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Gesunde Ernährung in Schulen und Horten

„Völlig deplaziert“ - Bad Endorfer Grüne scheitern mit Antrag zur Essensumstellung bei Kindern

Obst statt Keks Möglichst saisonal, regional und bio – so stellen sich die Grünen die Ernährung von Kindern in Schule, Hort und Kindergarten vor. Sie stellten im Gemeinderat einen Antrag - und scheiterten.
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Obst statt Keks Möglichst saisonal, regional und bio – so stellen sich die Grünen die Ernährung von Kindern in Schule, Hort und Kindergarten vor. Sie stellten im Gemeinderat einen Antrag - und scheiterten.

Obst, Gemüse und Salat aus der Region, saisonal und biologisch. So soll nach Meinung der Fraktion der Grünen bald das Essen der Kinder in Schulen und Horten aussehen. Doch eine Mehrheit fand sich dafür im Gemeinderat nicht. Vor allem die CSU hält den Vorstoß der Grünen für eine Bevormundung der Eltern.

Bad Endorf – Für eine gesunde Ernährung des Bad Endorfer Nachwuchses setzt sich die grüne Fraktion im Endorfer Gemeinderat ein. Um dies zu erreichen, müsse die Gemeinde in allen zukünftigen Verträgen mit den Essenslieferanten für Hort, Kindergarten und Schulen bestimmte Standards bezüglich der regionalen Herkunft festsetzten, so die Fraktion.

Zukünftig sei laut Grünen darauf zu achten, dass bei Obst, Gemüsen und Salaten auf saisonal verfügbare Produkte zurückgegriffen werde. Außerdem solle das Ganze möglichst aus biologischer Produktion stammen und es dürften dabei keine Alu- und Plastikabfall entstehen. So zumindest lautet der Antrag, der auf der letzten Gemeinderatssitzung von den Grünen eingereicht worden war.

Antrag der Grünen stößt auf wenig Gegenliebe

Die Reaktion des Gremiums auf den Antrag war überwiegend zurückhaltend. Der Fraktionssprecher der CSU, Sepp Moosbauer, fand den Antrag „völlig deplatziert“, denn es sei nicht Sache eines Gemeinderates, den Eltern der Kinder vorzuschreiben, wie sie ihren Nachwuchs ernähren sollen. Andere aus der CSU-Fraktion waren in ihrer Ablehnung nicht ganz so kategorisch. Bettina Scharold (CSU) zum Beispiel bemängelte vor allem, dass der Antrag keine Vorschläge enthalte, wie ein derartiger biologischer Mittagsservice koordiniert und auch bezahlt werden sollte.

Fraktionssprecher Martin Both von den Grünen hielt Scharold entgegen, dass man sehr wohl weitergedacht habe. Es sei in Bad Endorf eine Großküche im Aufbau, die von ihrer Dimension her die Versorgung etwa des Hortes mit übernehmen könne. Auch der zukünftige Betreiber, mit dem man schon gesprochen habe, habe signalisiert, dass er eine solche zusätzliche Aufgabe bewältigen könnte.

Walter Kindermann (SPD) hielt die Idee für prinzipiell gut, betonte aber dennoch, dass die Verköstigung durch die Anforderungen teurer würde als bislang und dann sei die Frage, ob man das den Eltern auferlegen könne, oder ob nicht die Gemeinde das Defizit übernehmen müsse.

Martin Both konterte den Einwand damit, dass der Betreiber, mit dem man gesprochen habe, naturgemäß noch keine konkreten Zahlen nennen konnte, aber davon ausging, dass eine etwaige Preiserhöhung gering ausfallen würde.

Das Teure an der Essenzubereitung seien in erster Linie nicht die Rohstoffe, sondern das dafür benötigte Personal und das bliebe gleich.

Dialog mit Gemeinde, Einrichtungen und Elternbeiräten

Barbara Laböck (ÜWG) wies darauf hin, dass auch kleine Erhöhungen den finanziellen Rahmen mancher Eltern sprengen würden. Schon jetzt sei festzustellen, dass in den Einrichtungen die Zahl der ausgegebenen Mittagessen rückläufig sei. Dieser Trend dürfe auf keinen Fall zusätzlich verstärkt werden.

ÜWG-Politikerin Laböck regte an, das Thema weiter zu fassen, die Kostenfrage mit aufzunehmen und darüber ein Gespräch zu führen. An diesem Dialog seien aller Parteien - Gemeinderatsmitglieder, die Einrichtungen selbst aber vor allem die Elternbeiräte - zu beteiligen.

Ähnlich äußerte sich Laböcks Parteikollege Helmut Fleidl. Er schlug - quasi als eine Art Kompromiss - vor, die Grünen möchten den Antrag einstweilen zurückziehen. Im Gegenzug solle man die Idee mit einem konkreten Gesprächstermin fest ins Auge fassen. Ein Vorschlag, der von der grünen Fraktion nicht angenommen wurde. Stattdessen wünschte sie eine Abstimmung über ihren Antrag, der dann allerdings mit zehn zu sieben Stimmen abgelehnt wurde.

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