Bauchweh wegen Bauwünschen

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Die Postkartenidylle der Fraueninsel sehen örtliche Gemeinderäte durch "scheibchenweise" bauliche Veränderungen gefährdet. Foto

Fraueninsel - Wie viele bauliche Veränderungen verträgt die Fraueninsel noch? Um diese Grundsatzfrage ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Auslöser waren zwei Bauanträge, die das Gremium schließlich mit großer Mehrheit ablehnte. Die feste Überdachung der Terrasse des "Inselbräus" und eine Erlaubnis für den Betrieb einer Schank- und Speisewirtschaft mit 25 Außensitzplätzen fanden keine Zustimmung. Der "Inselbräu" wollte die einfahrbare Markise auf der Terrasse der Gastwirtschaft durch eine feste Überdachung ersetzen. In der Diskussion über den Antrag vertrat Kurt Lehner (Freie Wählergemeinschaft) die Meinung, dass auf der Insel immer mehr "scheibchenweise" Veränderungen vorgenommen würden und dabei viel Inseltypisches verloren gehe.

Dieser Einschätzung schloss sich Zweiter Bürgermeister Josef Neuer an. Beide sahen die Überdachung als festen Baukörper und damit als nachhaltige Veränderung an.

Bürgermeister Georg Huber sah dagegen keinen großen Unterschied zwischen Ist- und geplantem Zustand. Der Bauantrag wurde mit sechs zu zwei Stimmen abgelehnt. Dafür war neben Huber Stefan Baumann (FW).

Mit dem gleichen Stimmenverhältnis wurde auch der Antrag von Gaby Pertl auf Erteilung einer Erlaubnis zum Betrieb einer Schank- und Speisewirtschaft mit 25 Außensitzplätzen abgelehnt. In der Diskussion erinnerte Sebastian Obermaier (FW) daran, dass die Bauherrin im vergangenen Jahr einen Antrag zum Bau eines Ladenlokals auf der Ostseite der Insel gestellt hatte. Dass daraus eine Gaststätte werden soll, habe das Gremium nicht gewusst, so Obermaier.

Auch Georg Klampfleuthner betonte, dass das Gremium damals von anderen Vorsetzungen ausgegangen sei. Jetzt sei bei dem Fertighaus sogar ein Toilettenneubau entstanden. Klampfleuthner befürchtete Präsidenzfälle.

Zweiter Bürgermeister Neuer verwies auf massive Beschwerden aus der Nachbarschaft gegen das Vorhaben.

Elisabeth Barlage (Klosterliste) stellte fest, dass die Insel mit Gaststättenplätzen gesättigt sei und man eine Grenze setzen solle.

Das Gremium bedauerte, dass Gemeinderat Florian Pertl (FW), der Mann der Antragstellerin, nicht anwesend war und Stellung nehmen konnte.

Einstimmig wurde dagegen der Antrag von Karl Kroen zum Abbruch und Neubau der Hausnummer 3 auf der Fraueninsel befürwortet. Das Gremium sah es als erwiesen an, dass die Qualität der Wände und Fenster sowie die Dachkonstruktion des Gebäudes nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. Ein Neubau wurde daher als sinnvoll erachtet.

Keine Einwände bestanden gegen die nachträgliche wasserrechtliche Genehmigung für die Hafenanlage von Josef Salzeder. Die bestehende Steganlage darf um drei Meter verlängert und am Ende eine Plattform errichtet werden.

Angeregt wurde schließlich, dass sich die Mitglieder des Rates Gedanken über Verbesserungen der Einwurfsmöglichkeiten des Grüngutcontainers auf dem Eiland machen sollen. Bürgermeister Huber appellierte abschließend an Lieferanten, deren Fahrzeuge auf die Insel kommen, dass diese die vorgeschriebene Geschwindigkeit von zehn km/h einhalten sollen.

th/Chiemgau-Zeitung

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