Grünes Licht für VR Bank

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Über 30 Meter lang werden die Häuserfronten der VR Bank an der Ecke Hochries-/Bahnhofstraße. Hinter dem Gebäude entsteht ein überbauter Durchgang zwischen Fußgängerzone und Seestraße (links im Bild der Eingang). In der Mitte der Ostfassade zur Hochriesstraße hin (zwischen den beiden rechten Bäumen) ist die zweispurige Ein- und Ausfahrt für eine zweigeschossige Tiefgarage mit 53 Stellplätzen vorgesehen.

Prien - Weitreichende Entscheidung: Der Bauausschuss hat für den Neubau der Priener VR Bank-Hauptgeschäftsstelle grünes Licht gegeben. Die Bauarbeiten sollen nun im März beginnen.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus der Chiemgau-Zeitung:

VR Bank darf bauen

Nach einem langen Anlauf hat die Volksbank-Raiffeisenbank (VR Bank) Rosenheim-Chiemsee die letzte Hürde genommen. Der Bauausschuss hat grünes Licht für den Neubau der Priener Hauptgeschäftsstelle gegeben. Im März soll der Abriss der Gebäude an der Ecke Bahnhof-/Hochriesstraße beginnen. Etwa zwei Jahre später soll der Bau fertig sein.

Vor einem Jahr hatte sich das Gremium erstmals mit einem Entwurf beschäftigt, im Februar ein weiteres Mal. "Die Bank hat sich über ein halbes Jahr mit den Wünschen auseinandergesetzt und sie eingearbeitet, soweit dies mit der Wirtschaftlichlichkeit vereinbar war", leitete Bürgermeister Jürgen Seifert die Vorstellung der überarbeiteten Planung ein. Architekt Bert Wallner stellte sie ausführlich vor.

Vier Vorentwürfe seien nach den Einwänden aus dem Bauausschuss, der Bevölkerung und vom Kreisheimatpfleger zwischenzeitlich mit dem Landratsamt diskutiert worden, darunter auch Skizzen mit Türmen und Laubengängen. Im Laufe dieses Prozesses habe sich der Wunsch nach einer klaren Struktur immer mehr herauskristallisiert.

Dem wird nun mit einer durchgängigen Gliederung der Fassaden Rechnung getragen. Beide Hauptfronten zur Bahnhof- und Hochriesstraße werden über 30 Meter lang. Über ihre farbliche Gestaltung ist noch nicht endgültig entschieden, die Fenster werden mit Holzrolladen als Sonnenschutz versehen.

Das viergeschossige Gebäude wird in etwa so hoch wie das jetzige Bankhaus gegenüber und mit einem so genannten geknickten Walmdach versehen, wie es sich in der Umgebung unter anderem auf dem früheren Hotel "Chiemsee" und dem ehemaligen Café "Regina" findet.

Entgegen der früheren Planung wurde die Einfahrt zur Tiefgarage vom nördlichen Ende in die Mitte der Ostfassade und damit in Absprache mit der Polizei von der Abzweigung der Seestraße weg verlegt. Die VR Bank hatte zunächst aus Kostengründen nur eine eingeschossige Tiefgarage vorgesehen, plant nun aber zwei Etagen mit insgesamt 53 Stellplätzen, wobei die untere etwas kleiner ausfällt. Ein- und Ausfahrt sind auf zwei separaten Spuren möglich, die Schranke soll so weit im Gebäudeinnern entstehen, dass zwei bis drei Autos dort halten können, ohne dass sich der Verkehr auf die Straße zurückstaut. Entlang der Hochriesstraße sind neben einem drei Meter breiten Gehweg vier Kurzzeitparkplätze parallel zur Fahrbahn vorgesehen.

Dass die Tiefgaragenzu- und -abfahrt das Erdgeschoss mit der Bankfiliale nun teilt, ist auch der Hauptgrund dafür, dass auf der Südseite zur Bahnhofstraße hin im Erdgeschoss nun kein Geschäft mehr geplant ist. Im neuen Modell ist lediglich ein Laden an der Nord-Ost-Ecke vorgesehen. Mehrere Mitglieder des Ausschusses bedauerten diese Änderung. Das Gremium hatte sich durch ein Geschäft eine Belebung der Fußgängerzone erhofft.

Um den Zugang zur Fußgängerzone auch optisch zu verdeutlichen, werde der Neubau im Vergleich zu den bestehenden Gebäuden in der Bahnhofstraße um 1,5 Meter zurückversetzt, erläuterte Wallner. Die Bank verzichte dafür auf Baurecht von über 60 Quadratmetern.

Zwischen Bahnhof- und Seestraße wird auf der Rückseite des Neubaus ein 5,70 Meter breiter Durchgang geschaffen, der zum Teil überbaut werden soll. Diese gut 15 Meter lange Passage soll laut Wallner durch Schaufenster und eine aufwändige Beleuchtung aufgewertet werden.

Wie der Architekt weiter ausführte, werde der Neubau durch eine Grundwasserwärmepumpe und Fotovoltaikelemente auf den begrünten Flachdächern praktisch energieautark sein. Erdgeschoss und ersten Stock will die Bank mit ihren zirka 30 örtlichen Mitarbeitern selbst nutzen, im zweiten Obergeschoss sind Praxen und weitere Büros vorgesehen. Im Dachgeschoss werden vier Wohnungen geschaffen, eine davon behindertengerecht. Auch das gesamte Umfeld des Neubaus wird für Fußgänger barrierefrei.

Mehrere Mitglieder des Auschusses würdigten die langwierigen Bemühungen der Bank, Wünschen und Bedenken Rechnung zu tragen. Das schlug sich auch im Abstimmungsergebnis nieder. Acht Gemeinderäte stimmten für den Antrag, nur Dr. Claudia Trübsbach (Bürger für Prien, BfP) votierte dagegen.

Auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung sagte Peter Holzner, Geschäftsführer der VR Bank in Prien, dass der Neubau auf knapp zwölf Millionen Euro veranschlagt sei - ohne Berücksichtigung der Kosten für den Kauf der Gebäude, die im Frühjahr abgerissen werden.

db/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser