einer Geschäftsaufgabe Schnäppchenkäufe bei Markenwaren machen. In unserem Fall klauen sie beispielsweise ständig Werbebilder für die Marke ‚Lena Hoschek‘. Was die Kunden dann letztlich kriegen, ist billig hergestellter Schrott. Geld zurück kann man natürlich vergessen“, berichtet Brückner. „Wir haben schon von einigen Fällen gehört, in denen das Leuten passiert ist.“

„Auch eine Mitarbeiterin von uns hat einmal aus Versehen einen dieser Fake-Posts geteilt. Die hatten einen unserer Posts so identisch nachgebildet, dass sie erst beim zweiten Hinschauen bemerkt hat, dass das gefälscht war“, berichtet Redel. „Wer nur flüchtig hinschaut, kann leicht darauf reinfallen. Derzeit sind ja zudem Schließungen auch von großen Ketten wie Adler oder Orsay in den Schlagzeilen, da mag es erstmal nicht verdächtig erscheinen, dass es auch den inhabergeführten Einzelhandel erwischt“, bemerkt Brückner.

Viel könne man nicht dagegen tun. „Die Betreiber dieser Seiten sitzen im Ausland. Zudem löschen sie ständig alte Accounts und fluten das Netz weiter mit immer wieder neuen. Dagegen anzugehen wäre eine Sisyphus-Arbeit“, resigniert Brückner. „Ich sehe das auch so. Wichtig ist jetzt, dass die Leute wissen, dass es diese Masche gibt. Dagegen anzugehen würde uns Zeit und Energie kosten, die wir anderweitig gebrauchen können“, stimmt ihr Redel zu.

Harte Zeiten für Trachten- und Bekleidungsgeschäfte

Heutzutage kaufen die meisten Trachten vor allem für besondere Anlässe. Dass derzeit Volksfeste und große Feiern ausfallen, trifft daher die Fachhändler dieser Branche besonders. Auch der übrige Mode-Einzelhandel hat derzeit Probleme: Durch die verschärften Corona-Maßnahmen bleibt die bereits im Sommer bestellte Winterkollektion vorerst in den Geschäften liegen. Die Inhaber verlieren langsam die Geduld und versuchen jetzt, mit Rabatten ihre Kleidung zu verkaufen.

Es sei eine harte Zeit, aber sie würden sie überstehen, berichten Brückner und Redel. „So etwas wie diese Betrugsmasche dabei auch noch am Hals zu haben, ist aber natürlich äußerst unangenehm.“

hs

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