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Rektorin der Grundschule Bernau im Interview

Geschafft - Trotz Lehrermangels sollen an der Grundschule Bernau keine Stunden ausfallen

Gut vorbereitet: Petra Henz, Rektorin der Grundschule Bernau am Chiemsee und Konrektorin Petra Matthes (von rechts) blicken zuversichtlich in das neue Schuljahr.
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Gut vorbereitet: Petra Henz, Rektorin der Grundschule Bernau am Chiemsee und Konrektorin Petra Matthes (von rechts) blicken zuversichtlich in das neue Schuljahr.

Die Grundschule Bernau braucht mehr Raum. Wie steht es um baldige Lösungen, was ist heuer neu und wie schafft es die Schule, trotz Lehrermangels ihren Stundenplan einzuhalten?

Bernau – In der Bernauer Grundschule starten heute 60 Erstklässler in drei Klassen. Insgesamt werden es 205 Schülerinnen und Schüler in neun Klassen. Moderne Schule, Barrierefreiheit, Mittagsbetreuung - doch der zur Verfügung stehende Raum ist begrenzt. Schon seit längerem sind Raumkonzept und -mangel in der Gemeinde bekannt. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber will sich nun des Themas verstärkt widmen. Grund genug, sich mit Rektorin Petra Henz über Schule heute zu unterhalten.

Frau Henz, Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber hat im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen gesagt, die Sanierung der Grundschule stehe ganz weit oben auf der Prioritätenliste. Wie weit sind die Pläne gediehen?

Petra Henz: Die Gemeinde ist sich sehr bewusst, dass eine Sanierung und Erweiterung der Schule unumgänglich ist und zeitnah in die detaillierte Planung und Umsetzung gehen muss. Schon vor einigen Jahren habe ich dem Gemeinderat den akuten Raummangel vor Augen geführt, damals wurde eine Konzeptstudie von der Gemeinde auf den Weg gebracht. Nunmehr gibt es eine Arbeitsgemeinschaft aus Bürgermeisterin, Mitarbeitern der Gemeinde, Mitgliedern des Elternforums und der Schule sowie der Schulleitung. Wir haben uns bereits mehrfach getroffen.

Auf meine Anregung hin haben wir sanierte Schulen bei Augsburg und München besucht und uns über Möglichkeiten der Umsetzung einer modernen, zeitgemäßen Raumstruktur informiert. Wunsch der Schulfamilie ist eine Sanierung und Erweiterung der Schule, die ausreichend Platz für einen modernen und zeitgemäßen Unterricht gewährleistet, inklusive einer qualitativ hochwertigen Betreuung nach Schulende. Das alles will gut überlegt sein und braucht neben der finanziellen Grundlage Zeit, im Detail mit allen Beteiligten die Planung und Umsetzung zukunftsorientiert, nachhaltig und sinnvoll zu gestalten.

Wie akut ist der Raummangel an der Grundschule und woraus resultiert er?

Henz: Die Grundschule Bernau ist seit einigen Jahren stark am Wachsen, in manchen Jahrgangsstufen sind wir mittlerweile dreizügig. Wir haben viel Zuzug, und eben auch viele Grundschulkinder mit Migrationshintergrund. 20 Nationen an der Schule machen Sprachkurse und eine entsprechende Elternarbeit nötig. Die Jugendsozialarbeit (JaS) benötigt einen gesonderten Raum. Aus der Personal- und Stundenzuweisung resultiert, dass mehrere Werken und Gestalten-Gruppen und Religionsgruppen parallel laufen müssen.

Dann gibt es noch die Themen Inklusion und Integration, fehlende Barrierefreiheit und der steigende Bedarf an Mittagsbetreuung. Hinzu kommen im Rahmen einer modernen Schule: Lernlandschaften, Teambesprechungen, Lernpaten, Forscherwerkstätten, PC-Raum, Antolin-Bibliothek, Lernentwicklungsgespräche, Projekttage, Besuche des Seminars, Abhalten von Fortbildungen, Arbeitsgemeinschaften – das alles braucht Raum.

Grundschule geht heute weit über eine reine Lehranstalt hinaus, sei es die Mittagsbetreuung, die Betreuung geflüchteter Kinder oder die Digitalisierung. Da braucht es viele Partner.

Henz: Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sowohl im digitalen Bereich, wie auch im Bereich Schulsanierung/-ausstattung/-erweiterung, als auch im Bereich Betreuung nach Schulschluss ist konstruktiv. Die Anliegen und Argumente der Schule stoßen auf offene Ohren und werden gemeinsam passgenau auf den Weg gebracht. Und es gibt die sogenannte Erziehungspartnerschaft Elternhaus-Schule.

Da passt mein Herzenswunsch gut dazu: Ein Cafe´ für Eltern in der Schule. Es kann dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Besprechen von Erziehungs- und schulischen Fragen und Themen nach Bedarf der Teilnehmer dienen und öffnet die Schule zugunsten eines positiven Miteinanders. Das Cafe startet ab diesem Schuljahr. Die Leitung wird die JaS (externe Kraft der Diakonie) übernehmen. Ich bin gespannt, wie es angenommen wird.

An manchen Grund- und Mittelschulen soll wegen fehlender Lehrer Unterricht gestrichen werden. Sind Sie auch davon betroffen? Müssen sich die Eltern auf verkürzte Schulstunden einstellen?

Henz: Die Schule wurde gut mit Lehrerstunden versorgt, so dass der Unterricht komplett geplant werden kann. Das Team der Lehrer bleibt im Großen und Ganzen erhalten. Um alle Stunden abdecken zu können, wurden der Schule einige Lehrkräften anderer Schulen zugeteilt.

Das gestaltete die Stundenplanung nicht einfach, da auch die Fahrzeiten der Lehrer aus anderen Schulen und die unterschiedlichen Schulbeginnszeiten bei der Organisation berücksichtigt werden mussten. Nur dank der guten Kooperation der Schulleitungen der betroffenen Schulen ließ sich diese Aufgabe lösen.

Was geben Sie den Schülerinnen und Schülern und Eltern mit auf den Weg?

Henz: Den Kindern werde ich bei der Begrüßung im Amphitheater mit auf den Weg geben: „Ich bin mir sicher, ihr macht eure Sache gut und gebt euer Bestes. Jeder Tag bringt Spannendes. Seid neugierig darauf, vieles zu lernen.“ Und den Eltern möchte ich mitgeben, Vertrauen in ihr Kind und die Lehrkraft zu haben. Selbständig werden und eigene Lösungen finden - in diese Richtung wird auch unser diesjähriges Schulmotto gehen.

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