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Barfußpfad und „Chill-out-Liegen“

Wie der Kurpark einmal aussehen könnte: Das wünschen sich Bernaus Bürger

Für die Bernauer Musikkapelle ist der Pavillon im Kurpark (hinten) für Auftritte zu klein: Bürgerinnen und Bürger brachten bei einem Rundgang mit Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (hinten, Mitte) ihre Ideen zur Veränderungen im Kurpark ein.
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Für die Bernauer Musikkapelle ist der Pavillon im Kurpark (hinten) für Auftritte zu klein: Bürgerinnen und Bürger brachten bei einem Rundgang mit Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (hinten, Mitte) ihre Ideen zur Veränderungen im Kurpark ein.

Die Gemeinde Bernau möchte den Kurpark umgestalten, um ihm noch mehr Attraktivität zu verleihen. Dabei sind keine großen baulichen Maßnahmen geplant, sondern vielmehr kleine Ideen gefragt. Um die zu sammeln, lud Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber ein zum Kurparkspaziergang.

Von Karla Sichelschmidt

Bernau – Ein Barfußpfad, „Chill-out-Liegen“ und Info-Tafeln zur Ortgeschichte – ein vielfältiges Angebot an Ideen konnte Bernaus Bürgermeister Irene Biebl-Daiber (CSU) bei ihrem Kurparkspaziergang mit interessierten Bürgern entgegennehmen. „Ich werde alles mit unserem Planer besprechen, und dann werden wir es im Gemeinderat erörtern und beschließen,“ erläuterte die Bürgermeisterin. Die Maßnahmen werden zu 60 Prozent von der Städtebauförderung finanziert.

Etwa 20 Interessierte nahmen teil und ließen sich auch von leichtem Nieselregen nicht entmutigen. Unter ihnen waren die Gemeinderatsmitglieder Katrin Hofherr (SPD) und Josef Genghammer (Grüne), Behindertenbeauftragter Helmut Linges und Geschäftsleiter Andreas Lukas.

Tour startet hinter dem Rathaus

Die Tour startet am Parkplatz hinter dem Rathaus. Dieser soll um eine Reihe erweitert werden, und alle sind sich schnell einig: Die jetzige Einbahnregelung funktioniert nicht. Sie führt zu umständlichem Rangieren – und mancher ignoriert auch das „Durchfahrt-Verboten-Schild“.

Die anschließende Ausgleichsfläche bleibt, wie sie ist. Frage: Darf das Obst dort gepflückt werden? Im Prinzip sei das möglich, informiert Biebl-Daiber, das dürfe wegen des Naturschutzes jedoch erst geschehen, wenn die Wiesen gemäht sind. Wünschenswert finden manche, wenn Info-Tafeln genauere Erläuterungen zur Bepflanzung sowie Sinn und Zweck der Anlage erläutern.

Für „Lern- und Lehrort“ ausgesprochen

Auch zwei „Blühbotschafterinnen“ nehmen am Rundgang teil und sprechen sich für einen „Lern- und Lehrort“ in dieser insektenfreundlichen Umgebung aus.

Nächste Station: der Pumptrack. Diese Mountainbike-Strecke findet große Resonanz. Die Bürgermeisterin hat deshalb der Wunsch nach einer Erweiterung erreicht – und am liebsten soll das Ganze auch asphaltiert werden: „Die jungen Leute wollen auch mit weniger geländetauglichen Zweirädern auf und ab schaukeln.“ Allerdings könnte dies laut Biebl-Daiber „an hohen Kosten scheitern“.

Weiter geht es zum unteren Kurparkteil: In baulicher Hinsicht könnte über den Musikpavillon diskutiert werden, „denn er ist für die Bernauer Musikkapelle mittlerweile zu klein“, so die Bürgermeisterin. Wünschenswert wäre eine Kooperation aller Vereine, die ihn nutzen. Als bieder und altmodisch werden Bänke und Pflanzgefäße empfunden. Hier haben fast alle Attraktiveres vor Augen – geträumt wird zum Beispiel von „Chill-out-Liegen“. Mit den Gestaltern des Labyrinths werde demnächst ein Gespräch stattfinden, „es soll vielleicht einen anderen Platz finden“, erklärt Biebl-Daiber.

Die Gruppe erklimmt nun den höchsten Punkt des Kurparks und stellt bei dieser Gelegenheit fest: Der direkte Weg ist für Rollstuhlfahrer nicht zu bewältigen. Vielleicht sollte ein Hinweis erfolgen, wo die Auffahrt am leichtesten ist. Unangetastet bleiben soll auf jeden Fall der Schlittenhang. Vom Aussichtspunkt aus erläutert Irene Biebl-Daiber den genauen Standort der geplanten Tagespflege. Auf dem Weg abwärts soll der Mundartpfad errichtet werden.

Das Umfeld des Kneippbeckens soll aufgewertet werden: Hier wäre ein Barfußweg denkbar und auch die Installation weiterer Sportgeräte für Erwachsene. Und vielleicht ein Trinkbrunnen? Gerade in der brütenden Hitze der letzten Tage hat sich gezeigt, dass der Kinderspielplatz verschattet werden sollte: Ein Sonnensegel oder Ähnliches wäre wünschenswert.

Vermisst werden auch „Brotzeitbankerl“, die zum Beieinander einladen. Andererseits gilt es, die Nachbarn nicht zu stören. Der Lärmpegel abendlicher Feiern hat für die Nachbarschaft öfter das erträgliche Maß überschritten, und die Frage nach einem Alkoholverbot wird in den Raum gestellt.

In einem Bogen geht es wieder aufwärts zur von Ehrenamtlichen gepflegten Zone. Hier wäre an mancher Stelle ein etwas stärkeres gärtnerisches Engagement wünschenswert. Und – so fragen Vertreter der jungen Generation – könnten hier nicht Tafeln mit der Bernauer Ortsgeschichte und historischen Fotos aufgestellt werden?

Einen Mittelweg finden

Die zahlreichen Anregungen für Info-Tafeln bleiben in der Gruppe aber nicht unwidersprochen: „Kann man nicht auch mal irgendwo sein, ohne dass es gleich Lehr- und Lernorte gibt und Menschen mit Handys die QR-Codes scannen?“, so der Tenor. Hier gilt es wohl, einen Mittelweg zu finden.

Irene Biebl-Daiber kommentierte die vielfältigen Vorschläge mit einem zufriedenen „Des nimm i mit“, notiert alles auf einem Maxi-Klemmbrett und geht „voller Elan in die weiteren Planungen“, wie sie ankündigte.

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