Bedaiusfest bot Reise in die Geschichte

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Ihr Stelldichein auf dem historischen Frühlingsfest in Stöffling gab auch die "Legio II Italica" um Klaus Horack.

Seeon-Seebruck - Auch wenn der Wettergott erneut kein Einsehen hatte, zog das facettenreiche Programm beim historischen Bedaiusfest in Stöffling wieder viele Besucher an.

Leibhaftige Kelten, Römer und Bajuwaren sorgten am Sonntag für das passende Ambiente und machten die Vor- und Frühgeschichte greifbar und lebendig. Einiges geboten war auch beim "Tag der offenen Tür" im Römermuseum Bedaium in Seebruck.

Fast schon traditionell veranstaltete die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Tourist-Information Seebruck und dem Verkehrsverein Truchtlaching in Stöffling ein historisches Frühlingsfest mit vielfältigen Attraktionen. Parallel dazu gestaltete der Heimat- und Geschichtsverein Bedaium, anlässlich des Internationalen Museumstages, im Seebrucker Römermuseum ein Geschichtsprogramm für Kinder. Die Erwachsenen nutzten den "Tag der offenen Tür" für einen Museumsrundgang oder schlossen sich einer Führung an.

Obwohl das Wetter nicht mitspielte, suchten Einheimische und Urlauber schon vormittags das Keltengehöft Stöffling auf, um sich dort auf eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit zu begeben. Neben den Keltengruppen "Clan Cuallaidh", "Hassia Celtica" und "Stamm Alauni" fanden sich dort auch wieder originalgetreu gekleidete römische Legionäre ein. Die "Legio II Italica" um Klaus Horack und die "Donaurömer" mit der "2. Raetischen Cohorte" ("Coh II Raet") gehören mittlerweile schon zu den "Stammgästen".

Hin und wieder suchten einige fröstelnde historische Darsteller und Besucher die verstreuten Feuerstellen auf, um sich ein wenig aufzuwärmen. Viele junge Teilnehmer erreichten dies durch sportliche Betätigung beim Ponyreiten auf Islandpferden oder beim Bogenschießen. Unter Aufsicht der Gruppe "Baios" von Gerhard Würdinger konnten Jung und Alt den fachkundigen bajuwarischen Umgang mit Pfeil und Bogen erlernen.

Während die Besucherinnen die Stände der historischen Händler und Kaufleute aufsuchten und Stoffe, Lederwaren, Schmuck und vieles mehr begutachteten, bestaunten die Männer andernorts die althergebrachte Handwerkskunst. Ein Schmiedemeister zeigte den geübten Umgang der Vorfahren mit dem glühenden Eisen, ein Bronzegießer bestach mit seinen Fertigkeiten über der Glut und ein keltischer Zimmermann drückte dem Baustoff Holz seinen Stempel auf. Anschaulich vorgeführt wurden unter anderem auch das Steinmetzhandwerk, das Kettenhemdflechten, Glasperlendrehen, Salbenkochen, Spinnen und Wollefärben.

Zu den unbestrittenen Hauptattraktionen zählte der wagemutige Feuerspucker Manfred Vavrinek. Mit einer traumwandlerischen Sicherheit zeigte er eine ganze Bandbreite an spektakulären Feuerspielen und zog damit die Zuschauer in seinen Bann. Unter den wachsamen Augen des Großmeisters konnten einige Kinder selbst ihren Mut unter Beweis stellen. Etwas geruhsamer ging es derweil im Seebrucker Römermuseum zu. Von den historischen Spielsachen ließen sich auch die Erwachsenen begeistern.

Die Radbildersuchfahrt entlang der zehn Stationen des Archäologischen Rundweges (27 Kilometer) nahmen bei nasskalten zehn Grad nur wenige hartgesottene Teilnehmer in Angriff. Dabei winkte dem Gewinner des heimatgeschichtlichen Quiz als Hauptpreis die Replik eines keltischen Helmes aus Eisen. Mit keltisch inspirierten Melodien der österreichischen Gruppe Coll wurde das Bedaiusfest musikalisch umrahmt. Für das leibliche Wohl war gesorgt.

mmü/Chiemgau-Zeitung

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