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Am Test soll es auch in Bernau nicht scheitern

Öffnung nach Lockdown: Gemischte Gefühle in der Gastronomie

Nach Monaten der erzwungenen Abstinenz darf im Landkreis bis auf die Stadt Rosenheim die Außengastronomie öffnen. Nun lässt ausgerechnet das Wetter die leidgeprüften Wirte nach der entbehrungsreichen Zeit im Regen stehen.

Bernau – Solidarität für die Branche kommt von Apothekerin Heidi Jungbeck. Sie bietet in ihrer Apotheke im Ärztezentrum sonntags Corona-Schnelltests an, damit die Gäste sich abends im Biergarten mit einem weiteren Hausstand an den Tisch setzen können.

„Gasthausbesuch soll nicht am Test scheitern“

Zu den regulären Öffnungszeiten von montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 10.30 Uhr und von 16 bis 18 Uhr sowie samstags von 8.30 Uhr bis 12 Uhr gibt es in Bernau damit sonntags von 10 bis 12 Uhr die Möglichkeit, sich für 24 Stunden freizutesten.

„Wir wollen die Gastronomie von unserer Seite unterstützen, dass sie wieder Fahrt aufnehmen kann“, so Jungbeck gegenüber der Chiemgau-Zeitung: „Es soll nicht am Test scheitern.“ DieTests würden insgesamt sehr gut angenommen, täglich nehmen sie und ihre Mitarbeiter wochentags im Durchschnitt Abstriche von rund 100 Personen.

Mentale Stütze vom Gewerbeverein Bernau

Wirtschaftsreferent Sascha Klein (WMG) zeigt sich auf Nachfrage froh darüber, dass die Inzidenzwerte zumindest erst einmal die Öffnung der Außengastronomie zulassen. Der Gewerbeverein, in dem Klein im Vorstand aktiv ist, wünsche der Gastronomie und insbesondere den Bernauern viel Glück und gutes Gelingen für den Neustart.

Der Motor des Neustarts wird angesichts des nasskalten Wetters wohl noch husten, das befürchtet zumindest Christian Saller, Inhaber des Seerestaurants Badehaus. Da er am Chiemsee windiges Wetter erwartet, glaubt er nicht, dass die Nachfrage allzu groß sein wird.

Kein Test bei einem Hausstand notwendig

Was die Testpflicht betrifft, ergänzt er: „Die meisten wissen gar nicht, dass man keinen Test braucht, wenn man nur mit einem Hausstand am Tisch sitzt.“

Die wolkige und durchwachsene Stimmung teilt auch Claudia Wörndl. Die Ehefrau von Seiserhof-Geschäftsführer Peter Wörndl sieht sich einer zwiegespaltenen Situation gegenüber: „Die Hotelgäste dürfen drinnen sitzen, die Straßengäste nicht.“ Ab heutigen Freitag dürften Hotelgäste wieder zum touristischen Aufenthalt in den Seiserhof anreisen. „Die Leute sind heiß drauf“, erklärt sie: „Über Pfingsten werden wir hübsch voll werden.“

Eigentlich wäre das Grund zur Freude, wenn nicht immer die Sorge vor erneut steigenden Inzidenzzahlen im Hinterkopf mitschwingen würde. „Wir wissen nicht, was passiert, wenn die Werte an drei Tagen hintereinander wieder über 100 sind“, so Wörndl.

Unsicherheit bei der Planung von Vorräten und Personal

Die Situation sei schwer planbar – beim Einkauf der Lagervorräte und beim Einsatz des Personals. Von den 21 Mitarbeitern seien im Seiserhof deshalb auch noch nicht alle abgerufen: „Wir müssen viel Geld in die Hand nehmen und wissen nicht, was passiert.“

Der Aufwand habe sich für die Gastronomie gegenüber dem Vorjahr noch weiter erhöht. Die Gäste müssten auf ihren Negativtest hin überprüft und gegebenfalls gemäß dem geforderten Vier-Augen-Prinzip ein Test überwacht werden, hinzu komme die Registrierpflicht.

Fischrestaurant am See ist gerüstet

Dominik Minholz öffnete sein Fischrestaurant am See gestern, einen Tag nach Bekanntmachung der neuen Allgemeinverfügung des Landkreises Rosenheim. „Unsere Lager sind voll, wird sind da“, verkündete er gestern im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Durch die schwere Zeit der vergangenen Monate behalf er sich mit einer Hütte direkt am Rad- und Fußweg. Dort gab es frisch aus der Fischerei haugemachte Fischburger und Getränke zum Mitnehmen, was auch gut angenommen worden sei.

Vorsichtshalber kleine Karte

Die alleinige Öffnung der Außengastronomie führt angesichts der schlechten Wetteraussichten in seinen Augen nicht zum gewünschten Erfolg, wie er sagt. Er geht vorsichtshalber vorerst mit einer kleineren Speisenkarte in die nächsten Tage: „Ich rechne noch nicht mit dem großen Ansturm.“ Und das, obwohl die Öffnungen der Gastronomie allgemein so sehnsüchtig erwartet worden seien.

Dennoch ist er optimistisch, „sobald das Wetter passt und so lange die Inzidenz unter 100 ist.“

Mehlhart fordert: Auch Innengastronomie öffnen

Der Bernauer Wirte- und Hotelsprecher Willi Mehlhart vom Hotel Jägerhof fordert wie andere Branchenvertreter auch eine schnellstmögliche Öffnung der Innengastronomie mit geltenden Abstandsregeln und gemäß Hygienekonzept. Das habe im vergangenen Jahr auch funktioniert. Die geforderten Kontrollen der Tests beim Einlass nannte er „eine Arbeit wie im Ordnungsamt“. Dennoch zeigte er sich gestern gegenüber der Chiemgau-Zeitung froh, dass mit der Öffnung der Außengastronomie endlich eine Perspektive gegeben sei. Damit die Gastronomie-Betriebe wirtschaftlich arbeiten könnten, sei jedoch unbedingt auch die Öffnung der Innengastronomie notwendig.

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth

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