Markus Ritter aus Bernau vertritt 150 Vermieter

Chiemgauer Privatvermieter gegen Beherbergungsverbot: „Sind Teil der Lösung“

Markus Ritter Private Gastgeber im Chiemgau
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Markus Ritter, Geschäftsführer des Vereins „Private Gastgeber im Chiemgau“.

Bernau - Einen offenen Brief an Bundes-Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat der Verein „Private Gastgeber im Chiemgau“ aufgrund der aktuellen Corona-Notlage gesandt. Wie Geschäftsführer Markus Ritter aus Bernau informiert, geht es dabei in erster Linie um die Aufhebung des Beherbergungsverbotes und in zweiter Linie erst darum, dass auch Privatvermieter ebenso wie Hotels, Restaurants, Ferienhausportale und andere Unternehmen der Tourismusbranche corona-bedingte Entschädigungsleistungen erhalten.

Die rund 150 Privatvermieter im Chiemgau, die im Verein zusammengeschlossen sind, sind in ihrem Bemühen nicht alleine. Bundesweit haben sich inzwischen in einer in wenigen Tagen gegründeten Facebook-Gruppe über 750 Mitglieder verbündet. „Wo sonst sollte es denn sicherer sein, als in Ferienwohnungen und Ferienhäusern seine Freizeit zu verbringen. Die allermeisten Ferienwohnungen befinden sich in ländlichen Regionen, die Kontakte sind daher eher viel geringer als in Ballungsräumen, ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, sich kontaktfrei in der Natur zu bewegen.

„Private Gastgeber im Chiemgau“ gegen Beherbergungsverbot

Für viele Menschen in den Ballungsräumen ist es auch eine Entspannung in Ferienwohnungen für Geist und angeschlagene Psyche wohl eher gesundheitlich förderlich und damit zu unterstützen“, so Markus Ritter in seiner Argumentation und er fügt hinzu: „Nach zehn Wochen im Frühjahr und jetzt wohl über Weihnachten und eventuell auch noch bis zum Frühjahr 2021 ist eine lange Zeit zumal wir uns mit unserer Forderung nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung sehen“.

Über 100.000 Privatvermieter und über eine Million Reisende sind deutschlandweit von den Einschränkungen betroffen. „So wenig Kontakte wie möglich gilt derzeit in Deutschland als ausgegebene Maxime. Schwer einzuhalten in Ballungszentren, beim Öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV sowie in den Einkaufszentren und Supermärkten. Und gerade deshalb sollte doch eine Entzerrung eher positiv sein, denn Privat-Zimmer und Ferienwohnungen sind überwiegend im ländlichen Raum“ – mit diesen Gedanken sind die Chiemgauer Privatvermieter unisono mit der neu gegründeten und bundesweiten Fewo-Vermieter-Gruppe gegen das Beherbergungsverbot.

Wie viel die privaten Gastgeber erwirtschaften

Dessen Sprecher Frank Henning weist in seinem Schreiben an Minister Altmaier darauf hin, dass im Jahr 2014 mit 7,1 Millionen Übernachtungen der Anteil im Bereich der privaten Ferienimmobilien bereits bei über 70 Prozent liegt. Ergänzend informiert der Deutsche Ferienhausverband: „Gemessen an der Anzahl aller Übernachtungen in Deutschland, also gewerbliche Ferienhäuser, Hotels, Jugendherbergen, Pensionen, Gasthöfe, Campingplätze haben wir einen beachtlichen Anteil von 14,4 Prozent.“

„Der Ferienhausmarkt erwirtschaftet mehr als 730 Millionen Euro Steueraufkommen (Mehrwertsteuer und Einkommensteuer) jährlich. Wir sind ein nicht ganz unwesentlicher Wirtschaftsfaktor, der jährlich ungefähr 5,6 Milliarden Euro erwirtschaftet (nur Übernachtungskosten). Hinzurechnen muss man dann Löhne für die Reinigung, den Garten, Handwerker, Ausstattung, Wartung, Ausgaben der Urlauber im örtlichen Einzelhandel und für touristische Unternehmungen etc). Alles zusammengerechnet kommt man auf eine Zahl im größeren zweistelligen Milliardenbereich.“

hö/Pressemitteilung Private Gastgeber im Chiemgau e.V.

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