Verkehrspolizei stoppt unfallflüchtigen Wagen auf A8 bei Bernau

Rettungsgasse befahren, dabei zwei Unfälle gebaut und einfach abgehauen

Bernau - Am Samstag kam es zu einem Einsatz der Verkehrspolizei Traunstein auf der A8 bei Bernau. Dort hatte sich ein 72-Jähriger aus der Schweiz mehrfach strafbar gemacht:

Pressemeldung im Wortlaut:

Am Samstagnachmittag (11. Mai) teilte ein 32-jähriger BMW-Fahrer der Polizei per Notruf mit, dass auf der Autobahn A8 zwischen Bernau und Felden in Fahrtrichtung Salzburg soeben ein Mercedes SLK mit Schweizer Zulassung seinen BMW X6 angefahren und sich anschließend aus dem Staub gemacht habe. 

Da sich der Mitteilerdas amtliche Kennzeichen des Mercedes gemerkt und der Einsatzzentrale des Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim weitergegeben hatte, positionierte die zuständige Verkehrspolizei Traunstein einen Funkstreifenwagen auf Höhe Rastanlage Hochfelln und wartete dort auf den Unfallflüchtigen, der von den Beamten nach kurzer Zeit festgestellt und aus dem zähflüssigen Verkehr herausgewunken werden konnte. Als Fahrer des SLK wurde ein 72-jähriger schweizerischer Staatsbürger festgestellt, der sich zunächst keiner Schuld bewusst war.

Nicht zuletzt dank der Aussagen verschiedener Zeugen konnte die Polizei schließlich den Tathergang dennoch aufklären.

Demnach wollte der ältere Herr schlicht nicht in dem Stau warten, der sich auf der A8 auf Höhe Felden gebildet hat, nachdem ein Wagen der Marke Tesla auf regennasser Fahrbahn gegen Betonwand und Leitplanke geschleudert und total beschädigt auf dem rechten Fahrstreifen liegen geblieben war. Er entschloss sich deshalb, durch die von den übrigen Verkehrsteilnehmern vorschriftsmäßig gebildete Rettungsgasse gen Süden zu brausen. Dabei unterschätzte er aber offenbar die Breite seines Mercedes, weshalb er zuerst den auf dem linken Fahrstreifen wartenden BMW X6 des geschädigten 32-Jährigen, und kurz darauf auch noch einen auf dem rechten Fahrstreifen wartenden Sattelzug eines 37-jährigen deutschen Staatsbürgers touchierte

Da der Schweizer sich bei dem Zusammenstoß mit dem Lkw seinen rechten Außenspiegel abgefahren hatte, hielt er vor diesem an und begann mit dessen Fahrer zu diskutieren. Zwischenzeitlich stoppte der beschädigte BMW X6 hinter den Beiden. Die 24-jährige Beifahrerin des BMWs konfrontierte den Mercedes-Fahrer mit dem entstandenen Schaden und forderte ihn zur Preisgabe seiner Personalien und seiner Versicherungsdaten auf. Der uneinsichtige Schweizer meinte daraufhin, dass er den BMW gar nicht berührt habe und die 24-jährige von ihm überhaupt nichts bekommen werde. Tatsächlich stieg er daraufhin wieder in seinen SLK und setzte unverdrossen seine Fahrt Richtung Salzburg fort.

Letzten Endes sehr zum eigenen Nachteil, denn nun dürften die durch ihn begangene Ordnungswidrigkeit des rechtswidrigen Benutzens einer Rettungsgasse und die Regulierung des entstandenen Schadens noch seine kleineren Probleme sein.

Vielmehr erwartet ihn nun ein Strafverfahren wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort, überdies erfolgte eine richterliche Anordnung an die Polizei, den Führerschein des Schweizers an Ort und Stelle zu beschlagnahmen. Seine riskante Fahrt durch Deutschland war damit schlagartig beendet. Nach Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten wurde der Mann von der Polizei schließlich wieder entlassen.

Der Schweizer musste sich eine Mitfahrgelegenheit organisieren und kann sich überdies darauf einstellen, für längere Zeit in Deutschland kein Kraftfahrzeug mehr führen zu dürfen.

Pressemeldung Verkehrspolizeiinspektion Traunstein

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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