Grüne: Pflege solidarisch finanzieren

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Vor der Versammlung besichtigte die Abgeordnete ein bisher einzigartiges Pflege- und Wohnkonzept für Behinderte, das „Leben mit Handicap“ in Prien und ließ sich die Arbeitsweise erläutern:V.l.: Elisabeth Scharfenberg (GRÜNEN), Günther Bauer, der Initiator und Verwalter mit seiner Tochter, Hartl Hinterholzer (GRÜNEN), Sepp Genghammer, GRÜNEN-OV-Sprecher und Organisator, Ulla Zeitlmann (GRÜNEN)Andrea Rosner (GRÜNEN)

Bernau - "Pflegealltag im Verborgenen", so lautete das Thema auf dem Podium der Grünen. Eine Bürgerversicherung soll die Versicherung zukunftsfest machen.

"Mehr als ich kann - Pflegealltag im Verborgenen" lautete das Thema einer Podiumsdiskussion, die Bündnis'90/DIE GRÜNEN in Bernau im Gasthof "Chiemsee" mit der ihrer Bundestagsabgeordneten Elisabeth Scharfenberg veranstalteten.

Ihren Grundsatz "Pflege braucht Solidarität in den Strukturen und in der Finanzierung" vermittelte sie den Zuhörern im Gasthof "Chiemsee". Scharfenberg: "Unsere grüne Pflegebürgerversicherung ist solide durchgerechnet und bleibt auch in Zukunft finanzierbar". Sie führe zu einer besseren Pflege bei stabilen Beitragssätzen bis hin zum Jahr 2055.

Die Fachleute auf dem Podium, v.l. Pflegedienstleiterein Andrea Rosner, Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg von den GRÜNEN und Lorenz Ablinger, Vorsitzender der ökumenischen Sozialstation Priental.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung ignoriere das Problem der Alten- und Pflegepolitik und agiere "halbherzig in blindem Aktionismus", sagte Elisabeth Scharfenberg. So könne ein Arbeitnehmer bei Kristina Schröders schwarz-gelber „Familienpflegezeit“ nur zwei Jahre lang innerhalb der Familie einen Patienten bei 75 Prozent des Gehalts pflegen. Arbeite er nach diesen zwei Jahren wieder, verdiene er 2 Jahre ebenfalls nur 75 Prozent. Außerdem ist dann der Pflegebedarf womöglich noch lange nicht vorbei. Aufgrund dieser Tatsache hätten bundesweit seit Juli 2012 nur 147 Menschen dieses Modell in Anspruch genommen.

Der Ökumenische Sozialdienst Priental ist ganz auf die Ermöglichung von ambulanter Pflege ausgerichtet. Sein ehrenamtlicher Leiter seit 30 Jahren, Lorenz Ablinger, erläuterte, dass die hier geleistete menschengerechte Pflege, die über die oftmals stationär oder ambulant praktizierte „Minutenpflege“ hinausgeht, nur in Zusammenarbeit von Angehörigen, Hausärzten und Pflegepersonal möglich sei. Außerdem sei das bisher nur mit viel ehrenamtlichem Engagement und großzügigen privaten Sponsoren zu bewerkstelligen.

Andrea Rosner, Pflegedienstleiterin am RoMed-Klinikum und Bezirkstagskandidatin der GRÜNEN thematisierte die schlechte Bezahlung der Pflegekräfte, sodass z.B. Vollzeit-Krankenpflegerinnen zusätzlich noch einen 400-Euro-Job als ambulante Altenpflegerin leisten müssten , um ihre Kinder ernähren zu können.

Nach einer intensiven Diskussion mit dem Publikum fasste die GRÜNEN-Abgeordnete ihre Forderungen zusammen: Ein pflegepolitisches Gesamtkonzept müsse im Interesse einer menschlichen Behandlung der Pflegebedürftigen insbesondere die Bedingungen für die Pflege zu Hause verbessern und ambulante Versorgungsstrukturen konsequent fördern. Zur Finanzierung müssten alle Bürger nach ihren Möglichkeiten herangezogen werden, was durch das Modell der GRÜNEN Bürgerversicherung gewährleistet sei.

Pressemitteilung Bündnis'90/DIE GRÜNEN

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser