Hitzelsberg: Bebauen oder nicht?

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Der Hitzelsberg im Moment.

Bernau - Die Grünen sind gegen die Bebauung des Hitzelsbergs und denken dabei an die Umwelt, Tiere, Pflanzen sowie die Einwohner. Jetzt wird nach einer Lösung gesucht.

Die Gemeinde sucht einen Käufer für den Hitzelsbeg. Doch für die Bernauer Grünen geht es nicht nur darum, wie die Gemeinde aus der mit dem Ersteigern selbst verursachten Schuldenfalle wieder herauskommt, sondern auch um eine Landschafts- und Natur-verträgliche Lösung ohne massive weitere Bebauung dieses Kleinods.

Auf Einladung der Bernauer Grünen diskutierten vor kurzem an die fünfzig Bernauer Bürgerinnen und Bürger im Gasthof Kampenwand über die Zukunft ihres Hitzelsbergs. Zur Einführung schilderte Ortsverbands-Sprecher Sepp Genghammer, wie dieser “einzigartige Ausichtspunkt” vor Jahren von privat für gute 2 Millionen Euro an einen dubiosen Oldtimerhändler verkauft wurde, anstatt daß damals die Gemeinde günstig zugegriffen hätte. Die Gemeinde, vornehmlich die CSU-Mehrheit, habe dem Händler das Gelände dann mit einem umfangreichen Bebauungsplan erst richtig aufgewertet, nachdem sie auf seine blumigen Versprechungen von einer dadurch bewirkten wirtschaftlichen Blüte Bernaus hereingefallen war.

Als dieser “Unternehmer” dann rechtskräftig zu einer hohen Gefängnisstrafe wegen Steuerbetrugs verurteilt war und das Anwesen zur Versteigerung stand, sei den CSU-Vordenkern plötzlich eingefallen, daß man da was für Bernau draus machen sollte. Man schnappte es ohne Not einem anderen Interessenten für mehr als den dreifachen Preis wie damals weg, zu hundert Prozent auf Schulden finanziert. Nun sei der Druck groß, da ohne Verluste wieder rauszukommen.

Ein Besucher wies auf frühere Äußerungen des Bürgermeisters in der Zeitung hin, die den Schluß zuließen, daß die Kaufbewerber in der Regel weitere Baurechte forderten. Dagegen sei wohl der öffentliche Zugang für die Bernauer und ihre Gäste zu dem einmaligen Ausichtspunkt zur Kampenwand nicht vorgesehen: Ein entsprecheder Antrag Genghammers sei in der letzten Gemeinderatssitzung abgelehnt und damit bestätigt worden, daß der Südhang auch bebaut werden soll.

Aber nicht nur die Landschaft ist gefährdet, wie Pia Ostler feststellte. Sie zeigte ein Reihe von am Hitzelsberg entstandenen Fotos seltener, vom Aussterben bedrohter Pflanzen und Tiere, die sowohl auf der trockenen Magerwiese am sonnigen Südhang, wie auch im bergab anschließenden Feuchtgebiet eines dortigen Hangquellmoores zu finden sind. “Eigentlich gehört dieses Fleckchen Erde unter Naturschutz gestellt” war ihr Fazit.

In der folgenden Diskussion lehnten alle Sprecher eine weitere Bebauung des Hitzelsberges rundweg ab. Schon gleich gar nicht dürfe, wie schon einmal geplant, eine Erschließung von Norden her erfolgen und damit noch mehr Natur zerstört und eine Bebauung des Nordhanges provoziert werden. Günter Obermaier forderte darüberhinaus einen öffentlichen Spazierweg von ost nach west über den gesamten Hügel.

Bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten für das “finanzielle Schlamassel, in das uns die CSU hineingeritten hat” , wie ein Teilnehmer sagte, kam der Vorschlag aus der Versammlung, eine Genossenschaft zu gründen und mit deren Kapital den noch weitgehend unberührten Westteil aufzukaufen und für die Bernauer zu erhalten. Der Ostteil mit den Gebäuden sei ja der Hauptwert, da die Wertsteigerung von zwei auf sechs Mio ja nur durch die zusätzliche Bebauung verursacht worden wäre. Somit müsse der Westteil relativ günstig zu erwerben sein.

Man tauschte Adressen aus und Grünen-Sprecher Genghammer sagte zu, baldmöglichst zu einem Treffen der Genossenschafts-Initiative einzuladen.

Pressemitteilung Ortsverband Bernau Die Grünen

Quelle: rosenheim24.de

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