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Bürgermeisterin steht Rede und Antwort bei der Bürgerversammlung

Ungepflegter Friedhof in Bernau ein Ärgernis

Aufgelassene Grabstellen sind von Unkraut überwuchert.
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Aufgelassene Grabstellen sind von Unkraut überwuchert.

Baugrund für Einheimische, Unkraut und wuchernde Natur im nördlichen Bereich des Friedhofs aber auch die Verwendung des Kurbeitrags waren Themen, die die Bernauer in der Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle zur Sprache brachten.

Bernau – Das „leidige Thema“ Friedhof brachte Rainer Wicha auf der Bürgerversammlung am Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle zur Sprache. Er beklagte den „ungepflegten Zustand“ und die von Unkraut überwucherten Kieswege im Bereich der aufgelassenen Gräber im nördlichen Teil. Und Donat Fischer vom Schleipfnerhof wollte zum Beispiel wissen, wohin die zweckgebundenen Einnahmen in Höhe von 1,6 Millionen Euro aus Kur- und Fremdenverkehrsabgabe fließen.

Wolfsschlucht-Weg in schlechtem Zustand

Fischer vertrat die Meinung, dass diese Ausgabe zum Beispiel für Werbemaßnahmen des Tourismus oder für den Wegeerhalt investiert werden sollen. Einige Wanderwege sähen „schlecht aus“, zum Beispiel Richtung Wolfsschlucht und Herrenalm.

Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) erklärte, dass der Kurbeitrag entsprechend der gesetzlichen Vorgaben in Maßnahmen für den Bereich Tourismus fließe. Als Beispiele nannte sie die Personalkosten der Tourist-Info, den Ortsbus, Maßnahmen im Kurpark oder einen Teil des Sicherheitskonzepts beim Strandbad. „Das alles verschlingt eine Menge Geld“, sagte sie. Für den Wanderweg zur Wolfsschlucht sei die Forstverwaltung zuständig und die sehe keinen Handlungsbedarf. Den Hinweis auf den Weg zur Herrenalm nehme sie mit.

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Was den von Wicha angesprochenen Zustand des Friedhofs betrifft, erklärte sie: „Wir sind auf der Suche nach Lösungen.“ Das Anliegen sei schon von vielen Bürgern an die Gemeinde herangetragen worden. Unkraut dürfe nicht mehr chemisch bekämpft werden, sondern nur noch mit heißem Wasser.

„Das bringt nicht viel“, sagte die Bürgermeisterin und ergänzte: „Wir müssten jede einzelne Pflanze ausreißen.“ Dieser Aufwand sei natürlich viel zu groß. Die Wege seien mit großen Kiessteinen belegt. Dort wachse das Unkraut gut, außerdem seien die Steine nicht rollstuhlfreundlich. Der Gemeinderat befasse sich in seiner anstehenden Klausurtagung mit dem Thema.

Aus Kostengründen könne nur Stück für Stück eine Verbesserung der Verhältnisse erfolgen. Biebl-Daiber bestätigte, dass die wilden Pflanzen bei den aufgelassenen Gräbern „geradezu wuchern“.

Wicha hatte zuvor argumentiert, dass man es nicht nur den Verstorbenen schuldig sei, den Friedhof in einem gepflegten Zustand zu halten, sondern dass dieser auch ein Stück Kulturgut sei. Auch auf dem Hittenkirchener Friedhof befänden sich Kieswege und dort sei kein Unkraut zu sehen. Er wisse, dass es ein „riesen Aufwand“ sei, die Verhältnisse am Bernauer Friedhof zu verbessern. Trotzdem bat er eindringlich, „das Thema bitte ernst zu nehmen“.

Gibt es Baugrund für Einheimische?

