Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hotelprojekt ein Dorn im Auge

Kommt ein Bürgerbegehren? Warum sich gegen den Bau am Hitzelsberg Widerstand formiert

Mit dem bewaldeten Nordhang und seinen besonderen Blumenwiesen sei der Bernauer Hitzelsberg eine besonders schützenswerte Fläche, sagen die Initiatoren des jüngst gestarteten Bürgerbegehrens. Berger
+
Mit dem bewaldeten Nordhang und seinen besonderen Blumenwiesen sei der Bernauer Hitzelsberg eine besonders schützenswerte Fläche, sagen die Initiatoren des jüngst gestarteten Bürgerbegehrens. Berger

Ungemach könnte jetzt dem von der Investorenfirma Herecon geplanten Hotelvorhaben auf dem Hitzelsberg in Bernau drohen. Denn einige Bürgerinnen und Bürger sammeln seit kurzem Unterschriften für ein Bürgerbegehren.

Bernau – 320 Bürgerinnen und Bürger haben bereits das Bürgerbegehren gegen eine weitere Bebauung des Hitzelsbergs unterschrieben. „Wenn wir auf 700 Unterschriften kommen, können wir bei der Gemeinde einen Bürgerentscheid beantragen", sagt Sprecherin Petra Kaufmann. Die Büroangestellte hat gemeinsam mit Steuerberater Björn Ohlert und dem pensionierten Bäckermeister Günter Obermaier, das Bürgerbegehren gestartet.

Gegner wollen weder Straße noch Hotel

Die kleine Gruppe will das Hotelprojekt zu Fall bringen. Kommt es zu einem Bürgerentscheid und stimmen dort 20 Prozent der wahlberechtigten Bernauerinnen und Bernauer für den Stopp der Bebauung, wäre das Projekt auf Eis gelegt. Die Initiatoren wollen keinerlei weitere Bebauung auf dem Hitzelsberg. Also weder ein neues Hotel noch eine neue Zufahrtsstraße, die nach den derzeitigen Plänen durch den Wald auf der zur Autobahn gerichteten Seite gebaut werden würde.

Der Hitzelsberg gilt als Naturjuwel

„Wir wollen nicht, dass ein Bebauungsplan entsteht. Bernau braucht dieses Projekt nicht", begründet Petra Kaufmann ihre Motivation und die ihrer Mitstreiter. Sie sehen im Hitzelsberg ein Naturjuwel, das wegen seiner Magerwiesen samt großer Artenvielfalt zu schützen sei – und auch aufgrund des Waldes entlang der A8. Ihre Sorge ist: Wäre der Bebauungsplan erst einmal beschlossen, könnte der Hotelbetreiber Stück für Stück um weitere Genehmigungen für Gebäude ansuchen.

Kuppel soll komplett frei bleiben

Für die Projektbetreiber wäre ein möglicher Stopp ein herber Schlag. „Wir bebauen die Kuppe nicht. 90 Prozent unserer Bebauung kommt auf bereits versiegelte Fläche", wird dort betont. Man habe bereits langwierige artenschutzrechtliche Überprüfungen durchlaufen, heißt es von der Immobilienentwicklungsfirma Herecon. Die Naturschutzbehörde sei laufend eingebunden, betont auch die Bernauer Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung. Weil die Projektpläne derzeit noch an naturschutzrechtliche Anforderungen angepasst werden, könne man auch noch keine genaueren Daten zu dem Projekt an die Öffentlichkeit geben, so Biebl-Daiber.

4 Sterne Plus statt Autobahnhotel

Erst wenn der Bebauungsplan stehe, könne man sagen, wie viele Zimmer und wie viele Arbeitplätze geplant seien, sagt Herecon-Geschäftsführer Heiner Englert. Das Hotel werde jedenfalls kein „Autobahnhotel", auch wenn es direkt an der A8 liegt, sondern ein „Vier Sterne Plus"-Betrieb. Bernau würde schon jetzt von dem Investor profitieren, indem dieser, seit er sich auf dem Hitzelsberg angesiedelt hat, dort rund 20 Arbeitsplätze geschaffen habe.

Bürgermeisterin sieht in Projekt Vorbildcharakter

Vorteile für das Wohl von Bernau sieht die Bürgermeisterin neben weiteren Arbeitsplätzen im gehobenen Niveau des geplanten Hauses. „Ein derart hochwertiges Hotel gibt es bei uns noch nicht. So etwas geht nur am Hitzelsberg, weil der Standort herausragend ist." Die Hotelgäste würden ihrer Ansicht nach Bernau beleben und beim Essengehen und Einkaufen Geld hier lassen. Vielleicht, meint sie, würde auch so mancher Zimmerbetreiber nachziehen und sich sagen: „Ich rüste jetzt auch nach."

Biebl-Daiber sieht das Bürgerbegehren kritisch, da der „Findungsprozess am Hitzelsberg schon sehr lange" gehe. Vor zehn Jahren hat die Gemeinde unter Bürgermeister Daiber das Areal ersteigert und für knapp rund 5,9 Millionen Euro erworben, um die hochwertige Ökologie und den Zugang für die Öffentlichkeit zu erhalten.

„Mehrheit steht hinter dem Projekt"

Petra Kaufmann arbeitet auf Bürgerentscheid hin.

Nach mehreren Bewerbungsverfahren schloss man 2019 einen bedingten Kaufvertrag mit Herecon ab. Kaufpreis: 7,5 Millionen Euro. Damit gebaut werden darf, ist erst ein beschlossener Bebauungsplan notwendig.Falls ein Bürgerentscheid diesen kippen würde, könnte auch der Kaufvertrag platzen. „Einen Plan B haben wir derzeit nicht", sagt Herecon-Geschäftsführer Englert.

Die Bedenken der Projektgegner könne sie schon nachvollziehen, sagt die Bürgermeisterin. Jedoch seien die Beschlüsse rund um das Hitzelsbergprojekt immer mit großer Mehrheit im Gemeinderat enstanden und ein Großteil der Bevölkerung stehe dem geplanten Verkauf und dem Hotel positiv gegenüber.

Kommentare