"Habe aufgenommen, wie du mit dir selber gespielt hast..."

Mit dreister E-Mail erpresst: Bernauer soll 1.400 Dollar zahlen

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Bernau - Als ein Mann aus Bernau sein E-Mail-Postfach öffnete, staunte er nicht schlecht, was ihm da jemand schrieb. Nun wendet er sich damit an die Öffentlichkeit.

Ein Leser aus Bernau teilte unserer Redaktion am Montag, 6. Mai, mit, dass er eine fragwürdige E-Mail erhalten habe, mit der versucht worden sei, ihm einen hohen Geldbetrag abzuluchsen. Die Mail, welche in englischer Sprache verfasst war, war von seinem E-Mail-Anbieter bereits in den Spam-Ordner abgelegt worden. Er hat sie nun ohne Reaktion endgültig gelöscht. Die Betrüger wollten ihn mit angeblich schlüpfrigen Videos von ihm erpressen. Wir haben die Mail für Sie übersetzt:

Erpresser-Mail droht mit Sexvideo

"Hi! Ich weiß, dass dein Passwort *** ist. Vor einiger Zeit habe ich deinen Computer mit der Schadsoftware "Remote Administration Tool" infiziert. Ich habe absolut alles von deinem Computer gesammelt, deine privaten Fotos, Videos, alle Kontakte, ich habe Zugang zu all deinen Accounts. Meine Schadsoftware gab mir sogar die Kontrolle über deine Webcam und dein Mikrofon. Ja, diese Dinge existieren, du kannst es googlen. 

Ich habe den Moment aufgenommen, an dem du mit dir selber gespielt hast! Du weißt, dass das alles kein Scherz ist! Du hast den Beweis oben bekommen. Danach habe ich die Schadsoftware wieder von deinem Computer entfernt. Was denkst du wird passieren, wenn ich absolut alles auf den sozialen Netzwerken veröffentliche, es all deinen Kontakten schicke und überall anders hin? Wir beide wissen, dass dein Leben nicht mehr das Selbe sein wird. 

Deshalb gebe ich dir die Chance, mich zu stoppen: Zahle genau 1.400 Dollar per bitcoin. Ich denke, das ist ein sehr guter Preis im Vergleich zur Hölle auf Erden. Falls du nicht weißt, wo man bitcoins kaufen kann, google: "Wo kann man bitcoins kaufen?" Es ist sehr einfach zum Beispiel mit Kreditkarte. (...) Kopiere meine Kontonummer und füge sie wieder ein. Ich gebe dir ein paar Tage Zeit, um die bitcoins zu besorgen und mich zu bezahlen, ich werde aber nicht lange warten! Nachdem ich die Zahlung erhalten habe, wirst du nie mehr etwas von mir hören, ich werde alles löschen und du kannst fortfahren, dein Leben in Frieden zu leben wie zuvor. Zeige diese E-Mail niemandem, das ist unser kleines Geheimnis!"

Die Verbraucherzentrale warnt

Kriminelle wollen mit solchen Drohungen Bitcoins per E-Mail erpressen, teilt die Verbraucherzentrale zu solchen Fällen mit. Sie nutzen sogar persönliche Daten der Empfänger in der Mail. Die stammen meist aus Hacks oder Adressdatenbanken. Unbekannte Absender behaupten unter anderem, die Webcam des Empfängers gehackt und ihn bei "sexuellen Handlungen an sich selbst" gefilmt zu haben. Der Empfänger soll eine gewisse Summe in Bitcoins überweisen oder das Video werde veröffentlicht. Um den Druck zu erhöhen, können die Mails auch persönliche Daten wie Handynummer oder Postanschrift enthalten. So wie auch bei dem Bernauer. Das vom Erpresser genannte Passwort stimmte hier allerdings nicht. 

Behauptungen sind in der Regel falsch

Experten der Polizei ist bislang kein Fall bekannt, in dem die Behauptungen wahr wären. So teilte das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz beispielsweise schon im Mai 2018 mit: "Bei den Drohmails handelt es sich um einen Massenversand an beliebig ausgewählte Adressaten."

So reagieren Sie richtig

Haben Sie eine ähnliche Mail erhalten, rät die Verbraucherzentrale: "Gehen Sie keinesfalls auf die Forderungen ein! Öffnen Sie keine Anhänge und antworten Sie dem Absender nicht. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, denn Erpressung ist eine Straftat. Die meisten Bundesländer haben eine Internet-Wache, bei der Sie Ihre Anzeige online erstatten können."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Oliver Berg/d

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