Bauarbeiten in VR-Bank sind in vollem Gange

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Um pünktlich fertig werden zu können, arbeiten jetzt rund 40 Handwerker verschiedener Firmen zum Teil parallel.

Prien – Wer die Großbaustelle betritt, kann schon erkennen, wie sich Ende November die neue Hauptgeschäftsstelle der Volksbank-Raiffeisenbank (VR-Bank) Rosenheim-Chiemsee präsentieren wird.

Dann will die Bank eröffnen. In allen vier Etagen herrscht derzeit Hochbetrieb, es wird gebohrt, poliert, gelötet und geschraubt.

So eng es seit Baubeginn im März vergangenen Jahres rund um die Baustelle an der Ecke Hochries-/ Bahnhofstraße zugeht, so eng ist es vereinzelt auch im Innern. Der Zeitpunkt der Eröffnung Ende November ist ein ehrgeiziges Ziel, weiß Walter Hiebl, Leiter der Abteilungen Liegenschaften der VR Bank, beim Rundgang.

Um pünktlich fertig werden zu können, arbeiten jetzt rund 40 Handwerker verschiedener Firmen zum Teil parallel. Das stellt Bauherrn und Firmen vor große logistische Herausforderungen, denn rund um das Gebäude ist kaum Platz für Material und Fahrzeuge – obwohl die Bank über einen Meter weniger zur Bahnhof- und Hochriesstraße hin baut, als die Vorgängergebäude standen.

Schon beim Betonieren des Rohbaus standen die Betonmischer auf dem BayWa-Gelände Schlange, um auf Abruf zur Baustelle zu fahren.

Jetzt wird zum Beispiel die zweigeschossige Tiefgarage mit 54 überdurchschnittlich breiten Stellplätzen als Materiallager und Werkstatt genutzt. Auch dort wird fleißig geschweißt und gelötet. Die zweispurige Zu- und Ausfahrt reicht weit ins Innere, sodass sich draußen keine Staus bilden können. Entlang der Hochriesstraße entstehen zusätzlich vier Kurzzeitparkplätze vor dem Neubau.

Rechter Hand vom späteren Eingang ragt eine graue Wand mächtig bis fast unter die Decke. Der Tresorraum wird später hinter Geldautomaten und Kontoauszugsdruckern unsichtbar und über 130 Schließfächer unterschiedlicher Größe enthalten. Einbruchsicher ist der Tresor auch deshalb, weil den Außenwänden eine chemische Substanz beigemischt wurde, die Hiebl zufolge „bestialisch“ zu stinken anfangen würde, sobald jemand einen Bohrer ansetzt.

Immobilienabteilung wird vergrößert

Insgesamt zwölf Büros verteilen sich entlang der Außenwände des Erdgeschosses, für Kundenberater sowie für die Versicherungs- und Immobilienabteilung. Letztere wird vergrößert, weil Mitarbeiter aus der Filiale Grassau nach Prien umziehen, wie Geschäftsstellenleiter Peter Holzner erklärte.

Die Immobilienabteilung wird auch über einen separaten Eingang zugänglich sein, der auf der nördlichen Gebäuderückseite liegt, wo ein breiter Durchgang Bahnhof- und Hochriesstraße verbindet. Um ihn ansprechend zu gestalten, werden auch noch die Fassade des nördlichen Nachbargebäudes saniert, das die VR Bank ebenfalls erworben hat, und Bäume gepflanzt.

Im ersten Stock baut die Bank Räume zur Firmenkundenbersatung, weitere Büros und unter anderem ein großes Besprechungszimmer mit Platz für bis zu 40 Personen. Energetisch wird der Neubau im Vergleich zum Jahrzehnte alten bisherigen Stammhaus nebenan um ein Vielfaches sparsamer und effizienter.

Die Bank nutzt Erdwärme, baut ein innovatives Heiz- und Kühlsystem in die Decken und wird auf dem später begrünten Dach auch noch Fotovoltaikelemente für den eigenen Strombedarf und eine Solaranlage zur Warmwassererzeugung bauen. Die Energiezentrale wurde aus Platzgründen im Dachgeschoss untergebracht.

Dort entstehen vier Wohnungen, zwischen 86 und 174 Quadratmeter groß und alle mit einem Freisitz ausgestattet. Zwei von ihnen sind Hiebl zufolge schon vermietet, ebenso der komplette zweite Stock, in dem Büros entstehen. Diese Etage, die wie alle anderen rund 700 Quadratmeter Fläche hat, ist bereits vollständig vermietet.

Während Erdgeschoss und erster Stock, also der gesamte Bereich der Bank, Ende November bezugsfertig sein sollen, werden sich die Arbeiten in den beiden Etagen darüber wohl noch etwas länger hinziehen.

Etwa Mitte August, wenn das Gerüst abgebaut ist, sollen die Fassaden gestaltet werden. Das Erdgeschoss wird mit Stein verkleidet, erster und zweiter Stock verputzt. Die Flächen zwischen den Fenstern der Wohnungen im Dachgeschoss werden mit Kupferblech verkleidet.

Wie komplex ein solcher Bau heutzutage ist, lässt sich an Zahlen erahnen. Allein das Brandschutzgutachten fasst 120 Seiten. Um es umzusetzen, werden unzählige Sprinkler installiert. Gespeist würden sie im Fall der Fälle aus einem Wassertank, der 90.000 Liter fasst. Er hängt unter der Tiefgaragendecke – aus Platzgründen.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

 

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser