Tempolimit als beste Lösung

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Bergen - Der Ausbau der Autobahn zwischen Rosenheim und Landesgrenze auf sechs Spuren plus Standstreifen ist übertrieben. Der Anbau einer Standspur würde vielen genügen. Und es gibt noch andere Ideen.

Auf den gemeinsamen Nenner "4+2 genügt" kamen bei einem Treffen im Gasthaus "Emerhof" in Bernhaupten Mitglieder der Bürgerinitiativen "Ausbau A8 - Bürger setzen Grenzen" und "Intelligenter Ausbau A8" im Gespräch mit dem Grünen-Landtagsabgeordneten Sepp Daxenberger. Immer wieder wurde dabei hervorgehoben, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung Verkehrsprobleme auf der Autobahn schnell und erheblich reduzieren würde.

Ein sechsspuriger Ausbau sei alleine schon deswegen nicht notwendig, weil in Zukunft der Verkehr abnehmen werde, betonte die Vorsitzende der Bürgerinitiative "Bürger setzen Grenzen", Heidi Mannfeld aus Siegsdorf.

Sepp Fortner aus Achenmühle-Rohrdorf von der Bürgerinitiative "Intelligenter Ausbau A8" forderte als sofortige Maßnahme die Einführung von Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der gesamten Trasse. Durch eine solche schnell greifende kostengünstige Maßnahme würde die A8 das Verkehrsaufkommen viel besser bewältigen können. Unfallgefahr, Schadstoffausstoß und Lärmbelastung würden dadurch wesentlich zurückgehen.

Sepp Daxenberger berichtete dazu, dass bei der Autobahnkonferenz im Landratsamt alle über ihn hergefallen seien, als er das Thema Tempolimit zur Sprache gebracht habe. Dabei sei Deutschland eines von nur noch wenigen Ländern in der Welt ohne Tempobeschränkung. Inzwischen sind, wie Teilnehmer der Versammlung schilderten, in den drei betroffenen Landkreisen Arbeitsgruppen eingerichtet worden, in denen Bürger am Verfahren beteiligt werden sollen. Bürger könnten von den jeweiligen Gemeinden eingeladen werden. Dies seien aber zumeist nur Befürworter, wurde berichtet.

Für Sepp Daxenberger sind diese Arbeitsgruppen sowieso nur ein Feigenblatt, das den Eindruck erwecken soll, dass Bürger mit eingebunden würden. Pressemitteilungen nach den jeweiligen Treffen werden, so berichteten Teilnehmer, von der Autobahndirektion verfasst, Protokolle nicht veröffentlicht und Teilnehmer der Arbeitsgruppen angehalten, in der Öffentlichkeit nicht über Sitzungen zu informieren.

Der Landtagsabgeordnete appellierte an die Initiativen, "ja nicht zu glauben, dass durch Wohlverhalten mehr Lärmschutz möglich ist". Sepp Daxenberger: "Bei allem, was bisher gebaut worden ist, ist nur Lärmschutz verwirklicht worden, zu dem die Autobahndirektion verpflichtet war. Mehr als nötig wurde nie gemacht." Die Vorsitzende der Bürgerinitiative, Heidi Mannfeld, bedauerte, dass die Bürgerinitiativen zwischen Rosenheim und der Landesgrenze nicht mehr zusammenarbeiten. Wegen der vielen Eigeninteressen vor Ort funktioniere dies bisher nicht.

edh/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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