Gesucht: Neue Angebote für Bernau

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Bernau - In kleinen Schritten will die Gemeinde Bernau das Angebot für die Urlauber weiter verbessern. Einmal mehr hat der Tourismusausschuss des Gemeinderates in seiner jüngsten Sitzung einzelne Maßnahmen beraten.

Die Ideen reichen von einem Weg zu den Baudenkmälern im Ort bis hin zu geführten Wanderungen von Alm zu Alm.

Lang ist die Liste: Nicht weniger als 37 Baudenkmäler in Bernau hat das Landesamt für Denkmalpflege aufgeführt. Alte Bauernhöfe aus dem 19. Jahrhundert lassen sich dort ebenso finden wie etwa Kreuze, Kappellen und Kirchen, die ebenso von der Geschichte und - bäuerlichen - Kultur des Ortes zeugen.

Alexander Herkner (SPD) meinte nun im Tourismusausschuss, dass man diese Baudenkmäler doch auch und gerade dem Gast zeigen sollte: dass man an ihnen Schilder anbringen und dass man sie vielleicht mit einem Weg verbinden könnte. Die Beratungen werden jetzt in diese Richtung fortgesetzt.

Etwas Ähnliches ist bereits seit geraumer Zeit "in der Mache": Die Gemeinde plant einen "Höfeweg" in Bernau, der einmal ganz gezielt einen Spaziergang oder eine Wanderung zu den alten Bauernhöfen ermöglicht. Sie hofft, über das "Leader"-Programm, das die Europäische Union für die Stärkung des ländlichen Raumes aufgelegt hat, Geld von der EU zu bekommen. Die Federführung in Bernau liegt in den Händen des "Leader"-Arbeitskreises.

"Höfeweg" in Arbeit

Schon seit geraumer Zeit laufen Gespräche, allein Nägel mit Köpfen haben die Beteiligten immer noch nicht gemacht. So steht zum Beispiel noch keine Route fest. Und aus diesem Grund sind die Gemeinde und der "Leader"-Arbeitskreis, wie im Tourimusausschuss jetzt zu hören war, auch noch nicht an die Bauern herangetreten sind und gefragt haben, ob sie sich denn überhaupt bereit erklären mitzumachen.

Doch jetzt drängt die Zeit. Die Gemeinde trägt die Maßnahme und muss nun handeln. So ist vor allem auch geplant, Höfeschilder an den Bauernhäusern anzubringen. Und wenn sie für diese Maßnahme im Rahmen von "Leader" einen Zuschuss von der EU erhalten will, dann muss sie, wie Bernhard Schulz, der Leiter der Kurverwaltung, im Ausschuss informierte, bis Mitte März einen Antrag stellen. Er schlug vor, 80 Höfeschilder im Gesamtwert von 3200 Euro ins Visier zu nehmen und deren Anschaffung dann von der EU bezuschussen zu lassen. Die Diskussion wird jetzt im "Leader"-Arbeitskreis fortgesetzt.

Erneut führten die Ausschussmitglieder eine Grundsatzdebatte über den Tourismus. Rainer Wicha (CSU) kritisierte, dass in Bernau zwar "jeder sagt, dass der Tourismus wichtig ist", aber keiner sei bereit, etwas zu unternehmen. Einmal mehr forderte er, die Hände nicht länger in den Schoß zu legen, von "Lippenbekenntnissen" Abstand zu nehmen, nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln.

Auch Bürgermeister Klaus Daiber sah die Notwendigkeit, das touristische Angebot zu überarbeiten. Das gewohnte Programm "zieht nicht mehr" so wie früher. Und er nannte ein Beispiel: Heimatabende seien nun einmal nicht mehr so beliebt unter den Gästen in Bernau.

Und auch Herkner meinte: "Das Angebot in Bernau ist nicht der Hit." Weil ihr das Geld fehle, könne die Gemeinde jedoch nicht viel ausrichten und verändern. Notwendig sei, dass die Leistungsanbieter, also vor allem die Hoteliers, Gastronomen und Vermieter, mit ins Boot steigen.

Renate Wendlinger (CSU) sah aber auch und gerade die gemeindliche Kurverwaltung in der Pflicht. So könnte sie zum Beispiel auch einmal in Erwägung ziehen, ein besonderes Konzert oder einen Kabarettabend in Bernau zu veranstalten. Und Alexandra Pawlitzek (Überparteiliche Wählergemeinschaft) regte zum Beispiel an, geführte Wanderungen etwa von Alm zu Alm anzubieten - was die Tourist-Info früher schon einmal im Angebot hatte, dann aber laut Schulz streichen musste, weil sich keine ehrenamtlichen Führer mehr finden ließen.

Daiber erinnerte an die Arbeit, die die Touristikstudenten in Bernau geleistet hatten, und forderte die Kurverwaltung auf, sie fortzusetzen. Viele Maßnahmen zur Förderung des Tourismus hätten die Studenten vorgeschlagen, die eine oder andere könnte ohne großen Aufwand ergriffen und schnell umgesetzt werden.

pü/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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