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Nach langer Debatte

Warum der Bernauer Gemeinderat Schallschutz-Mauern an der Bahnstrecke ablehnt

Optisch für manche eine Zumutung: Entlang der Bahnstrecke durch Bernau soll es nach Willen des Gemeinderates keine Lärmschutzmauern geben.
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Optisch für manche eine Zumutung: Entlang der Bahnstrecke durch Bernau soll es nach Willen des Gemeinderates keine Lärmschutzmauern geben.

Nicht leicht gemacht hatte sich der Bernauer Gemeinderat die Entscheidung für oder gegen Lärmschutzwände. Nach langer Debatte lehnten zehn von 17 Gemeinderäten den Ausbau der Bahnstrecke mit aktiven Lärmschutzelementen ab.

Bernau – Schon 2018 hatte die Bahn Lärmschutzwände den Anliegergemeinden auf der Strecke Rosenheim-Salzburg in den Gemeindegebieten von Prien, Rimsting, Bad Endorf, Bernau und Übersee vorgestellt.

Dann war lange nichts mehr vom Konzern zu hören. Nun ist das Thema wieder virulent. Nach mehreren Gemeinderatssitzungen, bei denen eine Entscheidung immer wieder vertagt wurde, und einer Bürgerumfrage, bei der sich kein eindeutiges Ergebnis zeigte, sollte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung endgültig positionieren.

Nur Beton und Alu vorgeschlagen

Bernaus Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) bat um ein kurzes Meinungsbild. Franz Praßberger (ÜWG) befürwortete niedrige Lärmschutzwände, „ansonsten trennen wir den Ort“. Als Beispiel führte er die Lärmschutzwände bei Raubling an: „Schön ist was anderes.“ Thomas Deinzer (SPD) hingegen meinte, die Strecke sei inzwischen schon sehr ausgelastet und der Bahnverkehr werde auch angesichts des geplanten Lkw-Verladeterminals noch mehr befahren werden. „Da müssen wir optisch das Beste rausholen. Das ist eine einmalige Gelegenheit.“

Wesentlicher Punkt der Ortsgestaltung

Gerhard Jell (CSU) wies darauf hin, dass man die Mauer immer sehe. Josef Genghammer (Grüne) bat, die Anliegermeinungen in der Abstimmung mitzuberücksichtigen. „Wegschauen kann man, weghören kann man nicht.“

Matthias Vieweger (CSU) sagte: „Wir tragen die Verantwortung.“ Es sei keine leichte Entscheidung, die Lärmschutzwand sei ein wesentlicher Punkt der Ortsgestaltung. Wenn Lärmschutzwand, dann mit transparenten Elementen wie beispielsweise kürzlich in Pasing geschehen. „Warum geht das nicht bei uns?“, fragte er. „Uns wird Beton und Aluminium vorgeschlagen.“

Unterschiedliche Gestaltungswünsche

Bürgermeisterin Biebl-Daiber wies darauf hin, dass transparente Wände reflektierten und nicht absorbierend wirkten. Sascha Klein (WMG) wertete das Votum über den Lärmschutz ebenfalls als schwierige Entscheidung. Er gab zu bedenken, dass Bernau ein Luftkurort sei. Peter Pertl (CSU) befand: „Wir haben jetzt lang genug darüber diskutiert.“ Der Gemeinderat solle die Umfrageergebnisse respektieren. „Wenn wir jetzt kontra geben, dann ist der Zug abgefahren.“ Für Wilhelm Schellmoser (BL) bedeutete eine Lärmschutzwand eine Lärmreduktion. „Aber mit einer Wand wird es nicht schöner.“

Christian Praßberger (ÜWG) verwies auf die Kostenfrage. Die Bernauer Bürger hätten bei der Umfrage die unterschiedlichsten Gestaltungswünsche angegeben, die Bahn aber habe Beton und Alu vorgeschlagen, weil kostengünstig. Ebenso gab er zu bedenken, dass es auch mit einer Lärmschutzwand und mit technischen Aufrüstungen der Züge „keine absolute Reduktion“ geben werde.

Extrem schwierige Entscheidung

Katrin Hofherr (SPD) äußerte sich ähnlich: Lärmschutz ja, aber „die Lärmschutzwände, die entlang der Bahnlinien zu sehen sind, sind für mich eine Belästigung.“

Ursula Zeitlmann (Grüne) befand die Entscheidung „extrem schwierig.“ Lärm beeinträchtige die Gesundheit, das sei auch nachweisbar. Deshalb sei für sie die Gesundheit ein höherstehender Wert als die Optik.

Bürgermeisterin Biebl-Daiber beendete die Debatte und stellte den Beschlussvorschlag vor. Der Gemeinderat befürwortet die Pläne der Deutschen Bahn AG zum Ausbau der Bahnstrecke mit aktiven Lärmschutzwänden. Mit 7:10 quer durch alle Fraktionen war damit die Entscheidung gefallen. Es soll keine aktiven Lärmschutzelemente in Bernau geben.

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