Rechtliche Hürden bei Anleinpflicht

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Bernau - Acht Rehe wurden im letzten Jahr von freilaufenden Hunden im Gemeindegebiet gerissen. Doch die Umsetzung der geplanten Anleinpflicht gestaltet sich problematisch:

Die Diskussion um eine Anleinpflicht für Hunde geht weiter: Bereits im vergangenen Jahr fielen acht Rehe den freilaufenden Hunden im Gemeindegebiet zum Opfer. Laut der Jagdgenossenschaft Bernau seien in diesem Jagdjahr bereits vier neue Fälle hinzugekommen. Erst im März fand Jäger Georg Fischbacher Teile eines Rehs auf einer Wiese in der Nähe des Chiemsees. Im letzten Jahr hatten die Vertreter der Bauern und Jäger von der Gemeinde eine Anleinpflicht für Hunde beantragt. "Geschehen ist leider gar nichts", so die Jagdgenossen.

Doch das hat einen einfachen Grund: Die Anleinpflicht sei nicht so einfach umsetzbar, wie uns Irmgard Daxlberger, Leiterin des Haupt- und Bauamtes, erklärte. "Das Gesetz sieht eine solche Leinenpflicht nur für große Hunde, ab einer Risthöhe von 50 Zentimetern, vor." Aber das helfe der Gemeinde nicht weiter, da man davon ausgehen könne, dass auch kleinere Hunde an den Übergriffen auf das Rotwild beteiligt waren. Die Gemeinde habe aber mittlerweile einige Einzelverordnungen erlassen. "Diese Verordnungen gelten für Hunde, von denen wir wissen, dass sie bereits auffällig geworden sind."

Da sich aber eine Allgemein-Verordnung schwierig gestaltet, versucht die Gemeinde nun über die Chiemsee-Schutzverordnung der Lage Herr zu werden. "Aus naturschutz-rechtlichen Gründen kann man so in den Uferbereichen eine Leinenpflicht erwirken." Eine solche Verordnung würde allerdings nicht im Bereich der Seiseralm, in dem die meisten Rehe gerissen wurden, greifen. "Ab Mai wird sich dann auch der neue Gemeinderat mit dem Problem befassen", so Daxlberger.

Aus dem Videoarchiv:

Quelle: rosenheim24.de

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