Florian Wöhrer erkundigte sich nach Baugrund für Einheimische. „Ich glaube, da ist ein erheblicher Bedarf“, sagte er und fragte: „Was will die Gemeinde unternehmen, um einheimische Familien in Bernau zu halten?“

Die Bürgermeisterin antwortete, dass der Gemeinderat in seiner Klausurtagung auch über dieses Thema beraten werde. „Wir haben zu wenig Flächen, die Gemeinde hat keinen Grund für ein Einheimischenmodell“, sagte sie. Sie erklärte weiter, dass die Zeiten für das typische Einfamilienhaus mit Wiese vorbei seien. Die Zukunft liege wohl eher in Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern. Weiteres großes Thema sei es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Gemeinde Bernau sei von der Regierung von Oberbayern als Gemeinde mit dringenden Wohnraumbedarf anerkannt und in ein Programm aufgenommen worden. „Wir müssen schauen, wo wir Flächen herbringen, die Landwirte spüren momentan auch Druck von allen Seiten und geben nichts her“, so Biebl-Daiber.

Kein Hundeverbot im Strandbadbereich

Weiter erkundigte sich Wöhrer nach der Satzung für den Strandbadbereich, in der festgelegt sei, dass dort Hunde verboten seien. Tatsächlich aber wiesen Schilder auf eine Anleinpflicht hin. Er meinte, dass keine Versicherung greife „wenn etwas passiert“ und fragte, ob diese Formalität geändert werde.

Biebl-Daiber erklärte, dass sich in der Satzung „der Wurm eingeschlichen“ habe. Im überwachten Badebereich sollten keine Hunde sein, der restliche Strandbad solle für angeleinte Hunde zugänglich bleiben.

Das betreffe auch Hundebesitzer, die mit dem Schiff fahren wollten und zur Anlegestelle müssten. Die Satzung werde entsprechend korrigiert (Über den Rechenschaftsbericht der Bürgermeisterin wird gesondert berichtet).

Der verdiente Bernauer Feuerwehrler Hubert Leutner erhielt aus den Händen von Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber die höchste Gemeindeauszeichnung, die Bürgermedaille. Berger

Bürgermedaille für Hubert Leutner:

Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) verlieh auf der Bürgerversammlung nach einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss Hubert Leutner die Bürgermedaille. Das sei die höchste Auszeichnung, die die Gemeinde zu vergeben habe. Für diesen Vorgang legte sie eigens die Bürgemeisterkette an. Leutner sei seit 57 Jahren Mitglied der Feuerwehr Bernau, davon 42 Jahre als aktives Mitglied und er sei von 1971 bis 1995 Erster Kommandant gewesen. Er sei Inhaber des Bayerischen Ehrenkreuzes am Band in Silber und der Bayerischen Feuerwehrmedaille, Ehrenmitglied und Ehrenkommandant. Er habe die Feuerwehr Bernau zu einer schlagkräftigen Mannschaft aufgebaut, der wieder viele junge Bernauer beigetreten seien. Die Kommandantenfunktion bedeute ständige Bereitschaft bei Tag und bei Nacht und, dass persönliche Interessen in den Hintergrund gestellt würden. Als Einsatzleiter habe Leutner immer das persönliche Wohl der Mannschaft im Auge gehabt. Just in dem Moment als Biebl-Daiber die Bürgermedaille überreichen wollte, ging der Feuerwehralarm und die anwesenden Feuerwehrler stürmten hinaus. Da Leutner nicht mehr aktiv ist, konnte ihn die Bürgermeisterin dann aber in Ruhe würdigen und ihm danken für seine Verdienste. Für die Ehefrau, die so oft auf ihn verzichten musste, gab es einen Blumenstrauß.

Ehrungen :

Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber nutzte die Bürgerversammlung, um dort verdiente Bernauer Persönlichkeiten zu ehren. Sie dankte Gerhard Kintscher für 25 Jahre aktivem Dienst bei der Feuerwehr Bernau, wofür er das Silberne Ehrenzeichen erhalten hatte. Weiter ehrte die Bürgermeisterin dem 72-jährigen Alois Thöla in Abwesenheit für seine jahrzehntelange, ehrenamtliche Unterstützung im Hallenbad Bernamare. Seit den 90er Jahren helfe er bei der Bade- und Saunaaufsicht und in allen anderen Bereichen. Ebenfalls nicht anwesend war Jutta Kokulinsky, die als Intiatorin des Bernauer Wochenmarktes geehrt werden sollte. Sie habe den Markt etabliert und jahrelang betreut. Vor Kurzem übergab sie die Organisation dem Gewerbeverein.

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