Der Bebauungsplan steht

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Bernau - Nach monatelangen Diskussionen hat die Gemeinde Bernau nun die Rahmenbedingungen für den Lebensmittelmarkt abgesteckt, den die Auerbräu AG an der Rottauer Straße am südlichen Ortsrand bauen will.

Mit zwölf zu acht Stimmen hat der Gemeinderat das Verfahren abgeschlossen und den Bebauungsplan endgültig aufgestellt.

Zum x-ten und letzten Mal befasste sich das Gremium mit den Vorgaben für den umstrittenen Bau. Noch einmal standen die Höhe und Breite des Gebäudes, die Zufahrt und vieles mehr im Mittelpunkt. Und noch einmal verlangte der Gemeinderat Nachbesserungen.

Georg Bauer (Bernauer Liste) kritisierte, dass der Entwurf textliche Festsetzungen enthalte, die der Gemeinderat so nicht, sondern vielmehr ganz anders getroffen habe. Ein Beispiel: Das Gremium habe "dreimal beschlossen", so Bauer, dass der Markt mit der Oberkante des Fußbodens zehn Zentimeter über dem bestehenden, angrenzenden Fuß- und Radweg angelegt werden müsse - und nicht, wie er jetzt lese, über dem künftigen, höher gelegenen Fuß- und Radweg. Offensichtlich wolle der Bauherr "40 Zentimeter rausgehen" - wovon jedoch im Gemeinderat nie die Rede gewesen sei.

Das Gremium nahm die Kritik auf und betonte, dass die früheren, von ihm beschlossenen Festsetzungen gelten. Sie seien verbindlich für die endgültige Fassung des Bebauungsplanes.

Der Gemeinderat beendete das Verfahren, obwohl eine seiner wesentlichen Forderungen noch nicht erfüllt ist: Er hatte immer wieder betont, dass er den Bebauungsplan erst dann absegnet, wenn schwarz auf weiß auf dem Papier steht, dass der Bauherr den Betreiber des nur wenige Meter entfernten Marktes - früher Plus, jetzt Penny - zur Miete ins Haus nimmt. Der von der Gemeinde geforderte Vertrag ist aber immer noch nicht unterzeichnet.

Auerbräu und Penny haben Schreiben an die Gemeinde gerichtet, die Bürgermeister Klaus Daiber in der Sitzung vorlas. Die Penny-Gruppe teilte mit, dass sie und die Brauerei "kurz vor Abschluss des Vertrages stehen". Die Unterzeichnung müsste "in den kommenden Wochen" erfolgen. Der Konzern plant, wie er weiter schreibt, die Filiale im Neubau im Frühjahr oder Sommer 2010 zu beziehen.

Die Brauerei betont, dass sie bisher ausschließlich Verhandlungen mit dem Betreiber des Marktes an der Rottauer Straße geführt habe. Der neue Markt ist aus ihrer Sicht ein Ersatzstandort für den alten. Der Abschluss des Vertrages habe sich immer wieder verschoben, weil sich auch die Rahmenbedingungen, die die Gemeinde im Bebauungsplan festlege, immer wieder geändert hätten.

Auch noch nicht abgeschlossen ist nach Angaben von Daiber der "Durchführungsvertrag" von Gemeinde und Bauherr. Er liege vor, Auerbräu sei bereit, ihn zu unterzeichnen. Der Vertrag enthalte alle Bedingungen, die das Unternehmen erfüllen müsse. Laut Daiber ist etwa eine Zufahrt zum Markt über die Ulmenstraße ausgeschlossen. Ebenso sei zum Beispiel der Flächentausch festgelegt, den die Gemeinde und die Brauerei mit Sitz in Rosenheim vereinbart haben. "Alles ist genau festgehalten", betonte der Rathauschef.

Hat die Gemeinde mit dem Bebauungsplan die Rahmenbedingungen für den Bau nun abgesteckt, so hofft sie weiter auf eine Gestaltung des Marktes, die ihren Vorstellungen entspricht. Mit ersten Entwürfen für den Bau hat die Brauerei noch nicht die Erwartungen in Bernau erfüllt (wir berichteten). Die Kommune wünscht sich an einer herausgehobenen Stelle im Ortsbild einen, was die Gestaltung betrifft, "besonderen" Bau.

Diese Diskussion wird der Gemeinderat noch weiterführen - dann, wenn der Bauherr den Bauantrag einreicht. Daiber geht davon aus, wie er sagte, dass der Plan "in den "nächsten vier Wochen" im Rathaus eintreffe.

pü/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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