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Gemeinderat vertagt Entscheidung

Schuster Hoteleinrichtungen in Bernau: Der Gedenkminute folgt die Diskussion um die Fassade

Die Fassadengestaltung des neuen Betriebssitzes der Grabenstätter Firma Schuster Hoteleinrichtungen war diskutiertes Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Nach längerer Diskussion vertagte das Gremium die Entscheidung einstimmig – nach einer Gedenkminute für den überraschend verstorbenen Firmengründer Rudi Schuster.

Bernau – Wegen des Brandschutzes will das Unternehmen anstatt von Holz Aluminiumelemente verwenden und beantragte eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans. Zuerst musste Zweiter Bürgermeister Gerhard Jell (CSU) die Nachricht vom tragischen tödlichen Unfall des Firmenchefs Rudi Schuster überbringen. Dazu erhob sich das Gremium zu einer Gedenkminute. Geplant war, dass Schuster die Pläne bei dieser Sitzung persönlich vorstellt. Diese Präsentation übernahmen nun Projektleiter Patrick Schwab und der technische Betriebsleiter Benedikt Haas von der Firma Schuster.

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Brandschutz funkt dazwischen

Zweiter Bürgermeister Jell erklärte einführend, dass sich das bereits errichtete Haus der Fertigstellung nähere und noch mit der vorgestellten Holzfassade zu gestalten sei, die im Bebauungsplan als solche festgesetzt sei. Jell zitierte den Bauherrn, wonach die Behörden im Nachhinein Auflagen beim Brandschutz machten. Deshalb sei der Einsatz von Holzlamellen in großen Abschnitten nicht möglich. Um sowohl Brandschutz als auch Gestaltung gerecht zu werden, böten sich als Alternative Aluminiumlamellen in Holzoptik an. Diese seien auch deutlich widerstandsfähiger und langlebiger. Schwab und Haas ließen Muster durch die Reihen gehen.

Jakob Müller (CSU) wünschte sich, anstelle der einheitlichen Optik „ein Spiel mit Farben“. Matthias Vieweger (CSU) sagte, er finde es sehr schade, dass eine Firma, die auf Holz setze, dies gestalterisch nicht umsetzen könne. Er brachte eine kombinierte Fassade ins Spiel. Sascha Klein (WMG) dagegen wünschte sich eine möglichst helle, weniger auffallende Fassade.

Projektleiter Schwab erklärte, die Aluminiumlamellen würden pulverisiert und könnten nur einheitlich gestaltet werden. Franz Schnaiter (CSU) sagte: „Das hat mit Holz nichts mehr zu tun. Aus zwei bis drei Metern Entfernung schaut das aus wie Metall.“ Michaela Leidel (BL) zeigte sich ebenfalls enttäuscht: „Wir waren von Anfang an begeistert vom Projekt und vom Material. Jetzt sieht es ganz anders aus. Eine schwarze Front soll mit grauem Aluminium verdeckt werden.“ Die mitgebrachten Muster seien für sie keine Holzoptik. Katrin Hofherr (SPD) äußerte sich „unglücklich über die Lösung.“

Zweiter Bürgermeister Jell schlug eine braune Farbe vor, die das Aluminium aus der Ferne kaschiere. Schwab sagte zu, farbliche Spielräume zu prüfen, schloss aber Ockertöne aus, weil sie nicht zum Stil passten. Eine kombinierte Oberfläche nannte er unruhig.

Fassade soll zum geradlinigen Bau passen

Pia Ostler (Grüne) sagte, Bürger seien auf sie zugekommen und hätten die Optik kritisiert. Peter Pertl (CSU) wollte Aluminium nur an jenen Stellen, wo es „zwingend notwendig“ sei. Eine Kombination aus Aluminium und Lärchenholz könne mehr Akzeptanz in der Bevölkerung schaffen.

Auf die Frage von Wilhelm Schellmoser (BL), ob das jetzige Schwarz der Fassade nach der Verkleidung noch zu sehen sei, erklärte Schwab, dass die Ansicht fast komplett verdeckt werde. Er wiederholte, dass eine Kombination der Materialien geprüft werden müsse, machte aber deutlich: „Wir streben eine homogene Lösung an.“ Dies entspreche dem geradlinigen Bau.

Kletterpflanzen oder verkohltes Holz

Leidel betonte: „Ich verstehe Ihr Dilemma, möchte mich aber noch nicht endgültig von der Holzfassade trennen.“ Müller schlug grüne Kletterpflanzen für die Fassade vor, was Schwab aus dem Stehgreif nicht beantworten konnte, wie er sagte. Severin Ohlert (Grüne) sprach die Yakisugi-Methode an, bei der Holz durch Verkohlen veredelt wird. Das müsse er eruieren, so Schwab, er wisse aber nicht, ob die Hölzer in ausreichender Länge zu bekommen seien. Franz Schnaiter (CSU) meinte, er könne sich Aluminium vorstellen, wenn das Dekor passe.

Entscheidung auf die nächste Sitzung vertagt

Nachdem die Diskussion noch eine Weile hin und her gegangen war, versprach Schwab am Ende: „Wir versuchen, Ihre Resonanz aufzunehmen und präsentieren das Ergebnis.“

Der Gemeinderat vertagte den Beschluss einstimmig auf die Juli-Sitzung.

Rubriklistenbild: © Detzel

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