Verwirrungen am laufenden Band auf Bernauer Volksbühne

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Die Magd Mirl (gespielt von Claudia Schlosser; rechts) nimmt kein Blatt vor den Mund. Der Anderlbauer (Paul Hormann) muss sich einiges anhören und Sefferl (Elisabeth Berger) wundert sich.

Bernau - Als zweites Stück dieser Saison präsentiert die Bernauer Volksbühne die Komödie "Der bayerische Casanova". In drei Akten geht ein regelrechtes Verwirrspiel über die Bühne des Kampenwand-Saals.

Auch die Premierenbesucher hatten ihre liebe Mühe, das Ganze zu durchschauen. Umso überraschender war für sie die Auflösung.

Schauplatz für das Verwirrspiel unter der Regie von Monika Rechl ist die Wohnstube auf dem Hof des reichen Anderlbauern (Paul Hormann). Dort tauscht zunächst einmal der Bauer selbst seine Erfahrungen "mit de Weiberleit" mit seinem Freund, dem Holzhändler Girgl (Robert Weingartner), aus. Beide sind Witwer und wollen wieder heiraten. Anderl, der als "Bayerischer Casanova" bekannt ist, hat in München eine "fesche Person" kennengelernt und trägt sich mit ernsten Absichten. Girgl möchte ihn jedoch vor dem "Stadtflitscherl" bewahren.

Da taucht plötzlich Sefferl (Elisabeth Berger) auf und gibt sich als Tochter des Anderlbauern aus. Angeblich entstammt sie einer "schwachen Stunde", die ihre Mutter vor 20 Jahren auf dem Münchner Oktoberfest hatte. Sefferl, die Anderl freudig als seine Tochter akzeptiert, bleibt gleich auf dem Hof. Doch gegenüber Liesl, dem "Stadtflitscherl" (Monika Rechl), ist sie die Magd.

In ihrer Panik, dass Anderl auf die überdrehte Liesl aus der Münchner Sonnenstraße hereinfallen könnte, verschweigen ihm Sefferl und Girgl, dass dieser der "Kindsvater" ist. Hatte doch Lieselotte Meier, Sefferls Mutter, auf dem besagten Oktoberfest auch mit Girgl eine "schwache Stunde".

Noch aber muss Girgl Sefferls Bräutigam mimen. Erschwerend kommt hinzu, dass Anderls Sohn Ferdl (Florian Fischer) in Sefferl verliebt ist. Da er aber glaubt, dass sie seine Halbschwester ist, gesteht er das nicht ein. Als Anderl erfährt, dass er gar nicht Sefferls Vater ist, möchte er sie plötzlich zur Frau haben. Was dann noch alles passiert, soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden.

Kaum in einem anderen Stück gibt es ein solches Durcheinander und fallen so zünftige Sprüche. Eher naiv geben sich Ferdls Großeltern. "Schau net hi, de bussln am hellicht'n Tag", sagt Oma Rosl (Marlene Ruhland) zu Opa Wastl (Sepp Weingartner). Weitaus deftiger fallen die Sprüche wie "rasierter Hornochs" von Mirl, der Magd beim Anderlbauern, aus. In dieser Rolle trumpft Claudia Schlosser regelrecht auf. Bei jedem Erscheinen auf der Bühne löste sie bei der Premiere schon rein optisch Heiterkeitsstürme aus. Und wenn sie dann mit ihrem Riesentemperament als "Trampel" loslegte, erhielt sie jede Menge Szenenapplaus. So zum Beispiel, als sie in der Wohnstube ihr Ferkel suchte.

Die nächste Aufführung von "Der bayerische Casanova" ist am Freitag, 10. Juli, um 20 Uhr im Saal des Gasthofs "Kampenwand". Wie beim Parallelstück "Glück auf der Alm" spielen vor Beginn und während der Pausen Freunde der Volksbühne Bernau auf. Karten gibt es an der Abendkasse, die um 19 Uhr öffnet.

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