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„Der Platz ist sooo schön!“

Trotz Autobahn im Nacken – Darum lieben Camper einen Bernauer Stellplatz

Karina Simon und Michael Houben mit Hund Robbie und Esther und Jürgen Scheuring mit Hund Mogli sind mehrmals im Jahr am Wohnmobilplatz in Bernau-Felden. Dort fühlen sie sich sehr wohl. Vor einem Jahr haben sie sich kennengelernt, nun sind sie enge Freunde geworden.
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Karina Simon und Michael Houben mit Hund Robbie und Esther und Jürgen Scheuring mit Hund Mogli sind mehrmals im Jahr am Wohnmobilplatz in Bernau-Felden. Dort fühlen sie sich sehr wohl. Vor einem Jahr haben sie sich kennengelernt, nun sind sie enge Freunde geworden.

Camping ist nicht erst seit der Pandemie populär. Ziel vieler Wohnmobile ist ein Platz in Bernau. Warum es die Camper trotz naher Autobahn nach Felden zieht.

Bernau – Als „sooo schön“ bezeichnen alle Camper, die derzeit mit ihrem mobilen Camper am Stellplatz in Felden logieren, ihren Urlaubsstandort. Die Nähe zum See, die Ausflugsmöglichkeiten mit Rad oder Dampfer sind das eine, die Freundschaften, die bei manchen „Dauer-“Campern mittlerweile gewachsen sind, das andere. Und die Sauberkeit, die gute Infrastruktur und der nette Umgangston - manch einer kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

Ganz Deutschland scheint sich hier zu treffen, die Kennzeichen lassen darauf schließen. Campingstühle und -tisch, Markise, Hundeplanschbecken und (meist E-)Fahrräder neben dem Camper - das Klischee trifft voll zu. Und dennoch wohnt man hier nicht dicht an dicht, die großen Parzellen wirken großzügig geschnitten.

„Gibt es nicht so oft in Oberbayern“

Oskar Deibert, Pächter und Betreiber der Anlage, hat darauf bei der Planung geachtet: „Das gibt es nämlich nicht so oft in Oberbayern.“ Seit zwei Jahren betreibt er den Platz. Nicht ohne Stolz gibt er zu, dass viele seiner Gäste mittlerweile Stammkunden geworden sind.

Sigrid und Gerhard Dirmeier aus der Oberpfalz sind nur für zwei Nächte auf dem Wohnmobilplatz in Felden.

Karina Simon und Michael Houben aus Rosenheim sind mehrmals im Jahr hier, direkt nebenan logieren Esther und Jürgen Scheuring aus Mühlheim am Main. Die beiden Hessen sind in diesem Jahr zum dritten Mal hier: „Wir fühlen uns hier sehr wohl,“ strahlen sie. Frischvermählt, fügt Esther Scheuern noch hinzu: „Es ist unsere Hochzeitsreise.“ Die Nähe zur Autobahn störe sie nicht. „Wissen Sie, wir arbeiten am Flughafen…“ Sigrid (61) und Gerhard (64) Dirmeier aus Schwandorf haben zwei Tage zuvor den letzten freien Platz direkt an der Ein- und Ausfahrt ergattert.

„Es ist schon recht nah an der A8“, und doch waren sie froh, überhaupt einen offiziellen Platz gefunden zu haben. „Wir haben über zwei Stunden nach einem freien Campingplatz gesucht, und manche Plätze nehmen keine Camper für zwei, drei Nächte.“ Die beiden Oberpfälzer sind schon seit zwei Wochen unterwegs, über den bayerischen Wald und Passau ging es zum Chiemsee, nun müssen sie wieder heim in die Oberpfalz.

Vor lauter Freude ins Niederländische gewechselt

Mehr Glück mit dem Stellplatz hatten Linda Brouwers und Eddie van der Stappen aus Maaseik (Belgien). Auch sie sind nur kurz hier, wollen weiter nach Kroatien. Direkt am neuen Uferweg, mit Blick auf den Chiemsee, haben sie sich für zwei Nächte häuslich mit ihrem Wohnmobil niedergelassen: „Het bevalt ons hier heel goed.“ Vor lauter Freude, dass die OVB-Reporterin des Niederländischen mächtig ist, schwärmen sie in ihrer Muttersprache von den Schönheiten des Chiemgaus und dass sie bald wiederkommen wollen.

Viele illegale Plätze

Pächter Oskar Deibert freut sich über den regen Zulauf an seinem Platz.

Pächter Oskar Deibert freut sich über den Zulauf, verweist aber im gleichen Atemzug auf den Spruch „des einen Freud, des anderen Leid.“ Denn der offizielle Camperparkplatz ist jahrein, jahraus überaus gut belegt, und wenn „sein“ und die vielen anderen Stellplätze voll sind, werde beispielsweise nebenan auf dem Überlaufparkplatz in Felden kampiert. „Die Anwohner sind stinksauer.“ Er berichtet, dass manche Camper quer auf mehreren Parkplätzen parken, sich mit Grill und Markise häuslich einrichten oder gar ihren Müll und Fäkalien im Gebüsch entsorgen. Da müsste man öfters kontrollieren, findet er. Seine Gäste bekümmern diese Sorgen nicht, sie logieren auf dem offiziellen Platz. Ihm ist es wichtig, dass sich seine Gäste bei ihm wohlfühlen, sagt er noch. Dann eilt er los, die nächsten Camper einzuweisen.

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