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Sicherheit beim Schwimmen

Sicherheitskonzept umgesetzt: Strandbad in Felden bekommt Rettungsringe

  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Die Gemeinde Bernau setzt ihr Sicherheitskonzept um – der Zaun ist schon bestellt. Zusätzliche Maßnahmen wirken verstärkend. Warum die Gemeinde dazu verpflichtet ist, erklärt Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber.

Bernau – Zum Leidwesen vieler Kinder ist heuer die Rutsche im Strandbad Felden gesperrt, Schilder am Badesteg warnen demnächst vor dem Hineinspringen in flaches Gewässer und neuerdings sind zahlreiche Rettungsringe am Ufer entlang angebracht. Die Gemeinde setzt Zug um Zug ihr Sicherheitskonzept um. Auch der Zaun ist schon bestellt, wie die Chiemgau-Zeitung in einem Gespräch mit Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) erfuhr.

Gerichtsurteil nach schwerem Badeunfall

Grund für das Sicherheitskonzept ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Nach einem schweren Badeunfall in Rheinland-Pfalz war die dortige Gemeinde in die Haftung genommen worden. Aus dieser rechtlichen Situation müssen sich viele Gemeinden erst einmal freischwimmen. „Wenn wir das Sicherheitskonzept nicht umsetzen und es passiert etwas, sind die Verwaltung und ich in der Haftung“, erklärt Biebl-Daiber.

Sie kennt und versteht den Unmut in der Bevölkerung. „Die Leute sagen natürlich, dass es die letzten Jahre auch so funktioniert hat.“ Das Gerichtsurteil führt allerdings Strandbad-Betreibern deutlich ihre Verantwortung vor Augen. „Gegen ein Gerichtsurteil ist es nicht möglich, eine Petition zu starten“, erklärt die Bürgermeisterin. Schlussendlich bleibe der Gemeinde Bernau nichts anderes übrig, als zu handeln.

„Sobald eine bauliche Veränderung vorgenommen wurde, etwa ein Steg oder eine Badeinsel, ist die Gemeinde beziehungsweise der Strandbad-Betreiber in dieser Haftung“, so Biebl-Daiber.

Mit der Wasserwacht im Gespräch

Auf der Wiese am Uferspitz gebe es keine baulichen Anlagen. Auf diesem Badeplatz reiche es deshalb aus, die Besucher auf ihre eigene Haftung hinzuweisen. Im Strandbadbereich mit Rutsche und Steg dagegen ist die Situation eine komplett andere. Da der Gesetzgeber keine konkreten Vorgaben macht, ging die Gemeinde Bernau auf Nummer sicher und ließ sich von einem Sachverständigen aus München ein Sicherheitskonzept erstellen, mit dem sich der Gemeinderat im Juli vergangenen Jahres befasste.

Diskussionen im Gemeinderat

Zentrales Thema ist die Badeaufsicht. „Wir sind in guten Gesprächen mit der Wasserwacht“, sagt dazu Biebl-Daiber. Die ausgebildeten Retter hätten heuer an Wochenenden und Feiertagen schon Dienste übernommen. Da es sich um ehrenamtliche Kräfte handelt, die unter der Woche ihren Berufen nachgehen müssen, macht die Bürgermeisterin klar: „Wir müssen nächstes Jahr ein bis zwei Saisonkräfte einstellen.“

Dieser notwendigen Badeaufsicht ist der Zaun geschuldet, der voraussichtlich 2022 um das Strandbad gezogen wird. Der Gemeinderat hatte darüber im März hitzig diskutiert, allerdings verdeutlichte die Bürgermeisterin damals: „Für die Gäste muss der beaufsichtigte Bereich klar erkennbar sein.“ Auch für die Badeaufsicht sei die Abgrenzung notwendig, hatte Dritter Bürgermeister Franz Praßberger (ÜWG) argumentiert.

Helmut Linges, Behindertenreferent der Gemeinde, war bei der Planung des Zauns einbezogen worden, um Rollstuhlfahrern einen guten Zugang zu ermöglichen. Ergebnis ist ein Schiebetor. Für Rollstuhlfahrer gibt es noch eine weitere gute Nachricht: Der See soll für sie mit einer gepflasterten Rampe barrierefrei zugänglich gemacht werden. Laut Biebl-Daiber liegt der Antrag momentan zur Genehmigung beim Landratsamt Rosenheim. Und auch eine Hütte für Strandrollstühle mit Umkleidemöglichkeit soll geschaffen werden.

Geländer und Schilder am Badesteg geplant

Sobald die Badeaufsicht gegeben ist, könne auch die Rutsche wieder geöffnet werden, erklärt aktuell die Bürgermeisterin. Beim Steg habe sich die Gemeinde entschieden, ihn offenzulassen. „Gerade ältere Menschen nutzen gerne die flache Einstiegsmöglichkeit am Ende“, begründet dies Biebl-Daiber.

Die Gemeinde lasse noch ein Geländer am Steg anbringen, und zwar in dem Bereich, wo das Wasser noch seicht ist. „Damit niemand hineinfallen und sich verletzen kann.“

Biebl-Daiber betont im Gespräch, dass es der Gemeinde keine Freude bereite, die Rutsche für Kinder zu sperren oder einen Zaun zu bauen. „Aber wir kommen nicht aus“, betont sie erneut. Man sei im Austausch mit anderen See-Gemeinden, sagt sie, um miteinander eine Lösung zu finden. Eine Forderung: „Die Politik muss klare Kriterien definieren“, so Biebl-Daiber. Die Gemeinde Bernau versuche, derzeit „alles Mögliche“ für die Sicherheit der Gäste zu tun: „Ob es reicht, sagt am Ende das Gericht, sollte es zu einem Prozess kommen.“

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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