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Bernauer Künstlerin im Porträt

Kühe, Berge, Trachtler – Wie Bernauer Künstlerin Stefanie Dirscherl die Heimat einfängt

Stefanie Dirscherl in ihrem Atelier in Bernau. Ab Samstag, 24. September stellt sie in Traunstein aus.
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Stefanie Dirscherl in ihrem Atelier in Bernau. Ab Samstag, 24. September stellt sie in Traunstein aus.

Sie fängt auf viele Arten die Heimat ein. Wie es sich als freischaffende Künstlerin lebt und was die Chiemgauer von den Münchnern unterscheidet, darüber erzählt Stefanie Dirscherl.

Bernau – Ihr erstes Bild verkaufte sie mit acht Jahren. Schon da war Stefanie Dirscherl klar, sie wird Künstlerin. Die Kinderkunstausstellung ist 40 Jahre her und die Bernauerin hat ihren Traum verwirklicht.

Tiere aus ihrer Heimat Bayern sind ihre wichtigsten Motive. Nur die Gattung hat sich verändert. Motiv des Kinderbildes war eine Eule. „Eine Eulensammlerin hat sie mir damals für 85 D-Mark abgekauft“, erinnert sich die Künstlerin. Heute sind es vor allem Tiere, die in den bayerischen Bergen leben – von Kühen über Ziegen bis hin zu Steinböcken. Die Bilder der tierischen Bergbewohner werden von den Chiemgauerinnen und Chiemgauern gerne gekauft und sind an gleich drei Standorten in Ausstellungen zu sehen.

„Ich male gerne unter Druck“

Muße ist für Kunstschaffende essenziell – Doch im Moment hat die quirlige Künstlerin für Muße keine Zeit. „Ich muss für die Kunstmesse ARTMUC in München noch ein paar kleinere Exponate machen. Auf großen Veranstaltungen sind auch kleine Bilder wichtig“, erklärt Dirscherl. Kunst sei eben auch ein Beruf, in dem Terminvorgaben zu erfüllen seien und sie fügt hinzu: „Ich arbeite gerne unter Druck.“

Wimmelbuch zeigt den Chiemgau aus neuer Perspektive

Die Bernauer Künstlerin hat sich genug Professionalität erarbeitet, um momentan sogar drei Ausstellungen (Traunstein, Augsburg, München) gleichzeitig zu beliefern. Nebenbei illustriert sie Kinderbücher und gestaltet Wände im Innen- und Außenbereich. Heuer im Sommer hat Stefanie Dirscherl außerdem ein Wimmelbuch über den Chiemgau gemalt, das im Oktober im Chiemgauer Verlagshaus erscheint und einen den Chiemgau „aus ganz anderer Perspektive sehen“ lassen soll. Auch der „Kunstkalender Hornochsen“ (ebenfalls Chiemgauer Verlagshaus) ist in seiner Version für 2023 schon erhältlich.

Die Heimat einfangen – das wolle sie mit ihren Werken, ob Wimmelbuch, Kalender, Wandmalerei oder Bilder. In Acryltechnik und auf auf Aquarellbildern bildet Dirscherl Kühe, Böcke und Menschen ab. Letztere nur im Dirndl und in der Lederhose. Die Liebe zur Heimat habe sie in der Ferne so richtig entdeckt, als sie einige Jahre in Kalifornien gelebt hat. Ihre zeitgenössische Kunst kommt bei den Chiemgauern gut an. „Meine Kunden hier in der Region fühlen sich angesprochen von diesem Heimatgefühl. Es erregt bei ihnen etwas Wohliges im Herzen“, so Dirscherl. Am Land interessierten sich mehr Leute für die Trachtbilder. Dirscherl erklärt sich das so: „Bei uns gehst du auch zu einem Geburtstag oder einem offiziellen Termin im Dirndl. In einer Großstadt wie München mit vielen Zugezogenen ist Tracht eher eine Verkleidung fürs Oktoberfest.“

Ab Samstag, 24. September, in Traunstein zu sehen

Heimatgefühl fangen Dirscherls Tier- und Bergbilder ein, die sie von Samstag, 24. September bis 30. Oktober im Traunsteiner Parkcafé ausstellt. In den sehr hohen Räumen kommen nur großformatige Werke zur Geltung, da sie oberhalb der Gäste hängen. Die Bilder sind mindestens einen Quadratmeter groß. Was Dirscherl besonders freut: Auf dem Flur hängt der Cafébetreiber beleuchtete Bilderrahmen auf, in denen ihre abfotografierten Arbeiten ein zweites Mal zu sehen sind.

Auch von 7. bis 9. Oktober bei der ersten „richtigen“, also in großem Format durchgeführten „ARTMUC“ seit Beginn der Pandemie dabei zu sein, stimmt sie froh. „Das ist die wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst in München. Und die MTC Locations mit ihrem Loftcharakter ist als neuer Veranstaltungsort spannend“, freut sich Dirscherl. Ihren Bildmotiven bleibt sie auch hier treu. Auf der großen Messe kauften Besucherinnen und Besucher gerne auch kleine Bilder. Diese „Mitnahmeartikel“ verkauft Dirscherl ab 50 Euro, die großen Bilder um bis zu 1 800 Euro. Preisgestaltung sei nicht ihr Lieblingsfach, aber für Künstler sehr wichtig.

Kunst – wichtig in der heutigen Zeit

Freischaffende Künstlerinnen wie sie spüren mit als Erste, wie die enorme Teuerung bei den Lebenshaltungskosten auf die Menschen wirken. „Es ist momentan schwieriger, Bilder zu verkaufen, weil die Leute beim Geldausgeben vorsichtiger sind. Kunst kann man verschmerzen, man braucht sie nicht dringend, meinen viele“, so Stefanie Dirscherl. Doch sei Kunst nicht nur schnöde Dekoration für die Wand.

Besonders in der heutigen Zeit sieht sie ihr Handwerk als bereichernd, so die Bernauer Künstlerin. Denn Kunst zeige Wege auf und sie gebe Hoffnung.

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