Verkehrsader erstrahlt in neuem Glanz

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Die Chiemseestraße in Bernau ist ausgebaut: Den Verkehr freigegeben und das Band durchschnitten haben gestern (von links) Bürgermeister Klaus Daiber, Landrat Josef Neiderhell, Rupert Helminger von der Baufirma Max Aicher aus Freilassing sowie Dr. Maximilian Fuchs vom Planungsbüro Haumann und Fuchs in Traunstein.

Bernau - Die Chiemseestraße in Bernau erstrahlt in neuem Glanz: Nach einem ersten Abschnitt haben der Landkreis und die Gemeinde die Verkehrsader in einem zweiten Bereich weiter ausgebaut.

Nach gut einem Jahr sind die Arbeiten, die rund 2,4 Millionen Euro gekostet haben, zu Ende gegangen. Am gestrigen Donnerstag haben Landrat Josef Neiderhell und Bürgermeister Klaus Daiber den Verkehr auf der sanierten Straße freigegeben. Neiderhell sprach von einer "engen und guten Zusammenarbeit" mit der Gemeinde.

Die Chiemsee- ist eine Kreisstraße. Bereits 2004 hatte der Baulastträger, der Landkreis, einen ersten Teil saniert. Auf Vordermann brachte er damals die gut 500 Meter lange Strecke vom Kreisverkehr an der Autobahnausfahrt Felden bis zur Brücke über die Bernauer Ache. In den vergangenen 15 Monaten widmete er sich den anschließenden knapp 600 Metern Richtung Ortsmitte: Er riss die alte Brücke über die Bernauer Ache ab und errichtete eine neue, er baute die folgende Strecke aus und schuf vor allem einen Geh- und Radweg an beiden Seiten und er setzte die Brücke über die Eisenbahn instand.

Rund 1,9 Millionen Euro haben die Baumaßnahmen des Landkreises gekostet. 1,4 Millionen muss er aus der eigenen Tasche nehmen, knapp 500.000 Euro bekommt er als staatlichen Zuschuss für den Neubau der Brücke über die Ache. Die Gemeinde Bernau investierte nach Angaben von Daiber gut 500.000 Euro.

Im April 2009 hatte der Landkreis den Ausbau der Chiemseestraße fortgesetzt und die Instandsetzung der 275 Meter langen Brücke über die Eisenbahnlinie in Angriff genommen. Das Bauwerk wies zahlreiche Schäden auf. So sorgte rostender Stahl für Betonabplatzungen an den Fertigteilen. Die Entwässerungsleitungen waren teilweise undicht genauso wie der Übergang von der Straße zur Brücke. Für 880.000 Euro beseitigte der Landkreis all diese Schäden. Unter anderem tauschte er auch die Bordsteine aus und erneuerte den Asphaltbelag. Mehrere Monate lang war die Chiemseestraße nur einspurig befahrbar. Eine Ampel regelte den Verkehr.

Anschließend brachte der Landkreis in Zusammenarbeit mit der Gemeinde die etwa 300 Meter bis zur Brücke über die Ache auf Vordermann. Und in diesem Bereich stieg dann vor allem die Verkehrssicherheit der Fußgänger und Radfahrer: An beiden Seiten der Chiemseestraße enstand jeweils ein 2,5 Meter breiter Geh- und Radweg. Eine Linksabbiegespur hinein ins Gewerbegebiet an der Chiemgaustraße und damit auch zum Feuerwehrhaus schuf die öffentliche Hand ebenso wie etwa eine neue Einmündung der Aicher- in die Chiemseestraße. Und im Rahmen dieser Baumaßnahmen erneuerte die Gemeinde Bernau dann auch gleich die Wasserleitungen.

Zu guter Letzt riss der Landkreis die 1966 errichtete, knapp 18 Meter lange Brücke über die Ache ab und ersetzte sie durch einen Neubau. Offiziell hatten seit 1990 nur noch Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht bis zu 16 Tonnen den Bach überqueren dürfen. Die neue Brücke ist jetzt mit 11,50 Meter zwei Meter breiter und vor allem für jeden Schwerlastverkehr geeignet. Auch Lastwagen, die gut 40 Tonnen auf die Waage bringen, dürfen drüberfahren. Während des Baus lief der Verkehr über eine Behelfsbrücke. Die Kosten für Abbruch und Neubau beliefen sich auf rund 630.000 Euro.

Die Brücke über die Bernauer Ache, so Neiderhell, "wird nun modernsten Anforderungen gerecht". Mit ihrer Beschränkung auf 16 Tonnen sei das alte Bauwerk nicht einmal für ein großes Feuerwehrfahrzeug geeignet gewesen. Der Landrat freute sich, dass die Baumaßnahme von Seiten des Staates als "sehr förderwürdig" angesehen worden sei. So habe die Regierung von Oberbayern knapp eine halbe Million Euro bewilligt.

Mit Blick auf die Baumaßnahmen von Landkreis und Gemeinde sprach Daiber von einer "gewaltigen Verbesserung". Die Chiemseestraße sei nun von der Brücke über die Eisenbahn bis zum Kreisverkehr in einem sehr guten Zustand. Mit einem beidseitigen Geh- und Radweg habe die Sicherheit zugenommen. Der Rathauschef sprach von einer "modernen Straße". Der Ausbau sei notwendig gewesen - auch deswegen, weil die Chiemseestraße im Notfall auch als Umleitung für den Verkehr auf der Autobahn dient.

pü/Chiemgau-Zeitung

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