"Beton-Oma" bald auch in Prien

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Auf der Landesgartenschau 2010 in Rosenheim eines der beliebtesten Motive: Eine "Beton-Oma" soll jetzt in der Bahnhofstraße Passanten zum Verweilen einladen.

Rosenheim/Prien - Sie war auf der Landesgartenschau 2010 ein Anziehungspunkt für die Besucher: eine "Beton-Oma" auf dem Inndamm. Bald kriegt auch Prien eine Oma  - oder einen Opa!

Sie war auf der Landesgartenschau 2010 in Rosenheim ein magischer Anziehungspunkt für die Besucher: eine "Beton-Oma" auf dem Inndamm. Diesen Effekt will der Marktgemeinderat Prien jetzt für die Bahnhofstraße ausnutzen und folgte in der jüngsten Sitzung mehrheitlich einem entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion, eine "Beton-Oma" oder einen "Beton-Opa" in der Bahnhofstraße aufzustellen.

Bahnhofsstraße soll aufgewertet werden

Mit der Platzierung einer "Beton-Oma" soll die Aufenthaltsqualität in der neu gestalteten Bahnhofstraße aufgewertet werden, heißt es in dem SPD-Antrag, über den als einziger Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil der Marktgemeinderatssitzung beraten wurde. Die Bahnhofstraße habe durch die Pflasterung bereits erheblich an Qualität gewonnen. Auch seien mit den beiden großen Baumtrögen Sitzgelegenheiten geschaffen worden, die aber noch keinen Zuspruch finden würden. Die Straße werde von Passanten im Wesentlichen durchquert und nur wenige würden sich dort wirklich aufhalten. Die SPD-Fraktion ist laut Antrag der Überzeugung, dass "eine dauerhaft sitzende Person zum Aufhalten einlädt". Außerdem erhofft sie sich einen erheblichen Werbewert für Prien. Auf der Landesgartenschau 2010 in Rosenheim sei eine "Beton-Oma" schließlich eines der beliebtesten Motive von Besuchern gewesen, zitierte Alfred Schelhas (SPD) in der Sitzung den Antrag seiner Fraktion. Sie sehe die Bahnhofstraße derzeit eher als eine "graue Zone".

Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten - ohne Streit, aber dennoch kontrovers verlief die Diskussion am Ratstisch. Joachim Bensemann (FWP) fand die Idee "hervorragend". Zusätzlich könnte die Bahnhofstraße noch zwei bis drei Blumenkübel vertragen.

CSU: Nur ein Anfang

Auch Michael Anner (CSU) bewertete den SPD-Vorschlag positiv. Dies könne aber nur ein Anfang sein, um die Bahnhofstraße sinnvoll zu beleben. Diesbezüglich gebe es bereits Gespräche mit dem Bayerischen Hof, informierte Bürgermeister Jürgen Seifert das Gremium. Er erinnerte aber auch daran, dass der Marktgemeinderat im Sinne einer Belebung der Straße Wert darauf gelegt hatte, dass die Schön Kliniken als neue Besitzer des ehemaligen VR-Bank-Gebäudes im Erdgeschoss ein Ladenlokal etablieren.

Sponsoren sollten Kosten übernehmen

Kritisch äußerte sich Eleonore Pelzl (Verein Mehr Demokratie für Prien/Fraktion Miteinander für Prien). Die Anschaffung sei für die Gemeinde zu teuer. Dies sollten doch eher Sponsoren übernehmen. Besser sei es allerdings, für das Geld mit Schülern oder Bürgern etwas zu gestalten. Nach Ansicht ihres Fraktionskollegen Tobias Ihm hat die Bahnhofstraße durchaus "Stil" - aber eine "Beton-Oma" passe nicht dazu. Die brauche eher einen "heimeligen" Platz. Und Kollege Günter Stampfl erinnerte daran, dass am Eingang der Fußgängerzone eine kirchliche Figur platziert sei. Die "Beton-Oma" wäre dazu ein glatter Stilbruch.

Die Bahnhofstraße sei wirklich noch grau, sagte Felicitas Bauer (BfP). Sie bezweifelt aber, dass sich dies mit einer Einzelaktion ändern lässt.

Hans-Jürgen Schuster (CSU) gab den Rat, nicht jeden 1000-Euro-Betrag auf die Waagschale zu legen. "Am Anfang der Straße eine Oma und am Ende einen Opa", schlug er vor. Für 8000 Euro sei es der Versuch doch wert.

Die Anregung von Helge Holzer (BfP), mehr Ideen für eine mögliche Belebung der Bahnhofstraße zu entwickeln, griff Bürgermeister Seifert auf und appellierte an das Ratsgremium, doch mit der vorgeschlagenen Aktion einen Anfang zu machen.

Gegen vier Stimmen beschloss der Marktgemeinderat schließlich die Anschaffung einer "Beton-Oma" oder eines "Beton-Opas" zum Preis von rund 3750 Euro.

ul/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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