Gemeinde Prien warnt vor Giftködern

Schon sieben Hunde starben qualvoll - sind auch Kinder in Gefahr?

Bernau/Prien - Wenn der alltägliche Spaziergang zum Horror wird: Genau das ist schon mehreren Hundehaltern im Landkreis Rosenheim passiert, deren Vierbeiner Giftköder gefressen hatten. Die Gemeinde Prien warnt nun vor den gefährlichen "Häppchen". 

Erst Mitte September geschah es erneut: Ein Hund verstarb an den Folgen eines Giftköders. Armani, ein Hund aus dem Tierheim Bernau, schnappte bei der alltäglichen Gassi-Runde einen Giftköder auf, wie die OVB-Heimatzeitungen berichteten. Auch Bella, seine Hunde-Freundin, wurde Opfer der gefährlichen Häppchen. Armani verstarb an inneren Blutungen. Bella überlebte den Gift-Angriff nur knapp. Wie die Zeitung weiter schrieb, gäbe es aktuell im Raum Prien, Bernau und Frasdorf schon sieben tote Hunde. Fünf Vierbeiner hatten eine Menge Glück und überlebten knapp.


Jetzt hat auch die Gemeinde Prien reagiert und auf ihrer Webseite auf die besondere Gefahr, die von solchen Giftködern ausgeht, aufmerksam gemacht. Es wurde dabei deutlichst darauf hingewiesen, dass die Giftköder nicht nur für Hunde, sondern auch für Kleinkinder eine Gefahr darstellen. Denn Kinder stecken sich ebenso oftmals Dinge in den Mund, die sie finden. 

Daran können Sie eine Vergiftung erkennen:


  • Übelkeit, Erbrechen, Sabbern 
  • Durchfall, evtl. blutig 
  • Mattigkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit 
  • Appetitlosigkeit 
  • blutiges Zahnfleisch, blutige Augenschleimhäute, Blutansammlungen in der Haut (fortgeschrittenes Stadium!)

Die Gemeinde schreibt weiter: "Diese Symptome können einzeln oder miteinander kombiniert auftreten. Bei den Hunden im Tierheim trat zuerst Appetitlosigkeit auf, dann schon gleich Zahnfleischbluten, dann sehr schnell Einblutungen ins Gewebe und in die Augenschleimhäute."

Auch dem Vorstand des Tierschutzvereins "Häuser der Hoffnung e.V." hätten die Fälle keine Ruhe gelassen, daher habe er eine pathologische Obduktion durchführen lassen, um beweisen zu können, dass Giftköder an dem Tod der Hunde Schuld gewesen sind, hieß es in der Mitteilung der Gemeinde weiter. Die Hunde verstarben an einem bisher unbekanntem Gift, wie die Untersuchungen ergaben.

Was kann ein Hundehalter präventiv tun?

Im Gespräch mit rosenheim24.de erklärte Holger Schlubbe, Leiter des Hundehauses des Rosenheimer Tierheims: "Es ist natürlich sehr schwierig, seinen Hund von solchen Ködern fern zu halten, wenn diese in Wurst oder in etwas für Hunde ähnlich Leckerem eingepackt sind. Ich kann ja meinem Hund nicht ständig einen Maulkorb anlegen. Trotzdem sollte man besonders in Gegenden, wo so etwas schon einmal passiert ist, aufpassen und den Hund zumindest an die Leine nehmen und vorausschauend gehen." Zudem gäbe es Trainings, bei denen Hunde lernen, nicht alles zu fressen, was sie am Boden finden

Schlubbe empfiehlt auch, Websites zu nutzen, auf denen die Standorte von gefundenen Giftködern gelistet sind, wie zum Beispiel die Seite von giftköder.de. Dort können Hundebesitzer Giftköder melden oder sich vorab informieren.

ics

Quelle: rosenheim24.de

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