Weniger Besucher im Hallenbad

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Ihr Hallenbad hat die Gemeinde vor drei Jahren modernisiert. Nach einem großen Anstieg ist das Interesse jetzt wieder rückläufig. Mit 20600 lag die Zahl der Besucher im vergangenen Jahr jedoch immer noch weit über den 17800 des Jahres 2005 aus der Zeit vor der Sanierung.

Bernau - Für viel Geld hat die Gemeinde Bernau vor drei Jahren ihr Hallenbad auf Vordermann gebracht. War das Interesse dann nach dem Umbau stark angestiegen, verringert sich nun wieder die Besucherzahl.

Sie sank, wie Bürgermeister Klaus Daiber in der Bürgerversammlung am Dienstagabend im Gasthaus "Kampenwand" mitteilte, von 21900 (2007) um 5,6 Prozent auf 20600 (2008). Der Rathauschef appellierte vor allem auch an die Einheimischen, "wieder mehr ins Hallenbad zu gehen". Die Gemeinde unterhält Einrichtungen und erbringt Leistungen, die sie viel Geld kosten. Zu ihnen gehört das Hallenbad. Bürgermeister Daiber berichtete, dass die Gemeinde heuer 186000 Euro an Einnahmen und 573000 Euro an Ausgaben erwartet - womit sich voraussichtlich ein Defizit von 387000 Euro ergeben werde. Die Kosten seien zu 32 Prozent gedeckt.

Auch in der Sauna, die dem Hallenbad angegliedert ist, sinkt die Zahl der Besucher: Sie fiel von 10100 (2007) um 8,7 Prozent auf 9200 (2008).

Obwohl der eine oder andere nicht mehr so oft zum Baden und Schwitzen geht, ist das Interesse am Hallenbad und an der Sauna immer noch wesentlich höher als in der Zeit vor dem Umbau: 2005, im Jahr vor der Sanierung und Modernisierung, zählte die Gemeinde 17800 Besucher im Hallenbad und 8800 in der Sauna.

In der Diskussion (ein eigener Bericht folgt) regte Hans Schnaiter an, das Hallenbad im August nicht mehr zuzumachen. Daiber entgegnete ihm, dass der Sommer die beste Zeit sei, das Bad für die nötige überholung zu schließen. Vorher jedoch könne man nie wissen, ob dann nicht gerade in dieser Zeit das Wetter vielleicht schlecht sei und dann womöglich viele Besucher ins Hallenbad gehen wollen.

Wie das Hallenbad kostet auch die Kurverwaltung Jahr für Jahr viel Geld. Der Bürgermeister sagte, dass das Defizit in diesem Jahr voraussichtlich 481000 Euro betragen werde. Die Mehrzweckhalle werde am Ende des Jahres mit einem Minus von 265000 Euro zu Buche schlagen, das Kinderhaus Eichet mit 160000 Euro.

Auch im Bestattungswesen sei, so der Rathauschef weiter, eine "große Unterdeckung" zu erwarten. Rund 56000 Euro werde die Gemeinde mehr für den Friedhof ausgeben müssen, als sie an Gebühren einnehme. In diese Rechnung fließe jedoch auch mit ein, dass die Kommune dem anhaltenden Trend weg von Erd- hin zu Urnenbestattungen Rechnung trage und nun neue Urnengräber schaffe. So habe die Gemeinde mit dem Bau einer Mauer begonnen, die nicht nur einen Hang stützen, sondern auch weitere Urnenbestattungen ermöglichen werde.

In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr sagte Daiber, dass die Wirtschaftskrise auch in Bernau ihre Spuren hinterlasse. So berichtete der Rathauschef, dass die Zahl der Arbeitslosen in Bernau von 90 auf 109 gestiegen sei. Ende Mai seien 58 Männer und 51 Frauen ohne Job gewesen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen betrage derzeit 1209.

Festzustellen sei zum Beispiel auch, so Daiber weiter, dass die Bautätigkeit zurückgehe: 2008 seien 56 Bauanträge im Rathaus eingegangen - und damit 20 weniger als 2007.

Und ein Spiegelbild der derzeitigen Konjunktur ist laut Daiber vor allem auch die Gewerbesteuer: Wenn man die hohe Einmalzahlung - über vier Millionen, die die Gemeinde erhält -, abzieht, dann kommen "nur" 1,2 Millionen in die Kasse der Kommune - und damit um 25 Prozent weniger als 2008.

Die Ausgaben für die Betreuung in allen Kindergärten in Bernau beliefen sich im vergangenen Jahr nach Angaben von Daiber auf 324000 Euro; die Zahl aus dem Vorjahr: 297000 Euro. An den Schulverband der Hauptschule in Prien habe die Gemeinde im vergangenen Jahr 120000 Euro bezahlt. Die Mittagsbetreuung, die die Kommune in der Grundschule in Bernau anbiete, werde von 50 bis 60 Kindern "gut angenommen". Auf Wunsch bekommen nun alle Mädchen und Buben dem Rathauschef zufolge auch ein Mittagessen.

Als eine der wichtigsten Investitionen, die die Gemeinde in diesem Jahr vornimmt, nannte Daiber die Sanierung der Schule. 1,1 Millionen habe die Kommune über das Konjunkturpaket II, das die Bundesregierung aufgelegt habe, in Aussicht gestellt bekommen. 300000 Euro müsse Bernau aus der eigenen Kasse nehmen. Bis Ende Juli müsse die Gemeinde die Pläne für die energetische Sanierung einreichen, um an die Zuschüsse heranzukommen.

Bereits begonnen habe die Kommune mit dem Bau einer ersten Kinderkrippe in Bernau. Der Anbau an das Kinderhaus Eichet wird nach Angaben von Daiber rund 550000 Euro kosten. Der Bedarf an der Betreuung von Kindern, die noch keine drei Jahre alt sind, "ist da", stellte der Rathauschef fest. Mit "18 bis 20 Kindern" werde eine Gruppe "locker voll". Und Daiber weiter: "Wir müssen schauen, wie wir den weiteren Bedarf decken können."

Den Hochwasserschutz will die Gemeinde heuer vorantreiben - geschätzte Ausgaben 500000 Euro. Und die Chiemseestraße plant sie, weiter auszubauen. 450000 Euro investiert sie laut dem Bürgermeister, um den Bereich zwischen den Brücken über die Eisenbahn und über die Bernauer Ache zu erneuern. pü

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