GmbH plant weitere Wohnanlage

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Bernau - Eine weitere Wohnanlage soll auf dem alten Sportplatz in Bernau entstehen. Was genau geplant ist und gebaut werden soll:

Eine weitere Wohnanlage auf dem alten Sportplatz in Bernau plant die Chiemseeresidenz Schillerstraße GmbH mit Sitz in Rosenheim. Zwei Gebäude mit jeweils fünf Wohnungen will der Bauwerber errichten. Mit 16:2 Stimmen hat der Gemeinderat Abweichungen von den Bestimmungen im Bebauungsplan gebilligt und das Vorhaben befürwortet. Der Bauantrag wird dem Landratsamt zur Genehmigung vorgelegt.

Die GmbH hat bereits eine Wohnanlage am östlichen Rand des alten Sportplatzes errichtet. Die Arbeiten gehen dem Ende entgegen. Im südlich angrenzenden Bereich hat die GmbH zwei Grundstücke aus privatem Eigentum gekauft. Und auf diesen beiden Parzellen will sie nun eine weitere Wohnanlage mit zwei Häusern schaffen.

Um Geld für den Neubau des Rathauses zu bekommen, hatte die Gemeinde vor einiger Zeit im östlichen Bereich des alten Sportplatzes auf ihrem Grund und Boden Baurecht geschaffen. Alsdann verkaufte sie zwei Grundstücke für bare Münze an die GmbH. Mit dem Plan, den sie aufstellte, ermöglichte die Kommune das Bauen jedoch nicht nur auf zwei eigenen Grundstücken, sondern außerdem auch noch auf zwei weiteren, die in privater Hand lagen. In dieser Lücke bestand Rechtsanspruch auf Bauen. Bauabsichten waren damals, wie aus dem Rathaus verlautete, nicht gegeben.

Nun aber kam doch alles ganz anders. Die beiden Grundstücke wechselten den Besitzer. Und der neue Eigentümer, die GmbH, die gleich nebenan die Baufahrzeuge schon hatte kommen lassen, errichtet nun eine weitere Wohnanlage. Die Gemeinde zeigte sich überrascht von der Entwicklung. Keiner habe damit gerechnet, so Hauptamsleiterin Irmgard Daxlberger in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates, dass die Grundstücke verkauft werden.

Ehe das Gremium in die Diskussion eintrat, gab es einen kurzen, heftigen Wortwechsel. Alexandra Pawlitzek (Überparteiliche Wählergemeinschaft) hatte zu ihrem Nachbarn in der Runde der Gemeinderäte leise etwas von "Spezlwirtschaft" gesagt - aber nicht so leise, dass es Bürgermeister Klaus Daiber nicht gehört hätte. Das Gemeindeoberhaupt wies in aller Schärfe eine derartige Unterstellung, die offenbar an seine Person gerichtet sei, brüskiert von sich. Daiber forderte Pawlitzek zunächst auf, ihre Anschuldigung im Gremium öffentlich zu wiederholen - was jedoch unterblieb. In aller Entschiedenheit betonte das Gemeindeoberhaupt dann, dass von "Spezlwirtschaft" überhaupt keine Rede sein könne. Der Bebauungsplan sei "sauber aufgestellt" worden. Weder die Gemeinde noch die Verwaltung noch er als Bürgermeister bekomme Geld, so der sichtlich erzürnte Daiber.

Daiber: Von wegen "Spezlwirtschaft"

Das Bauvorhaben selbst war dann Gegenstand einer nur kurzen Diskussion. Das Gremium stellte fest, dass der Bauwerber die Bestimmungen, die der Bebauungsplan enthält, nicht voll und ganz einhält. Ein Beispiel: Gebäudeteile wie etwa das Treppenhaus sowie Gauben und Balkone ragten in der Planung über die zulässigen Baugrenzen hinaus. Da aber die Überschreitungen nach allgemeinem Dafürhalten nicht gravierend waren, erteilte das Gremium nur einige Auflagen zum Umplanen, gab aber dem Bauvorhaben insgesamt grünes Licht. Allerdings erteilte der Gemeinderat nicht die vom Bauwerber gewünschte Freistellung vom Genehmigungsverfahren - was nun bedeutet, dass der Bauantrag nach der Billigung durch die Gemeinde an das Landratsamt weiter geleitet wird und dann von der Behörde geprüft und genehmigt werden muss.

Pawlitzek kritisierte, dass offensichtlich alle Bäume gefällt werden - womit auch ein Sichtschutz für die Nachbarn verloren gehe. Donat Praßberger (CSU) sah hingegen keine Notwendigkeit, sie zu erhalten, und verwies auf deren schlechten Zustand. "Die Bäume sind doch nichts mehr wert."

Zweiter Bürgermeister Matthias Vieweger (CSU) sah vor allem durch die noch nicht näher bekannten Pläne auf einem angrenzenden Grundstück das Vorhaben der Gemeinde gefährdet, einen Weg in Nord-Süd-Richtung anzulegen. Christian Hügel (CSU) kritisierte, dass die Parkplatzfrage in diesem Bereich nicht zufriedenstellend gelöst sei. Von Vieweger und Hügel kamen am Ende die beiden Gegenstimmen.

Ursula Zeitlmann (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, dass die beiden neuen großen Häuser zusammen mit den "alten", die jetzt schon stehen, in dem Bereich den Charakter einer kleinen Blocksiedlung erzeugen. Ein derartiger "Einheitsbrei" sei "schade" und ortsplanerisch "nicht wünschenswert".

pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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