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Steigende Energiepreise

Steigerung der Kosten in Chiemsee-Rehakliniken doppelt so hoch wie Inflation

Medical Park sieht für Rehabranche angesichts hoher Energie- und Lebensmittelpreise schwierige Rahmenbedingungen: Kostensteigerungen werden in der Leistungsvergütung nicht abgebildet, Sparpotenziale sind begrenzt.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Bernau/Felden - Die steigenden Energiepreise sowie Preissteigerungen in anderen Bereichen werden für Rehakliniken inzwischen zu einem gewaltigen Problem. Ulf Ludwig, CEO von Medical Park, sieht die Entwicklung mit großer Sorge: „Kliniken, auch Rehakliniken, sind überproportional von den derzeitigen Preisentwicklungen betroffen, weil sie sehr viel Energie benötigen und diese nicht ohne Weiteres einsparen können. Wir können Geräte nicht einfach ausschalten und auch Temperaturabsenkungen in den Schwimmbädern würden die therapeutische Zielsetzung gefährden. Auf Grund der Preisentwicklung auf dem Energiemarkt haben sich unsere Energiekosten zu 2021 verdreifacht. Auch gestiegene Lebensmittelpreise schlagen voll durch. Die Kostensteigerungen in den Kliniken liegen daher etwa doppelt so hoch wie die Inflationsrate.“
Starre Vergütungsmechanismen im Gesundheitswesen erschweren den Kliniken die kurzfristige Weitergabe höherer Kosten. Die Kostenträger (Deutsche Rentenversicherung, Gesetzliche Krankenkassen, Private Krankenkassen, Versorgungswerke) müssen bereit sein, durch Zuschläge oder höhere Vergütungssätze diese höheren Kosten auszugleichen - momentan fehlt es hier an der entsprechenden Bereitschaft. Das bringt die Kliniken in eine bedrohliche wirtschaftliche Situation.

Medical Park reizt an den Chiemsee-Standorten bereits alle Einsparpotenziale aus

Die Medical Park Kliniken werden schon seit Jahren laufend auf energiesparende Technik umgestellt. So auch die Häuser am Chiemsee: „Wir haben in unseren Chiemsee-Kliniken schon vieles getan, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. So sind überall dort, wo irgend möglich, LED-Leuchtmittel installiert. Allein das ermöglicht uns um die 10% an Energieeinsparung im Vergleich zu vorher. Auch die Lüftung und Kühlsysteme sind optimiert. Weiter mussten wir Dank unseres Blockheizkraftwerks ganze 20% weniger Energie von externen Quellen beziehen und können zudem die Abwärme direkt für das Heizen der therapeutischen Schwimmbäder nutzen.“ sagt Birk Heinrich, der als Geschäftsführer die Kliniken Medical Park Prien Kronprinz, Chiemsee und Chiemseeblick verantwortet.

Angesichts der rasant steigenden Energiepreise werde stets versucht, durch noch engere Steuerung aller Komponenten höhere Einsparungen zu erzielen. Die zu erzielenden Einsparungen im Verbrauch könnten aber die rasante Kostensteigerung nur zu einem geringen einstelligen Prozentsatz kompensieren. „Wir tun natürlich alles dafür, noch sparsamer zu sein und diskutieren derzeit auch weitere Optionen, wie wir auf alternative Methoden der Energiegewinnung zugreifen können. Diese Einsparpotenziale sind jedoch nur noch mit erheblichen Investitionen zu erreichen“ so Heinrich.

Problematischer Investitionsstau in gesamter Rehabranche 

Für die Gesamtbranche wirke sich laut Ulf Ludwig der jahrelange Investitionsstau nun doppelt problematisch aus. Veraltete Strukturen, erneuerungsbedürftige Technik und fehlende Digitalisierung verursachen einen deutlich erhöhten Energieverbrauch. Nach zweieinhalb Corona-Jahren fehlte den Kliniken aber ohnehin das Geld für Investitionen. Er befürchtet, dass eine Reihe von Kliniken nicht mehr aus diesem Teufelskreis aus Investitionsbedarf zur Kostensenkung und Mittelabfluss zur Kostendeckung herauskommt, wenn die exorbitant gestiegenen Kosten nun nicht ausgeglichen werden. „Wenn sich die Kostenträger in Sachen Ausgleich der Kostensteigerungen nicht bald bewegen, gefährden sie nachhaltig unser gutes deutsches Gesundheitssystem mit seinem ambulanten, dem Akut- und dem Reha-Sektor, Tausende Arbeitsplätze und letztlich eine zielgerichtete Patientenversorgung“, resümiert Ludwig. Vor dem Hintergrund des branchenübergreifenden Fachkräftemangels wäre ein Wegbrechen der Rehabilitationsstrukturen, die nachweislich erheblich dazu beitragen, Menschen länger arbeitsfähig zu halten, ein volkswirtschaftliches Desaster. Das könne in niemandes Interesse sein. Neben dem Energiekostenausgleich könnten auch Investitionshilfen für energiesparende Technik, Gebäudesanierung und Digitalisierung hilfreich sein. Diese müsse allerdings die Politik auf den Weg bringen.

Pressemitteilung Medical Park Chiemseeblick  

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul / dpa

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