Hubschrauberpiloten der Polizei trainieren am Chiemsee

"Der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann"

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Traumberuf Hubschrauberpilot: Rüdiger Baden, Ausbildungsleiter der Fliegerstaffel der Bundespolizei hebt ab, um Menschen zu retten
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Bernau - Sie heben ab um zu helfen. Die Fliegerstaffel der Polizei begibt sich am Chiemsee in luftige Höhen, um mit den Nachwuchspiloten schwierige Gebirgsflüge zu üben. Bald schon werden die Nachwuchspiloten unsere Grenzen bewachen und Menschen retten.

Hoch über die Kampenwand ins Berchtesgadener Land bis zum Wendelstein - insgesamt 20 Piloten und vier Techniker aus ganz Deutschland werden derzeit in einem Lehrgang in Bernau für den Hubschrauberflugdienst der Bundes- und Landespolizei ausgebildet. Wir durften ihnen über die Schulter schauen.

"Der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann."

Ausbildungsleiter und Polizeirat Rüdiger Baden macht seinen Job mit Leib uns Seele: "Es ist für mich der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann. Man hat mit jungen Menschen zu tun, man bedient wunderbares Gerät, man darf in dieser wunderschönen Landschaft fliegen und man hat Einsatzflugaufträge, wo man Menschen retten kann."

Das hört sich wie ein Traumberuf an, dennoch ist der Bedarf an neuen Piloten ungebrochen hoch. Die Bewerberzahl sei laut Baden im Moment eher gering. Der Grund? Die Ausbilder vermuten, dass es an der Heimatverbundenheit der jungen Menschen liege. Auch die "normale" Polizeiarbeit sei für die Beamten sehr attraktiv.

Wer kann Hubschrauberpilot werden?

Um Teil der Fliegerstaffel zu werden, muss man die Ausbildung zum Polizisten absolviert haben, und die medizinische Tauglichkeit nachweisen. "Das ist die sogenannte 'Medical 1 Tauglichkeit', wie sie auch Verkehrspiloten haben müssen." Hauptausschlusskiterien seien laut Baden meistens Sehschwächen. Erfüllt man die Voraussetzungen, folgt eine 1 1/2-jährige Ausbildung, bestehend aus Theorie- und Praxisunterricht, wie er auch in Bernau am Chiemsee durchgeführt wird.

Bilder vom Training des Bundespolizei-Flugdienstes

Harte Landungen und Wetterphänomene im Gebirge

Das schwierige an Gebirgsflügen, weswegen diese in einem extra Lehrgang geübt werden, sei zum einen die geringe Luftdichte und die besonderen Wetterphänomene im Gebirge. Auch die oft schwierig beschaffenen Landeflächen verlangen den Nachwuchspiloten einiges ab. "Richtig brenzlige Situationen hat es in der Schulung Gott sei Dank nicht noch gegeben", sagt Baden. "Es gab aber schon Situationen einer harten Landung, bei der die Maschine beschädigt wurde."

Grenzüberwachung und Unterstützung der GSG 9 

Die Fliegerstaffeln bewältigen die gesetzlichen Alltagsaufgaben der Bundespolizei wie beispielsweise die Überwachung der Grenzen, und der Anlagen der deutschen Bahn. Darüber hinaus ergänzt die "Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft" Einsätze mit Transporthubschraubern für kurzfristige polizeiliche Lagen, Einsätze für die Spezialeinheit GSG 9 und Einsätze im Rahmen der technischen Not- und Katastrophenhilfe.

Fliegerstaffel - eine Männerdomäne?

Auffällig bei unserem Besuch der Fliegerstaffel war, dass unter den 24 Piloten nur eine Frau am Lehrgang teilnahm. Warum das so ist? Darauf hatte Ausbildungsleiter Baden auch keine genaue Antwort. "Ich würde nicht sagen, dass das an den Mehrfachfunktionen liegen könnte, man erkennt aber dennoch in der Hand-Fuß Koordination Unterschiede zu den männlichen Kollegen."

Quelle: rosenheim24.de

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